Warum kaufen, wenn man teilen kann? Toolbox24 macht Werkzeuge rund um die Uhr zugänglich und zeigt, wie gemeinschaftliche Nutzung Überkonsum reduzieren kann.
Ob beim Umzug, bei einer dringenden Reparatur oder einem spontanen DIY-Projekt: Manche Werkzeuge braucht man genau dann, wenn sie gerade nicht zur Hand sind – und danach oft monatelang nicht mehr. Teppichreiniger, Stichsäge oder Schlagbohrer werden deshalb häufig für einzelne Vorhaben gekauft und verschwinden anschließend im Keller oder Abstellraum.
Wibke Giese will das mit Toolbox24 ändern. Mit dem Unternehmen hat sie Österreichs ersten vollautomatisierten 24/7-Werkzeugverleih aufgebaut und ein digitales Nutzungskonzept etabliert. Hochwertige Geräte sollen so jederzeit zugänglich sein, ohne dass jede Person sie selbst besitzen muss.
Das Motto: “Zugang statt Besitz, Effizienz statt Überkonsum.”
Mein, Dein – das sind doch bürgerliche Kategorien?
Hinter dem Konzept steht die Frage, welchen Wert Besitz tatsächlich hat, wenn ein Gegenstand nur selten gebraucht wird. Ein Werkzeug muss nicht dauerhaft einer einzelnen Person gehören, um für sie verfügbar zu sein.
Damit trifft das Konzept auf einen Wandel im Umgang mit Konsum. Besitz wird zunehmend hinterfragt, während die Möglichkeit, Dinge bei Bedarf nutzen zu können, an Bedeutung gewinnt. Das Sharing-Prinzip setzt genau dort an. Es macht aus einem einzelnen Gegenstand eine Ressource, die mehreren Menschen zur Verfügung stehen kann. Zudem leistet es einen Beitrag zu einem bewussteren Umgang mit Ressourcen. Wenn Produkte intensiver genutzt werden, müssen weniger davon produziert werden. Dadurch lassen sich Ressourcen, Energie und CO₂ einsparen.
Teilen als bewährtes Konzept
Neu ist der Gedanke des Teilens keineswegs. Anthropologische Forschungen beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit der Rolle des Teilens in menschlichen Gesellschaften. Sharing wird als eine besonders grundlegende Form menschlichen und wirtschaftlichen Handelns beschrieben. Beim Teilen geht es nicht zwingend darum, eine gleichwertige Gegenleistung zu erhalten, sondern darum, anderen Zugang zu etwas Wertvollem zu ermöglichen.
Gerade in kleineren, gemeinschaftlich organisierten Gesellschaften spielte das Teilen von Ressourcen eine wichtige Rolle. Forschungen zu Jäger-und-Sammler-Gesellschaften zeigen etwa, dass das Teilen von Nahrung und anderen Gütern nicht nur der Verteilung von Ressourcen diente. Es konnte auch soziale Beziehungen stärken, Sicherheit schaffen und dazu beitragen, Risiken innerhalb einer Gemeinschaft abzufedern. Teilen war damit nicht lediglich eine nette Geste, sondern konnte eine wichtige Funktion für das Zusammenleben erfüllen.
Teilen neu gedacht
Auch neuere Untersuchungen betrachten Teilen nicht als rein modernes Phänomen der sogenannten Sharing Economy. Praktiken wie das Teilen von Wohnraum, Autos, Haushaltsgeräten oder Werkzeugen finden sich in unterschiedlichen gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhängen. Bei gemeinsam genutzten Gegenständen liegt ein besonderer Vorteil darin, dass ein Produkt von mehreren Menschen verwendet werden kann und dadurch seine Nutzung über den gesamten Lebenszyklus hinweg steigt.
Was sich verändert hat, sind vor allem die Möglichkeiten, mit denen sich solche Formen der gemeinsamen Nutzung organisieren lassen. Digitale Technologien können das Prinzip des Teilens in einen modernen urbanen Alltag übertragen – und damit aus einem jahrtausendealten sozialen Prinzip ein zeitgemäßes Nutzungskonzept machen.
Durch die digitale und automatisierte Infrastruktur von Toolbox24 ist der Zugang niedrigschwellig. Was früher zeitgebunden und mit mehr Aufwand verbunden war, lässt sich so unkompliziert in den Alltag integrieren.
Für Giese liegt genau darin die Stärke der Digitalisierung: Sie schafft die Voraussetzungen dafür, gemeinschaftliche Nutzung einfach und flexibel zu organisieren. Plattformbasierte Modelle, automatisierte Systeme und lokale Infrastruktur können zusammenspielen und so neue Formen des Teilens ermöglichen.
Komfort ist der Schlüssel
Damit sich solche Alternativen im Alltag tatsächlich durchsetzen, reicht Nachhaltigkeit allein jedoch nicht aus. Für Giese müssen nachhaltige Lösungen gleichzeitig bequem und leistbar sein. Genau hier setzt das digitale Konzept von Toolbox24 an: Geteilte Werkzeuge sollen nicht nur eine ressourcenschonendere Alternative zum Kauf darstellen, sondern zugleich einfach zugänglich und flexibel nutzbar sein.
Denn nur wenn eine nachhaltige Lösung mindestens genauso einfach ist wie die Alternative, kann sie sich langfristig im Alltag etablieren.
Bildbeiträge: Wibke Gieser
