Vor zwei Jahren sind wir mit euch in Nemo´s Garden abgetaucht. In Genua entwickelten Sergio und Luca Gamberini eine Möglichkeit, allerlei Pflanzen in Hydrokulturen unter Wasser anzubauen. Was ist aus dem Unterwassergarten geworden?
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Basilikum, Erdbeeren oder verschiedenstes Gemüse wachsen in Genua nicht weit vom Strand in einer Bucht. Nicht an der Bucht. Wirklich in der Bucht. Ungefähr acht Meter tief unter Wasser nämlich. Dort befindet sich Nemo´s Garden – eine Unterwasserfarm, in der Pflanzen unter ballonartigen, luftgefüllten Kugeln wachsen.
Die Landschaft rund um die italienische Gemeinde Noli am Golf von Genua in Ligurien ist schwer zu bebauen. Die Einwohner mussten schon vor Jahrhunderten kreativ werden. Sie errichteten Oliven- und Weinterrassen mit Trockenmauern, die von der UNESCO in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurden.
Im Jahr 2011 entstand dann der erste Prototyp für eine neue, mindestens genauso kreative Erfindung: Nemo´s Garden. Er befindet sich im Meer an der Küste eben dieses Gebiets, das für landwirtschaftlichen Anbau so schlecht geeignet ist. Sergio Gamberini und sein Sohn Luca Gamberini sind die Köpfe hinter dem innovativen Ansatz. Als Ingenieure sind sie mit ihrem Unternehmen Ocean Reef Group eigentlich auf Tauch- und Schnorchelausrüstung spezialisiert.
Durch ihre Tauchgänge kam ihnen eine Idee: Wenn der Mensch mit der richtigen Ausrüstung unter Wasser leben kann, warum dann nicht auch Pflanzen? Aus einem Pilotprojekt ist heute ein Ansatz geworden, der weltweit inspiriert – und gerade angesichts zunehmender Dürre und Trockenheit neue Wege für Nahrungsmittelversorgung bieten könnte.
Wie funktioniert der Anbau unter Wasser?
Die Tomaten wollen täglich gegossen werden, zwischen den Zucchini wächst Unkraut und die Petersilie will in diesem Jahr irgendwie nicht so richtig wachsen: Wer im eigenen Garten oder auf dem Balkon Lebensmittel anbaut, weiß, wie viel Pflege Pflanzen brauchen, bis man dann endlich die leckere Pasta mit Gemüse aus dem eigenen Garten genießen kann.
Nemo´s Garden ist im Vergleich dazu extrem pflegeleicht. Lässt man die Technik außer Acht – und die Tatsache, dass man zum Ernten einen Tauchanzug braucht – versorgt sich die Biosphäre quasi selbst. Das Wort Biosphäre leitet sich von den griechischen Wörtern für Leben und Kugel ab – so nennen die Gamberinis ihr System.


Unterwassergarten: Obst und Gemüse vom Meeresgrund

