Die Zahl arbeitender Kinder ist auf den Philippinen laut Behörden um 38,5 Prozent gesunken – ein Hoffnungsschimmer im Kampf gegen Kinderarbeit.
Kinder, die auf Müllhalden Abfälle sortieren. Minderjährige, die auf Plantagen schwere Ernten einfahren oder in gefährlichen Gebieten nach Gold suchen. Für Millionen Kinder weltweit gehört das noch immer zum Alltag.
Auf den Philippinen gibt es jetzt allerdings eine Entwicklung, die Hoffnung macht: Die Zahl der Kinderarbeiter:innen ist dort innerhalb von zwei Jahren deutlich gesunken.
Nach Angaben des philippinischen Arbeitsministeriums ging die Zahl arbeitender Kinder zwischen 2022 und 2024 um 38,5 Prozent zurück. Das entspricht rund 319.000 Kindern, die nicht mehr arbeiten müssen.
Die Zahlen wurden unter anderem von den SOS-Kinderdörfern veröffentlicht und gelten als positives Signal in einem Bereich, in dem Fortschritte oft nur langsam sichtbar werden.
Kinderarbeit bedeutet oft Gefahr statt Kindheit
Kinderarbeit bedeutet selten nur ein paar Stunden Mithilfe im Alltag. Viele Kinder verrichten körperlich schwere oder gefährliche Arbeiten – etwa in der Landwirtschaft, im Bergbau oder auf Deponien.
Damit verbunden sind Gesundheitsrisiken, psychische Belastungen und häufig auch fehlende Bildungschancen. Laut SOS-Kinderdörfern besucht fast ein Drittel der arbeitenden Kinder keine Schule.
Besonders problematisch ist dabei der Zusammenhang mit Armut. Familien ohne ausreichendes Einkommen sind oft darauf angewiesen, dass Kinder mitarbeiten. Kinderarbeit wird dadurch Teil eines Kreislaufs: Wer früh arbeitet statt zur Schule zu gehen, hat später häufig schlechtere Chancen auf stabile Einkommen.
Weltweit arbeiten nach Schätzungen noch immer rund 138 Millionen Kinder. Besonders betroffen sind Regionen in Afrika und Asien.
Warum sich die Situation offenbar verbessert hat
Die philippinische Regierung hat in den vergangenen Jahren verschiedene Programme gegen Kinderarbeit gestartet. Familien in extremer Armut wurden finanziell unterstützt, gleichzeitig wurden Bildungs- und Hilfsangebote ausgebaut.
Eine wichtige Rolle spielt offenbar auch die Initiative „Shield Against Child Labor“. Sie soll Kinder aus Arbeitsverhältnissen holen und ihnen Zugang zu Bildung sowie psychosozialer Betreuung ermöglichen.
Hinzu kommen strengere Kontrollen durch Behörden und Arbeitsinspektoren. Dadurch werden illegale Arbeitsverhältnisse häufiger entdeckt.
Expert:innen sehen darin einen wichtigen Punkt: Kinderarbeit verschwindet selten durch einzelne Maßnahmen allein. Erst wenn soziale Absicherung, Bildung un…
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