Weniger Tierleid, Plastik und Zwangsarbeit: Einige positive Veränderungen für 2027 sind schon heute beschlossen.
Für gute Nachrichten aus dem Jahr 2027 müssen wir gar nicht bis 2027 warten. Einige davon stehen schon heute fest. Denn in mehreren Ländern treten im kommenden Jahr Gesetze in Kraft, über die teilweise jahrelang diskutiert wurde. Sie sollen Tiere besser schützen, Plastikmüll reduzieren, Wälder erhalten und verhindern, dass Produkte aus Zwangsarbeit auf dem europäischen Markt verkauft werden. Die neuen Regelungen zeigen, dass sich langjährige Diskussionen und der Einsatz für eine nachhaltigere, tierfreundlichere und fairere Zukunft auszahlen können.
Südkorea beendet die Hundefleischindustrie
Ab dem 7. Februar 2027 dürfen Hunde in Südkorea nicht mehr für den menschlichen Verzehr gezüchtet oder geschlachtet werden. Auch der Verkauf von Hundefleisch wird verboten. Beschlossen wurde das Gesetz bereits 2024. Die dreijährige Übergangszeit sollte Farmen und Betrieben ermöglichen, aus dem Geschäft auszusteigen – und genau das passiert offenbar schneller als erwartet. Bis Mai 2026 hatten nach Angaben des südkoreanischen Landwirtschaftsministeriums bereits 82 Prozent der registrierten Hundefarmen geschlossen. Von ursprünglich 1.537 Betrieben waren demnach nur noch 272 aktiv. Der Ausstieg aus der Hundefleischindustrie beginnt also nicht erst mit dem Verbot. Ein Großteil der registrierten Betriebe hat die Produktion schon vorher beendet.
Die Regierung unterstützt Betreiber:innen beim Umstieg in andere Wirtschaftszweige, indem sie Beratungsangebote sowie finanzielle Unterstützung für die Schließung ihrer Betriebe und ihre berufliche Neuorientierung zusagt. Um weitere Betreiber:innen von einem früheren Ausstieg zu überzeugen, bot ihnen der Staat eine Entschädigung in Höhe von 225,000 Won ($170) bis zu 600,000 Won ($450) pro Hund. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass geschlossene Farmen illegal weiterzüchten. Verstöße gegen das Gesetz können künftig mit Gefängnisstrafen geahndet werden – je nach Verstoß mit bis zu zwei oder drei Jahren.
Kolumbien verbietet traditionelle Stierkämpfe
Auch in Kolumbien geht 2027 eine lange Tradition zu Ende. Mit dem Gesetz „No Más Olé“ hat das Land klassische Stierkämpfe und weitere Veranstaltungen verboten, bei denen Stiere verletzt oder getötet werden. Beschlossen wurde das Gesetz im Juli 2024, nach einer dreijährigen Übergangsfrist tritt das Verbot im Juli 2027 vollständig in Kraft. Durch die Übergangsfrist sollten Menschen, die bislang mit Stierkämpfen ihr Geld verdienen, ausreichend Zeit für ihre berufliche Neuorientierung bekommen. Im Gesetz vorgesehen sind zudem staatliche Unterstützung, wie beispielsweise Umschulungen, auf der Suche nach einer alternativen Einkommensquelle. Auch die Arenen sollen künftig anders genutzt werden, etwa für Sport- und Kulturveranstaltungen oder Konzerte. Sie könnten, so die Regierung, Menschen, deren Einkommen bislang an den Stierkampfveranstaltungen hing, weiter eine Einkommensmöglichkeit bieten. Unklar ist bislang jedoch noch, was mit den rund 30.000 Stieren passiert, die für die Kämpfe gezüchtet wurden.
Ungarn verschärft die Regeln für Wildtiere im Zirkus
Ab Januar 2027 gelten auch in Ungarns Zirkussen strengere Regeln. Für bestimmte Wildtierarten und ihre Hybride – darunter Katzenartige, Elefanten, Bären und Giraffen sowie Kreuzungen wie Liger oder Leopons – werden Erwerb, Zucht, Haltung, Training und Einsatz in Zirkusproduktionen verboten. Die Regierung begründet die neuen Regeln unter anderem mit Tierschutzbedenken aufgrund der Belastungen, die Auftritte und Transporte für Tiere bedeuten.
Ganz verschwinden Wildtiere damit allerdings nicht aus allen Menagerien, zumindest nicht sofort: Tiere, die bereits legal gehalten werden, dürfen grundsätzlich bleiben, künftig aber nicht mehr gezüchtet, trainiert oder vorgeführt werden. Es handelt sich also nicht um ein umfassendes und sofortiges Wildtierverbot für Zirkuss…


Das könnte 2027 besser werden

