Best of Juli: Trinkwasser für Millionen indische Haushalte, Gratis-Nahverkehr in Porto

von | 31. Juli, 2026 | Füreinander, Good News Ticker

Von Wasseranschlüssen für mehr als 100 Millionen ländliche Haushalte in Indien bis zum Nutzen von Bibern gegen Hochwasser und Waldbrände: Hier kommt unser Rückblick auf die wichtigsten und spannendsten konstruktiven Nachrichten aus dem vergangenen Monat, zusammengestellt von unserem Partner Squirrel News.

Vorwort zu unserem Monatsrückblick

Sommer, Urlaubszeit, Waldbrände, überforderte Regierungen. Es braucht nicht viel, damit die Hoffnung in den Hintergrund gerät. Grund zur Zuversicht gibt es trotzdem an vielen Stellen. Wir zeigen, was hilft, trotz Hitze und Bränden cool zu bleiben. Mehr lesen…

Quelle: Squirrel News

Indien: Trinkwasser für mehr als 100 Millionen Haushalte in nur sieben Jahren

Bis vor wenigen Jahren hatten nur wenige ländliche Haushalte in Indien Trinkwasser aus dem Hahn. 2019 setzte sich die Regierung das Ziel, sie alle ans Wassernetz anzuschließen. Nun zeigt die Initiative Erfolge. Von den fast 200 Millionen ländlichen Haushalten Indiens haben mehr als 80 Prozent einen Trinkwasseranschluss. Zuvor waren es nur 16,7 Prozent (Artikel auf Englisch).

Quelle: Mint

Mordrate in Argentinien auf historischem Tiefstand

Die argentinische Regierung hat für 2025 3,6 Morde pro 100.000 Einwohner gemeldet. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Argentinien zählt damit zu den Ländern mit der geringsten Gewalt in Lateinamerika und der Karibik. (Artikel auf Englisch)

Quelle: Buenos Aires Times

Porto führt kostenlosen Nahverkehr ein

Die zweitgrößte Stadt Portugals macht die Fahrt mit Bussen, Straßenbahnen und Nahverkehrszügen kostenlos, allerdings nur für Einheimische. Porto ist die erste Stadt Portugals, die diesen Weg geht, und soll damit zum Vorbild für andere portugiesische Städte werden.

Quelle: Euronews

Lebenserwartung in Deutschland steigt auf Rekordhoch

Die Lebenserwartung in Deutschland ist auf neue Höchstwerte gestiegen: für Frauen auf 83,6 Jahre, für Männer auf 79,1 Jahre. In den letzten 150 Jahren sind damit mehr als 40 Lebensjahre hinzugekommen. Zu den Gründen zählen verbesserte Lebensumstände, mehr Wohlstand und medizinischer Fortschritt.

Quelle: Evangelische Zeitung

England plant Belohnungen für Bewegung im Alltag

In England steht Bewegungsmangel in Zusammenhang mit jedem sechsten Todesfall. Der Gesundheitsdienst NHS plant deshalb ein Belohnungssystem mit Rabatten und Gutscheinen für alle, die einen Monat lang täglich 30 Minuten zu Fuß gehen.

Quelle: Deutschlandfunk Nova

Gentherapie lässt Gehörlose hören

Eine neue Gentherapie ermöglicht es Menschen mit einer erblich bedingten Form von Taubheit zu hören. Dabei wird ein fehlerhaftes Gen im Innenohr gezielt korrigiert, sodass die Weiterleitung von Schallsignalen wieder funktioniert.

Quelle: ORF

Die Luftqualität in Europa verbessert sich stetig

Ein neuer EU-Bericht zeigt, dass die Luftqualität in Europa immer besser wird und die Schadstoffe darin immer weiter zurückgehen. Seit 2015 sind die Emissionen von Schwefeloxiden (SOx) und Stickoxiden (NOx) in der EU jedes Jahr um rund drei bis fünf Prozent gesunken.

Quelle: Euronews

Neuer Rekord: Erstmals ein Viertel des EU-Stroms aus Solarenergie

Seit 2021 ist der Anteil der Solarenergie am europäischen Strommix von 10 auf 25 Prozent gewachsen. In Spanien lieferte Solarenergie im Juni erstmals mehr als ein Drittel des Stroms; in Polen war es fast ein Viertel. „Der Aufstieg der Solarenergie ist geradezu rasant und übertrifft eine Prognose nach der anderen“, erklärt ein Experte.

Quelle: Euronews

Zahl der Störche in Deutschland erreicht neues Rekordhoch

In den 1980er-Jahren war der Weißstorch aus vielen Regionen Deutschlands komplett verschwunden. Doch in den letzten zwei Jahrzehnten ist die Zahl der Tiere stark angestiegen. Bundesweit geht der NABU nun von 15.000 brütenden Storchenpaaren aus – so viele wie noch nie seit Beginn der Messungen im Jahr 1934.

Quelle: Tagesschau

4,6 Millionen Saiga-Antilopen: Population fast verzwanzigfacht

Anfang der 2000er Jahre gab es in Kasachstan aufgrund von Wilderei, Krankheiten und Lebensraumverlust nur noch weniger als 25.000 Saiga-Antilopen. Seitdem hat sich die bedrohte Population fast verzwanzigfacht. Gründe für die Erholung sind unter anderem größere Schutzgebiete und stärkere Maßnahmen gegen Wilderei. (Artikel auf Englisch).

Quelle: Astana Times

"Red Farmer": Diese Landwirte helfen, Brände zu löschen

Manche Landwirte haben größere Wassertanks als die Feuerwehr. Doch im Ernstfall kann es mühsam sein, sie zu finden. Die App „Red Farmer“ hat deshalb eine Datenbank mit Landwirten erstellt, die bereit sind, beim Löschen von Bränden zu helfen. In mehreren Bundesländern ist sie bereits aktiv.

Quelle: NDR

Waldbrände: Höchste Zeit für Prävention

Der Umgang mit Waldbränden in Europa sei meist reaktiv, erklärt Feuerökologe Alexander Held, ein Wandel hin zu mehr Prävention überfällig: „Über Jahrzehnte haben wir ignoriert, was Wissenschaft und Forschung betont haben.“ Notwendig seien Maßnahmen, die Biomasse reduzieren und die Feuchtigkeit erhöhen: etwa neue Mischwälder, kontrollierte Brände oder Agroforstwirtschaft.

Quelle: Deutschlandfunk

Wie Biber vor Bränden schützen

Hitzewellen und Dürren lassen Böden zusätzlich austrocknen. Dadurch sind Brände noch schwerer zu löschen. Doch Biber können dazu beitragen, Brände einzudämmen, indem sie kleine Bäche in ausgedehnte Feuchtgebiete verwandeln. In einer US-Studie schnitten Gebiete mit Bibern bei Bränden dreimal besser ab als Gebiete ohne Biber.

Quelle: Euronews

Künstliche Biberdämme sollen Hochwasser umleiten

An der Leuk bei Saarburg sollen künstliche Biberdämme künftig vor Hochwasser schützen. Dabei werden alte Baumstämme und Wurzelstöcke bis zu sechs Meter tief im Flussbett verankert, so dass sie Strömungen umlenken und Flüssen helfen, mehr Wasser zurückzuhalten.

Quelle: SWR

Wie Plastikflaschen Delfine retten können

Immer wieder sterben Delfine in Fischernetzen, weil sie diese nicht orten können. Ein emeritierter Meeresbiologe hat nun herausgefunden, dass an Netzen befestigte Plastikflaschen den Beifang von Delfinen um 88 Prozent senken, da Flaschen leichter zu orten sind.

Quelle: Focus

Luftblasen gegen Meeresplastik: Weltweiter Einsatz geplant

Das niederländische Start-up „The Great Bubble Barrier“ hat ein System entwickelt, um Plastikmüll in Flüssen durch Luftblasen davon abzuhalten, ins Meer zu gelangen. In den Niederlanden und Portugal ist es bereits im Einsatz. Künftig soll es auch in Asien helfen, die Meere sauber zu halten.

Quelle: Euronews

Wie Sauberkeit und Stadtgrün Kriminalität verringern können

Weniger Waffenangriffe, weniger Einbrüche – und das ohne mehr Polizei oder teure Bauprojekte: In Philadelphia sank die Schusswaffengewalt rund um begrünte Brachflächen um 29 Prozent. Der Weg dorthin war erstaunlich einfach: Müll entfernen, Gras säen, Bäume pflanzen. In anderen Städten lässt sich Ähnliches beobachten.

Quelle: Squirrel News

Lüneburg: Nächtlicher Sport statt Randale

In den 90er Jahren randalierten Jugendliche in Lüneburg nachts teilweise schwer. Ein Grund dafür war offenbar, dass ihnen Beschäftigungen fehlten. Mittlerweile können sie dreimal pro Woche zwischen 22 und 24 Uhr eine Sporthalle frei nutzen. Die Reaktionen sind durchweg positiv. An manchen Tagen kommen bis zu 120 Jugendliche.

Quelle: NDR

Münster: Die erste Uni-Fakultät für islamische Theologie in Europa

Die Universität Münster hat als erste staatliche Hochschule in Europa eine Islamisch-Theologische Fakultät gegründet. Das Interesse daran ist groß, selbst auf anderen Kontinenten wie Afrika und Asien. „Die Leute haben Sehnsucht nach einem weltoffenen Islam“, erklärt Gründungsdekan Mouhanad Khorchide.

Quelle: Deutsche Welle

Wie ein Familienrathaus Bürokratie verringert und junge Eltern entlastet

Junge Familien müssen viele Anträge ausfüllen und verbringen dabei Stunden und Tage im Austausch mit Ämtern. Das Familienrathaus in Hamm nimmt ihnen Arbeit ab, indem es verschiedene Leistungen bündelt: von der Geburtsurkunde bis zum Elterngeld. Und manchmal kommt das Rathaus sogar direkt zu den Familien.

Quelle: Tagesschau

Münchens "außergewöhnlichste Kita" ist fertig

2022 hat Francis Kéré den „Nobelpreis der Architektur“ erhalten. Nun ist sein erstes dauerhaftes Gebäude in Europa fertig. Die fünfstöckige Kita ist größtenteils aus Holz, hat Rutschen, die von einer Etage zur anderen führen, und bleibt im Sommer durch natürliche Belüftung kühl. Zudem wachsen auf der Dachterrasse Tomaten.

Quelle: BR

Rom: Kostenlose Kinobesuche gegen die Hitze

Im Süden Europa schlägt die Hitze noch härter zu als bei uns. Italiens Hauptstadt Rom bietet deshalb in elf klimatisierten Kinos kostenlose Filmvorführungen an. Das Programm erweitert das bestehende Netzwerk an Kühl-Oasen in der Stadt und ist benannt nach einem US-Filmklassiker von 1983: „The Big Chill“.

Quelle: Deutschlandfunk Kultur

Wie Baumkronenbrücken die Tierwelt des Amazonas schützen

Acht Hängebrücken im brasilianischen Alta Floresta ermöglichen es bedrohten Tierarten, Autobahnen im Regenwald sicher zu überqueren. Bei den 15.000 Überquerungen im Testzeitraum wurde kein einziges Tier überfahren. Nun soll das kostengünstige Modell auf andere Regionen ausgeweitet werden. (Artikel auf Englisch)

Quelle: Mongabay

Forscher bringen Vögeln vergessene Flugrouten bei

Mehr als die Hälfte der heimischen Vogelarten ist in den vergangenen 50 Jahren aus der Bodensee-Region verschwunden. Nun fliegen Vogelkundler Waldrappe mit Ultraleichtflugzeugen voraus, um ihnen neues Zugverhalten beizubringen und ihnen so die Rückkehr nach Mitteleuropa zu ermöglichen. Dort waren sie jahrhundertelang verschwunden.

Quelle: SRF

Indonesien: Kostenloses Schulessen bei tropischer Hitze

Indonesien ist der größte Inselstaat der Welt und erstreckt sich über 5000 Kilometer. Anfang 2025 führte das Land kostenlose Mahlzeiten an allen Schulen ein. Doch das Frischhalten der Speisen bei tropischen Temperaturen bleibt eine Herausforderung. Zwei Schülerinnen haben nun einen Sensor entwickelt, der erkennt, ob Gerichte noch genießbar sind.

Quelle: ARD

Traditioneller Kampfsport fördert Frieden und Versöhnung in Indien

Zwei Volksgruppen im indischen Bundesstaat Assam waren Jahrzehnte lang verfeindet. Dabei kam es zu massiven, teils bürgerkriegsähnlichen Gewaltausbrüchen. Mittlerweile kommen Kinder beider Gruppen bei einem traditionellen Kampfsport zusammen und knüpfen neue Freundschaften, die sich auch in Krisenzeiten auszahlen.

Quelle: Deutsche Welle

Foto: Abhijeet Gaikwad / Unsplash (CC0)

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