Zohran Mamdani ist mit einem ambitionierten Programm ins Amt des New Yorker Bürgermeisters gestartet: Er möchte New York bezahlbarer, gerechter und lebenswerter machen. Wie fällt die Bilanz nach einem halben Jahr aus?
Mit 34 Jahren hat Zohran Mamdani Geschichte geschrieben: Er ist der jüngste Bürgermeister New Yorks seit rund einem Jahrhundert und der erste Muslim an der Spitze der größten Stadt der USA. Anders als in Deutschland verfügen Bürgermeister in den USA über weitreichende Befugnisse. Ihnen sind unter anderem die Schulbehörde und die Polizei unterstellt, wodurch sie die Entwicklung der Stadt noch stärker prägen können.
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Mamdani wurde durch seine digitale Wahlkampf-Kampagne, virale Social-Media-Videos und seine vielen freiwilligen Helfer:innen weit über New York hinaus bekannt. Aber kann er dem Hype und den Hoffnungen seiner Unterstützer:innen gerecht werden? Nach den ersten 100 Tagen im Amt fällt die Bilanz überwiegend positiv aus: Rund 60 Prozent der New Yorker:innen bewerten seine Arbeit als positiv, damit erzielt er bessere Werte als etwa sein Vorgänger Eric Adams.
Mit Forderungen nach bezahlbarem Wohnraum, besserer Kinderbetreuung, niedrigeren Lebenshaltungskosten, moderner Infrastruktur, mehr Sicherheit und sozialer Teilhabe setzte Mamdani Themen auf seine Agenda, die viele New Yorker:innen täglich beschäftigen. Bei einigen Wahlversprechen konnten der Bürgermeister und sein Team bereits erste Fortschritte erzielen.
Wohnen
Bezahlbares Wohnen gehört zu den wichtigsten Themen auf Mamdanis politischer Agenda – denn New York zählt zu den Städten mit den höchsten Wohnkosten weltweit. Um dieses Versprechen umzusetzen, kündigte der Bürgermeister am amerikanischen „Tax Day“ eine Steuer auf Zweitwohnsitze im Wert von mehr als fünf Millionen Dollar an. Dadurch sollen rund 500 Millionen Dollar pro Jahr zusätzlich in die Stadtkasse fließen.
Außerdem beschloss Mamdani einen Mietstopp für städtisch regulierte Wohnungen in New York, die als rent controlled oder rent stabilized eingestuft sind. Während rent controlled nur noch wenige ältere Wohnungen mit sehr niedrigen und regulierten Mieten umfasst, ist rent stabilized deutlich verbreiteter und gewährt Mieter:innen ein Recht auf Vertragsverlängerung sowie gesetzlich begrenzte Mieterhöhungen. Nach Mamdanis Vorgaben dürfen Vermieter:innen ab Oktober 2026 bei Vertragsverlängerungen die Miete nicht erhöhen.
Bereits an seinem ersten Amtstag aktivierte Mamdani die unter seinem Vorgänger abgeschaffte Behörde Mayor’s Office to Protect Tenants wieder. Mit der Ernennung der Mietrechtsaktivistin Cea Weaver zu dessen Leiterin machte er deutlich, dass die Interessen der Mieter:innen künftig stärker vertreten werden sollen.
Begleitet wird dieser Kurs von weiteren Maßnah…


Sechs Monate Mamdani

