Good News Shots – Unser Best of

von | 15. Oktober, 2026 | #16 – Was ist geworden aus...

In unserer Online-Ausgabe haben wir in den letzten Monaten immer wieder von erfreulichen Entwicklungen und positiven Nachrichten berichtet. Die Schönsten haben wir für euch hier zusammengestellt.

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Brittany Ferries beendet Tiertransporte von Irland nach Frankreich

Am 3. August 2026 hat die französische Reederei Brittany Ferries bestätigt, den Transport lebender Nutztiere – einschließlich nicht abgesetzter Kälber – von Irland nach Frankreich einzustellen. Spätestens ab September 2026 fahren keine Tiere mehr auf ihren Schiffen. Vorausgegangen war eine der hartnäckigsten Tierschutzkampagnen der letzten Jahre mit über 100.000 E-Mails, zwei Petitionen, Demonstrationen und einem koordinierten Social-Media-Druck. Als einzige Reederei auf dieser Route verbleibt Irish Ferries, auf die sich die Kampagnen nun konzentrieren.

EBU-Leitfaden für respektvolle Kameraführung im Frauenleichtathletik

Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hat mit „Raising the Bar“ einen Leitfaden veröffentlicht, der Sportübertragungen im Frauenleichtathletik-Bereich respektvoller gestalten soll. Ziel ist es, den Fokus auf Leistung und Technik zu legen, statt Athletinnen durch problematische Kamerawinkel zu sexualisieren. Konkret werden Nahaufnahmen spezifischer Körperteile, tiefe Rückansichten sowie unnötige Zeitlupenwiederholungen als zu vermeidende Aufnahmen benannt. Die Leitlinien betreffen in Deutschland ARD und ZDF, bleiben jedoch freiwillig.

Dua Lipa eröffnet Bibliothek für zensierte Bücher in Porto

Gemeinsam mit der berühmten Livraria Lello in Porto hat Dua Lipa die „Manifesto Library“ gegründet – eine Bibliothek für Bücher, die zeitweise verboten oder zensiert wurden. Als Teil ihres Service “95 Bookclubs” präsentiert sie rund 100 Werke zu den Themen Macht, Kontrolle, Stimme und Erinnerung, darunter Klassiker wie „1984“, „Die Tribute von Panem“ und „Das Tagebuch der Anne Frank“. Das Projekt setzt ein Zeichen gegen weltweite Buchzensur, die laut American Library Association allein in den USA 2025 über 5600 Bücher betraf, und will kritische Literatur zurück in den öffentlichen Diskurs bringen.

Rekordtief bei Waldbränden im brasilianischen Amazonas

Im Jahr 2025 verbrannten im brasilianischen Amazonas „nur“ noch 3,1 Millionen Hektar Wald – so wenig wie seit Beginn der Aufzeichnungen 1985 nicht mehr. Gegenüber dem Dürrejahr 2024 ging die verbrannte Fläche damit um 80 Prozent zurück. Laut dem Überwachungsnetzwerk MapBiomas trugen mehr Regen, rückläufige Entwaldung, strengere Kontrollen gegen Umweltkriminalität sowie das Engagement lokaler und indigener Gemeinschaften zu diesem historischen Tiefstand bei. Trotz dieses Hoffnungsschimmers bleibt der Regenwald durch Klimakrise, Trockenperioden und illegale Abholzung weiter gefährdet.

Neuroplastizität: Unser Gehirn bleibt lebenslang formbar

Unser Gehirn ist bis ins hohe Alter anpassungsfähig – ein Phänomen, das als Neuroplastizität bekannt ist. Diese neuronale Flexibilität ermöglicht es, neue Fähigkeiten zu erlernen, Denk- und Verhaltensmuster zu verändern und sogar nach Hirnerkrankungen wie Schlaganfällen Funktionen zurückzugewinnen. Durch gezieltes Training, gesunde Lebensstilfaktoren wie Sport, Schlaf und soziale Interaktion sowie bewusste Impulse können wir positive Veränderungen fördern und destruktive Muster wie den Negativitätsbias durchbrechen. Die Neuroplastizität bietet damit große Chancen für Medizin, Psychotherapie und persönliche Entwicklung – auch wenn sie keine grenzenlose „Programmierung” erlaubt, sondern Konsistenz und Ausdauer erfordert.

Hamburg startet „Abpflaster“-Wettbewerb gegen Betonflächen

Zum zweiten Mal ruft Hamburg Privatpersonen und Unternehmen auf, versiegelte Betonflächen aufzubrechen und zu begrünen. Ziel des „Abpflaster“-Wettbewerbs ist es, das Stadtklima zu verbessern und Regenwasser besser versickern zu lassen. Neu ist 2026 ein Duell mit Bremen, das die historische Fußballrivalität der beiden Städte nutzt, um mehr Flächen in Grün zu verwandeln. Im Vorjahr wurden bereits über 5.400 Quadratmeter entsiegelt, mitmachen kann man noch bis Ende Oktober.

Bundesrat will „Nur Ja heißt Ja“ im Sexualstrafrecht verankern

Der Bundesrat hat am 10. Juli 2026 eine Reform des Sexualstrafrechts nach dem Grundsatz „Nur Ja heißt Ja“ beschlossen. Künftig soll nicht mehr ein erkennbarer Widerspruch, sondern die freiwillige Zustimmung darüber entscheiden, ob eine sexuelle Handlung einvernehmlich ist. Die Initiative ging von Hamburg aus und wird von Opferschutzorganisationen, UN Women Deutschland und einer breiten zivilgesellschaftlichen Bewegung unterstützt. 18 EU-Staaten haben bereits zustimmungsbasierte Sexualstrafgesetze eingeführt, während Deutschland bisher am Widerspruchsmodell festhält. Ob aus dem Beschluss ein Gesetz wird, entscheidet nun die Bundesregierung.

Beitragsbild: Erik van Leeuwen (Wikipedia)

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