Plastic Fischer zieht ins internationale Finale ein

Schwimmende Müll-Barriere gewinnt deutschen James Dyson Award 2022

von | 7. September, 2022

Seit 2021 unterstützen unsere Mitglieder mit ihrem Abo die Organisation Plastic Fischer. Nun wurde der Erfinder hinter dem Trashboom für seine Plastikbarriere ausgezeichnet.

Trashboom ist eine schwimmende Barriere, die Plastikmüll in Flüssen stoppt und verhindert, dass er in die Ozeane gelangt. Entwickelt hat ihn der Industrie- und Grafikdesigner Moritz Schulz von der Bergischen Universität Wuppertal. Mit seiner Erfindung hat er jetzt den James Dyson Award 2022 in Deutschland gewonnen. Die Auszeichnung wird seit 2005 an innovative Studierende und Absolvent:innen in den Fachbereichen Ingenieurwesen und Design für Erfindungen vergeben. 

Plastik bereits an der Quelle abfangen

Jedes Jahr gelangen Schätzungen zufolge weltweit 2,4 bis vier Millionen Tonnen Plastik über Flüsse ins Meer. Es gibt zwar viele Ideen, wie man den Plastikmüll aus den Ozeanen wieder herausbekommen könnte, aber nur wenige tun dies direkt an der Quelle des Problems: indem der Abfall bereits auf den Flüssen abfangen wird. Genau dies hat sich der Industriedesigner Moritz Schulz von der Bergischen Universität Wuppertal zum Ziel gesetzt. Seine Erfindung Trashboom ist eine schwimmende Barriere, die Plastikmüll in Flüssen stoppt und verhindert, dass er in die Ozeane gelangt.

Gewinnt den deutschen James Dyson Award 2022: Der Trashboom von Plastic Fischer
Der Trashboom von Plastic Fischer

Die Entstehung der Idee

Die Idee kam Moritz Schulz während eines Urlaubs in Vietnam. Er beobachtete, wie sich Plastik und anderer Unrat langsam aufs Meer zubewegte. Bei seinen Recherchen konnte er kein Unternehmen finden, das eine gute Lösung für dieses Problem hatte. So tüftelte Schulz zunächst an einem Wasserrad, das Kunststoffverpackungen aus dem Fluss sammelt und sogar an Land hebt. 

Der Prototyp bestand seinen ersten Praxistest an einem Kölner Bach so gut, dass Schulz und seine beiden Partner Karsten Hirsch und Georg Baunach beschlossen, ihn mit Plastic Fischer bis zur Marktreife zu entwickeln. Eine erste Weiterentwicklung scheiterte noch, aber schon bald war mit Trashboom ein Design gefunden, das auch dem Anspruch der Skalierbarkeit und der einfachen Herstellung genügte. An den Einsatzorten der Trashbooms beschaffte Materialien und Open-Source-Baupläne ermöglichen eine schnelle Herstellung. Der gesammelte Kunststoff wird gereinigt, getrocknet und nach nicht wiederverwertbaren und wiederverwertbaren Materialien sortiert. Der nicht wiederverwertbare Müll wird mit Energierückgewinnung verbrannt. Heute sind die Trashbooms weltweit im Einsatz und sammelten bereits etwa 190 Tonnen Kunststoffmüll. 

Als Gewinner des James Dyson Award 2022 auf nationaler Ebene in Deutschland erhält Moritz Schulz ein Preisgeld in Höhe von 5.800 Euro und hat die Chance, mit dem Projekt Trashboom in die internationale Phase des James Dyson Award 2022 einzuziehen. 

„Mit Trashboom hat Moritz Schulz eine einfach einsetzbare und skalierbare Lösung für das Problem der Meeresverschmutzung entwickelt, mit der der Abfall bereits auf den Flüssen abgefangen wird. Der Jury hat besonders gefallen, dass das Projekt ein echtes Problem löst, die Funktionsweise gut durchdacht und erklärt wird, und der Designprozess gut dargestellt ist. Trashboom unterscheidet sich von bereits vorhandenen Lösungsvorschlägen und hat das Potenzial, an noch mehr Orten weltweit eingesetzt zu werden. Es hat damit den Bewertungskriterien des James Dyson Award entsprochen und die gesamte Jury vom Potenzial überzeugt.“

Linda Schmidt, VDID-Präsidentin und Sprecherin der Jury zum Deutschland-Gewinner des James Dyson Award

„Wir haben für die Anwendung des Trashbooms mit Plastic Fischer eines der weltweit ersten Unternehmen gegründet, das Ozeanplastik bereits in den Flüssen stoppt. Unsere schwimmenden Lowtech-Barrieren, die vor Ort gebaut werden, sind eine kostengünstige Lösung, um dieses riesige Problem in großem Maßstab anzugehen. Wir hoffen, dass der Gewinn des James Dyson Award 2022 uns dabei hilft, noch mehr Aufmerksamkeit auf das Problem zu lenken und weitere Kooperationspartner zu finden.“

Moritz Schulz
Der Bau des Trashboom

Drei Erstplatzierte ziehen in internationalen Wettbewerb ein

Die beiden zweitplatzierten Projekte beim James Dyson Award 2022 in Deutschland waren pinn, ein Essbesteck für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, das von Emma Rahe und Eileen Selby, Designstudentinnen von der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd entwickelt wurde, und plant screw von Franziska Dehm und Dominic Hahn, ebenfalls Designstudierende in Schwäbisch Gmünd. Plant screw ist ein ergonomisches Forstwerkzeug, welches Setzlinge ohne Wurzelschäden ausgräbt und die Aufforstung dadurch effektiver macht. 

Die drei erstplatzierten Projekte ziehen nun wie die Finalisten in den anderen 29 Teilnahmeländern in die internationale Phase des James Dyson Award 2022 ein, in der eine Jury aus Ingenieur:innen von Dyson eine Shortlist der besten 20 Projekte auf internationaler Ebene erstellen wird. Anschließend wird Unternehmensgründer James Dyson einen internationalen Gewinner und zwei Zweitplatzierte auswählen. Außerdem kürt James Dyson ein Gewinnerprojekt im Bereich Nachhaltigkeit. Die Finalisten auf internationaler Ebene werden am 12. Oktober 2022 bekannt gegeben, die internationalen Gewinner am 16. November 2022.

Die James Dyson Foundation ist eine von Sir James Dyson gegründete Wohltätigkeitsorganisation für die Ausbildung von Ingenieuren, die durch die Gewinne von Dyson finanziert wird.

Beitragsbilder: Plastic Fischer

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Viktoria Franke

Unsere Chefredakteurin Viktoria begann noch während des Studiums, als Sportjournalistin durch die Welt zu ziehen. Mittlerweile berät sie kleine Einzelkämpfer und große Unternehmen in ihrer Innen- und Außenkommunikation und organisiert weltweit Pressebereiche bei Sportevents. Good News sind bei all dem Trubel genau so wichtig für ihre mentale Gesundheit wie ein Stück Schokolade.

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