Nicht kriminell, sondern krank

das ist ein GNM+ ArtikelDrogenabhängige erhalten in Portugal keine Strafe, sondern Unterstützung

von | 17. Oktober, 2026 | Gesundheit, GNM+

Seit der Entkriminalisierung von Drogenkonsum und -besitz für den Eigenbedarf vor 25 Jahren sind die Zahlen der Drogentoten deutlich gesunken. Hinter dem Erfolg steht ein Ansatz, der als Modell für andere Länder dienen kann: Hilfe statt Bestrafung.

Seit der Entkriminalisierung von Drogenkonsum und -besitz für den Eigenbedarf vor 25 Jahren sind die Zahlen der Drogentoten in Portugal deutlich gesunken. Hinter dem Erfolg steht ein Ansatz, der als Modell für andere Länder dienen kann: Hilfe statt Bestrafung.

Dieser Artikel ist zuerst bei der KräftigeGüteStiftung erschienen.

Im Jahr 2001 entkriminalisierte Portugal den Besitz und Konsum von Drogen für den Eigenbedarf. Drogenkonsument:innen und Abhängige kommen nicht mehr vor Gericht, stattdessen werden sie an Psycholog:innen verwiesen. Das Resultat nach 25 Jahren: Ein deutlicher Rückgang der durch Drogen verursachten Todesfälle.

Radikale Entkriminalisierung

Ende der 1990er Jahre waren Drogen im Stadtbild portugiesischer Orte allgegenwärtig: Benutzte Spritzen, Konsum auf offener Straße. Eine von 100 Personen konsumierte in Portugal vor der Jahrtausendwende Heroin. Mit dem Konsum stieg auch die Zahl der HIV-Infizierten: Rund die Hälfte der damals 100.000 infizierten Personen ließ sich auf schweren Drogenkonsum zurückführen. Dann beschloss die Regierung unter Führung der Sozialistischen Partei einen radikalen Kurswechsel.

Auf Anraten der berufenen Anti-Drogen-Kommission entwickelte die Regierung einen Gesetzesentwurf, der Portugal zu einem der liberalsten Länder in puncto Drogenkonsum überhaupt macht. Nur wer mehr als eine festgelegte Höchstmenge an harten Drogen mit sich führt, wird des Handels mit Drogen verdächtigt und damit straffällig. Weniger als 25 Gramm Cannabis, fünf Gramm Haschisch, zwei Gramm Kokain oder ein Gramm Heroin gelten als Eigenbedarf. Wer solche Mengen illegaler Drogen mit sich führt, begeht keine Straftat mehr, sondern eine Ordnungswidrigkeit. 

Das Gesetz wurde 2001 verabschiedet. 2023 wurde es aktualisiert, seitdem sind nicht nur harte Drogen wie Kokain und Heroin, sondern auch synthetische Drogen wie LSD oder MDMA (Ecstasy) für den Eigenbedarf entkriminalisiert. Auch die Regelung zur Höchstgrenze der Menge der mitgeführten Drogen wurde inzwischen entschärft…

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