Ein Rekord, der Hoffnung macht

das ist ein GNM+ ArtikelWaldbrände im Amazonas auf historischem Tiefstand

von | 7. August, 2026 | GNM+, Klima

Fluss im Amazonas-Regenwald, umgeben von dichtem Grün.

So wenig Waldbrände wie seit Beginn der Messungen: Was hinter dieser Entwicklung steckt.

Noch 2024 gingen Bilder brennender Wälder im Amazonas um die Welt. Eine außergewöhnlich starke Dürre ließ Feuer außer Kontrolle geraten. Rund 15,6 Millionen Hektar verbrannten. Nur ein Jahr später zeigt sich ein völlig anderes Bild. Nach Angaben des brasilianischen Überwachungsnetzwerks MapBiomas verbrannten 2025 im brasilianischen Amazonas nur noch 3,1 Millionen Hektar Wald – so wenig wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1985. Gegenüber 2024 ging die verbrannte Fläche damit um ganze 80 Prozent zurück.

Besonders bemerkenswert ist diese Entwicklung mit Blick auf die vergangenen Jahre. Zuvor hatten außergewöhnliche Trockenheit und hohe Temperaturen die Feuer im Amazonas immer weiter angefacht. Umso überraschender ist, dass sich der Trend innerhalb eines Jahres so deutlich umkehren konnte.

Der Blick aus dem All 

Was für das menschliche Auge nicht zu überblicken ist, lässt sich aus dem All erstaunlich genau verfolgen. Aus Hunderten Kilometern Höhe dokumentieren Satelliten, wo der dichte Regenwald brennt und wo Feuer dunkle Spuren im Blätterdach hinterlassen.

Für den aktuellen Bericht wertete MapBiomas Aufnahmen der Landsat-Satelliten aus. Diese erfassen die Erdoberfläche mit einer Auflösung, die klein genug ist, um selbst einzelne Brandnarben sichtbar zu machen. Mithilfe von Deep-Learning-Algorithmen werden die Aufnahmen dann ausgewertet und mit Daten aus den vergangenen Jahrzehnten verglichen. So entsteht ein Datensatz, der die Entwicklung verbrannter Flächen seit 1985 nach derselben Methode dokumentiert.

Anders als viele Feuerstatistiken zählt MapBiomas nicht einzelne Brandherde, sondern kartiert die tatsächlich verbrannte Fläche. Entscheidend sind dabei die sogenannten Brandnarben – Flächen, deren Vegetation durch Feuer sichtbar verändert wurde. Auf diese Weise lassen sich auch Brände erfassen, die längst gelöscht sind. 

Gerade weil MapBiomas dieselbe Methode seit 1985 nutzt, wird sichtbar, ob außergewöhnliche Jahre tatsächlich Ausnahmen bleiben oder Teil eines langfristigen Trends sind. Der historische Tiefstand von 2025 sticht selbst in dieser über 40 Jahre umfassenden Zeitreihe deutlich hervor.

Warum sich das Blatt gewendet hat

Der historische Rückgang lässt sich nicht auf einen einzelnen Auslöser zurückführen. Vielmehr kamen mehrere Entwicklungen zusammen.

Nach der außergewöhnlichen Dürre 2024 fiel im Amazonasgebiet wieder deutlich mehr Regen. Dadurch blieb die Vegetation feuchter und Feuer konnten sich wesentlich schlechter ausbreiten. Gleichzeitig ging auch die Entwaldung weiter zurück. Das ist entscheidend, denn viele Brände entstehen nicht von selbst: Häufig werden sie absichtlich gelegt, um zuvor gerodete Flächen für Landwirtschaft oder Weideland nutzbar zu machen. Weniger Entwaldung bedeutet deshalb meist auch weniger Feuer. 

Hinzu kamen strengere Kontrollen gegen Umweltkriminalität. Die brasilianische Regierung verstärkte in den vergangenen Jahren unter anderem das Vorgehen gegen illegale Goldminen, die häufig mit Rodungen und Brän…

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