Vertrauensfonds in Essen

500.000 Euro Förderung für migrantische Initiativen

von | 3. September, 2026 | Allgemein, Füreinander

500.000 Euro Förderung für migrantische Initiativen

Das Unperfekthaus in Essen startet den Vertrauensfonds „Zusammenleben“. Gefördert werden Projekte, die Menschen zusammenbringen und das gesellschaftliche Miteinander stärken – bewusst mit wenig Bürokratie und viel Vertrauen.

Das Unperfekthaus in Essen ist ein Ort, an dem kreative Menschen zusammenkommen, Ideen austauschen und gemeinsam Projekte umsetzen. Das Haus bietet Raum zum Arbeiten, Lernen und Vernetzen – offen für alle, die etwas gestalten möchten.

Nun startet das Unperfekthaus den Vertrauensfonds „Zusammenleben“ und fördert migrantisches Engagement mit 500.000 Euro. Stifter ist der Inhaber und Gründer des Unperfekthauses Reinhard Wiesemann.

Das Unperfekthaus in Essen
Das Unperfekthaus in Essen

Förderung statt Hürden

Der Fonds richtet sich an Menschen mit Migrationsgeschichte, die eigene Projekte aufbauen wollen und keine große Organisation im Rücken haben. Hinter dem Vertrauensfonds steht die Überzeugung, dass gesellschaftliche Teilhabe oft ungleich verteilt ist. Wer “neu” in Deutschland ist oder schlechtere Startbedingungen hat, müsse sich in bestehenden Strukturen häufig erst mühsam behaupten. Das soll der Vertrauensfond ändern. Das Essener Unperfekthaus beschreibt den Fonds als bewusstes „Vertrauenssignal“ an migrantische Communities. Statt Kontrolle und Bürokratie soll Vertrauen im Mittelpunkt stehen.

Gefördert werden unter anderem Bildungsprojekte, Jugendinitiativen, kulturelle Austauschprogramme, Begegnungsorte oder Projekte zur Demokratieförderung. Wichtig ist vor allem, dass die Ideen Menschen zusammenbringen und das respektvolle Zusammenleben stärken.

Vertrauen statt Bürokratie

Über die Vergabe des Geldes entscheidet eine unabhängige Jury, die fast ausschließlich aus Menschen mit eigener Migrationsgeschichte besteht. Damit sollen diejenigen mitentscheiden, die die Herausforderungen migrantischer Communities aus eigener Erfahrung kennen. In der Jury sitzen Menschen aus unterschiedlichen Communities, Generationen und Berufsfeldern – darunter Vertreter:innen von Bildungsinitiativen, Integrationsvereinen, Frauenprojekten und Stiftungen. Ziel ist es, möglichst viele Perspektiven einzubeziehen und Macht nicht bei wenigen Personen zu bündeln.

Auch kleine Initiativen können Geld bekommen

Für die Förderung braucht es nicht zwingend einen eingetragenen Verein oder eine anerkannte Gemeinnützigkeit. Auch kleinere Gruppen, lose Initiativen oder Privatpersonen können Anträge stellen. Gerade Menschen, die sich erstmals engagieren wollen, sollen dadurch eine Chance bekommen. Für nicht gemeinnützige Projekte liegt die maximale Fördersumme bei 20.000 Euro. Insgesamt kann die Jury aber frei entscheiden, wie viel Geld einzelne Projekte erhalten und wie lange sie unterstützt werden. Die Projekte müssen in Essen stattfinden oder dort einen konkreten gesellschaftlichen Mehrwert schaffen. 

Der Fonds setzt damit auf einen Ansatz, der in Deutschland bislang selten ist: Menschen sollen nicht nur integriert werden, sondern selbst gestalten können. 

Bilder: https://www.uph.de/presseinformationen

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