Die Ratifikationsurkunde ist in New York hinterlegt

das ist ein GNM+ ArtikelDeutschland macht den Weg frei für mehr Schutz auf Hoher See

von | 6. Oktober, 2026 | GNM+, Politik, Umwelt

Deutschland ratifiziert das UN-Hochseeschutzabkommen und kann damit zukünftig an wichtigen Entscheidungen zum Schutz der Meere mitwirken.

Deutschland ist jetzt offizielle Vertragspartei des UN-Hochseeschutzabkommens. Was das für den Schutz der Hohen See bedeutet.

Überfischung, Verschmutzung und die Klimakrise bedrohen unsere Ozeane zunehmend. Sie sind so stark unter Druck wie nie zuvor. Doch ein großer Teil der Weltmeere liegt außerhalb nationaler Grenzen. Wer dort überhaupt für ihren Schutz verantwortlich ist, war deshalb lange nicht eindeutig geregelt. Das soll sich mit dem UN-Hochseeschutzabkommen ändern. Nun ist Deutschland offiziell dabei: Bundesumweltminister Carsten Schneider hinterlegte am 22. September 2026 die deutsche Ratifizierung bei den Vereinten Nationen in New York.

Damit ist Deutschland Vertragspartei des Abkommens. Es kann nun an den Entscheidungen über dessen Umsetzung mitwirken. Das Abkommen selbst ist bereits seit Januar dieses Jahres international in Kraft.

Warum die Hohe See dringend Schutz braucht

Den Meeren geht es schlechter denn je: Sie befinden sich in einer menschengemachten Krise mit weitreichenden Folgen. Die Ozeane erwärmen sich seit Jahrzehnten stetig. Gleichzeitig nehmen Verschmutzung und Überfischung Ausmaße an, die diesen noch immer kaum erforschten Lebensraum unter Druck setzen. Dabei beherbergen die Ozeane schätzungsweise mehrere Millionen Tierarten.

Doch die Bedeutung der Meere reicht weit über ihre Artenvielfalt hinaus. Sie spielen auch eine zentrale Rolle für das Klima: Sie speichern Wärme und große Mengen CO₂, produzieren Sauerstoff und tragen dazu bei, das globale Klima zu stabilisieren. Wenn ihre Ökosysteme aus dem Gleichgewicht geraten, hat das Folgen weit über die Meere hinaus.

Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt eine Einschätzung von Greenpeace. Nach Angaben der Umweltorganisation sind derzeit gerade einmal rund ein Prozent der Hohen See effektiv geschützt, etwa durch Fischereiverbote. International gilt das Ziel, bis 2030 30 Prozent der Meeresflächen unter Naturschutz zu stellen.

Besonders schwierig ist der Schutz dort, wo keine einzelnen Staaten zuständig sind. Die Hohe See beginnt dort, wo die nationalen Zuständigkeiten enden. Sie umfasst die Meeresgebiete außerhalb der nationalen Hoheitsgewässer und Wirtschaftszonen und damit rund zwei Drittel der Weltmeere. Für diesen riesigen Teil der Ozeane gab es lange nur begrenzte gemeinsame Regeln zum Schutz der biologischen Vielfalt. 

Genau hier setzt das Hochseeschutzabkommen an. Offiziell wird es “Agreement on Marine Biological Diversity of Areas beyond National Jurisdiction” bzw. BBNJ-Agreement genannt. Es schafft erstmals einen internationalen Rahmen, um die biologische Vielfalt jenseits nationaler Grenzen zu schützen. Vorgesehen sind unter anderem internationale Meeresschutzgebiete und Umweltverträglichkeitsprüfungen für bestimmte Aktivitäten auf der Hohen See.

Damit daraus mehr als ein Ziel auf dem Papier wird, fordern Umweltschutzorganisationen schon seit einiger Zeit große und wirksame Meeresschutzgebiete, verbindliche Finanzierungszusagen und eine enge internationale Zusammenarbeit.

Von 15 Jahren Verhandlungen zur internationalen Vereinbarung

Doch bis dieser Schutzrahmen entstehen konnte, war es ein weiter Weg. Mehr als 15 Jahre lang verhandelten die UN-M…

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