Ein Pilotprojekt in Pankow bringt Verwaltung und soziale Einrichtungen zusammen und unterstützt Wohnungslose direkt vor Ort bei der Anmeldung und bei der Stimmabgabe.
Eine eigene Wohnung braucht es nicht, um in Berlin mitzubestimmen. Auch Menschen ohne festen Wohnsitz dürfen bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September ihre Stimme abgeben. Doch das Wählen ist für viele Menschen ohne festen Wohnsitz mit Hürden verbunden.
Im Rahmen eines Pilotprojekts im Bezirk Pankow helfen Mitarbeitende des Bezirks, der Diakonie, der Immanuel-Beratung und der Landesarmutskonferenz wohnungslosen Menschen direkt in einer Tagesstätte der Diakonie. Da Menschen ohne festen Wohnsitz nicht automatisch im Wählerverzeichnis stehen, müssen sie sich für die Wahl anmelden. Dabei bekommen sie vor Ort Unterstützung.
Verwaltung und Sozialarbeit arbeiten zusammen
Wer möchte, kann anschließend sogar direkt per Briefwahl abstimmen. Für die Diakonie ist das Projekt ein wichtiger Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe. Es zeigt, wie Verwaltung und soziale Einrichtungen gemeinsam Hürden abbauen können. Das Wahlamt sorgt für ein rechtssicheres Verfahren, während die Sozialarbeit den direkten Zugang zu den Menschen ermöglicht.
Gerade für Menschen ohne festen Wohnsitz kann dieser persönliche Kontakt entscheidend sein. Denn viele wissen laut Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe gar nicht, dass sie wählen dürfen oder welche Schritte dafür nötig sind.
Eine Stimme, die zählt
Grundsätzlich gelten für Menschen ohne festen Wohnsitz dieselben Voraussetzungen wie für andere Wahlberechtigte. Sie müssen Deutsche und mindestens 16 Jahre alt sein und seit mindestens drei Monaten in Berlin leben.
Das Projekt macht deutlich: Demokratie soll nicht davon abhängen, ob jemand eine feste Adresse hat. Mit praktischer Unterstützung kann politische Teilhabe für mehr Menschen erreichbar werden.
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