Lemu ist kaum größer als ein Schuhkarton, seine Aufgabe aber groß: Der Satellit soll helfen, den Zustand der Natur präziser zu erfassen. Dafür sammelt er Daten über Ökosysteme und macht sichtbar, wo Landschaften degradieren.
Der Entrepreneur Leo Prieto berichtet von einem entscheidenden Moment beim gemeinsamen Frühstück mit seiner Frau: Ihm wurde bewusst, dass weltweit kein einziger Satellit existierte, der sich dezidiert dem Monitoring der Natur widmete. Er beschloss, diese Vision selbst in die Realität umzusetzen. Als Autodidakt begann er zu erforschen, wie Datentechnologie den Erhalt verschiedener Ökosysteme maßgeblich unterstützen kann. Das Resultat seiner Ambitionen ist ein Kleinsatellit von der Größe eines Schuhkartons, der bereits im Orbit kreist, um den Zustand unseres Planeten zu analysieren und präzise Diagnosen über die Degradierung verschiedener Gebiete zu erstellen.
Lemu Nge – kurz Lemu – ist der weltweit erste Satellit, der explizit für diese Mission konstruiert und gestartet wurde. Bemerkenswert ist dabei der zivilgesellschaftliche Ursprung: Prieto agiert unabhängig von Umweltorganisationen, staatlichen Institutionen oder Regierungen. Es handelt sich um eine Eigeninitiative, die in Chile über ein Startup realisiert wurde. Dieser Ansatz verleiht dem Projekt einen revolutionären Charakter mit globaler Tragweite, da der Nutzen weit über den menschlichen Horizont hinausreicht und Flora und Fauna miteinbezieht. Die erhobenen Daten und Analysen dienen jedoch nicht nur dem Naturschutz; Prieto strebt eine „Technologie mit Sinn“ an, die durch fundierte Dateninterpretation auch eine bewusste und nachhaltige Ressourcennutzung ermöglicht.
Bilder: Lemu Nge
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