Nicht nur Chance, sondern Notwendigkeit

Zuwanderung ist ein Win-Win für die Arbeitswelt

von | 15. Juli, 2026 | #15 – Wir arbeiten dran

Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte wollen arbeiten. Das deutsche Arbeits- und Sozialsystem ist auf zugewanderte Arbeitskräfte angewiesen. Es könnte die Story vom perfekten Match sein. Doch erst müssen noch einige Hürden aus dem Weg geräumt werden. Die Bereitschaft dazu ist da. Ein Überblick, wie Integration in den Arbeitsmarkt gelingen kann, was sich bereits schon tut, was noch nötig und möglich ist – und was Deutschland vom spanischen Integrationsmodell lernen kann.

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“Warum wir hier sind? Das ist bei uns relativ leicht: Wir suchen Fachkräfte. Hier sind junge Menschen, die arbeiten wollen.” Ich stehe am Stand von Frisch & Faust, einem Berliner Tiefbauunternehmen. Das Unternehmen ist eines von insgesamt über 50, die am 22. April 2026 ihren Stand bei der FuTog (kurz für: Future Together) aufgestellt haben, einer Jobmesse, die Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte und Unternehmen zusammenbringen soll. Und diese Antwort auf meine Frage bringt es auf den Punkt: Betriebe haben Bedarf an Arbeitskräften. Viele Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte wollen nichts mehr, als einen Job zu finden. 

Was in der Theorie ein perfektes Match ist, ist in der Praxis jedoch nicht so leicht umzusetzen, auch aufgrund der berühmt-berüchtigten deutschen Bürokratie. Doch während die politischen Entscheidungen in Deutschland aktuell eher wenig positive Signale für Migration und Integration senden, herrscht auf Seiten der Unternehmen und auch in der Mehrheit der Gesellschaft ein deutliches Bewusstsein dafür, welche Chancen Zuwanderung  für den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft bringt.

Arbeitskräfte gesucht – und gefunden?

Kurz vor dem Ende der FuTog, während viele Stände bereits im Abbau sind, gibt es vor dem Stand der Deutschen Bahn noch immer eine Schlange. Vier Mitarbeitende sind in Gespräche auf Deutsch, Englisch und Arabisch verwickelt. Am Laptop werden aktuelle Jobangebote gemeinsam durchgegangen und besprochen, Nachfragen zu konkret geforderten Qualifikationen beantwortet, Kontaktdaten ausgetauscht.

Der Andrang bestehe schon seit Beginn der Messe, berichtet Rebekka Fries, die als Teil des internationalen Recruiting-Teams der Personalgewinnung der Deutschen Bahn selbst in einem internationalen Team tätig ist. Die Bahn sucht querbeet Personal, von Fachkräften zu Quereinsteiger:innen, Auszubildenden und technischen Akademiker:innen. Bereits in den letzten Jahren hätten sie durch die Messe neue Mitarbeiter:innen gewinnen können. “Wenn das nicht erfolgreich gewesen wäre, wären wir nicht wieder hier”, lacht sie, und fügt hinzu: “Hier sind …

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