Vier junge Männer mit Downsyndrom sind in Argentinien erfolgreich selbstständig geworden.

das ist ein GNM+ ArtikelEine Pizzeria trotzt den Vorurteilen über Downsyndrom

von | 15. Juli, 2026 | #15 – Wir arbeiten dran, GNM+, Wirtschaft

Pizza

Vier junge Männer aus Argentinien gründen aus Bewerberfrust eine Catering-Pizzeria, sind nun schon seit 10 Jahren erfolgreich und eine Inspiration für Menschen auf der ganzen Welt – denn alle vier haben Trisomie 21. Dass das kein Grund für Arbeitslosigkeit sein sollte, zeigen sie und immer mehr Inklusionsbetriebe um den Globus.

GoodFood Story

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Mateo Kawaguchi, wohnhaft in Buenos Aires, Argentinien, teilte seinen Frust über seine Arbeitslosigkeit. Denn genauso ging es auch seinen drei Freunden, Leandro López Padros, Mauricio Roldán und Franco Noseda. Keinen Job zu finden kennen viele Menschen, doch selten ist so klar, was der Grund für all die Absagen ist: keine mangelnde Berufserfahrung, keine zu geringe Ausbildung, keine schludrige Bewerbung, sondern dass sie Trisomie 21 haben. Doch neben den Problemen bei der Arbeitssuche teilten die Freunde noch etwas: die Leidenschaft für italienisches Essen, für richtig gute Pizza.

Und so haben sie sich selbstständig gemacht und Los Perejiles Eventos gegründet: ein Catering-Service für traditionelles italienisches Essen. Mit ihrem aufsehenerregenden Namen hinterfragen sie auch Vorurteile: “Perejiles” steht übersetzt nicht nur für Petersilie, sondern umgangssprachlich auch für Trottel, oder Leute, die unterschätzt werden. Neben Pizza und kleinen Pizza-Körben gibt es auch Bruschetta und glutenfreie Optionen sowie argentinische Empanadas. Sie catern bei verschiedenen Events, von Hochzeiten und Geburtstagsfeiern zu Firmenveranstaltungen. Zu ihren sogenannten “Pizza-Partys” bringen sie ihren mobilen Pizza-Ofen mit und hinterlassen mit ihrer exzellenten Pizza und dem herzenswarmen Service begeisterte Gäste.⁵ 

Aller Anfang ist schwer

Nach der Schule wollte Mateo Kawaguchi nicht Zuhause bleiben. Fast 97% der Menschen mit Downsyndrom erleben dieses Schicksal in Argentinien. Die restlichen 3% zeigen, dass es auch anders gehen könnte und muss: Laut der 2023 durchgeführten Umfrage der argentinischen Nationalen Agentur für Menschen mit Behinderung (Agencia Nacional de Discapacidad) sind von den 810 erwerbstätigen Personen mit Downsyndrom 70 % angestellt, 10% sogenannte mithelfende Angehörige, 11,6% selbstständig, 0,5% in anderen Arbeitsverhältnissen – und 7,9% sind Arbeitgebende mit unterstellten Angestellten.

Die Vereinigung für das Downsyndrom der Argentinischen Republik (ASDRA) hat es so zusammengefasst: Diskriminierungen, Vorurteile und mangelnde Informationen seien die Gründe der Arbeitslosigkeit von Menschen mit Downsyndrom in Argentinien.

Mateo Kawaguchi und seine Freunde haben trotzdem einen Weg gefunden, diese Barrieren zu üb…

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