Eine starke Zivilgesellschaft gestalten

Der deutsche Stiftungstag: “Aus Freiheit handeln”

von | 8. Juli, 2026 | Allgemein

Beim Deutschen Stiftungstag 2026 kamen über 2250 Menschen unter dem Motto “Aus Freiheit Handeln” zusammen.

„Aus Freiheit handeln“

In Deutschland gibt es über 27.000 Stiftungen bürgerlichen Rechts. Diese Rechtsform sorgt dafür, dass das Stammkapital der Stiftungen auf Dauer für die jeweiligen gemeinnützigen Zwecke der einzelnen Stiftungen eingesetzt wird.

Unter dem Bundesverband Deutscher Stiftungen kommen über 4.300 Mitglieder zusammen, die ihren Einsatz für die Gesellschaft so bündeln. Einmal im Jahr findet der Deutsche Stiftungstag statt. Dieses Jahr in Hamburg, welche als “Stiftungshauptstadt“ gilt, da es dort die meisten Stiftungen in einem Bundesland gibt. 

Wir vom Good News Magazin waren dieses Jahr das erste Mal als Pressevertreter vor Ort und haben uns für euch angesehen, was diese wichtigen Akteur:innen der Zivilgesellschaft alles möglich machen. 

Zum Auftakt durften wir in einem Hintergrundgespräch mit der Generalsekretärin vom Bundesverband Deutscher Stiftungen, Friederike von Bünau, über den Hintergrund des Stiftungstages und die aktuelle Lage der Stiftungen in Deutschland sprechen. “80% der Stiftungen werden ehrenamtlich geführt” und “es braucht vor allem die Sichtbarkeit der vielfältigen und guten Geschichten aus den Stiftungen in der Öffentlichkeit”. 

Kommentar: Dieser “Aufforderung” kommen wir aus dem Good News Magazin natürlich gerne nach.

Freiheit

Unter diesem Motto gab es mehr als 100 Sessions zu verschiedenen Themen. Auf der großen Bühne kam z.B. der Entertainer Hape Kerkeling in einem Gespräch zu Demokratie zu Wort und konnte mit seinem inneren Feuer und einer Prise Humor das Publikum begeistern. Er sprach über die Verantwortung, die wir als Gesellschaft für Demokratie tragen. “Wir müssen genauso vehement für die Demokratie eintreten, wie jene es tun, die sie bekämpfen.” 

Stiftungstag Hape kerkeling
Hape Kerkeling auf der Bühne des Deutschen Stiftungstags

(©BVDS:David Ausserhofer/Jann Wilken)

Auch der Kabarettist Alfons, der gerade im Andenken seiner Großmutter die Grand-Mére Stiftung gegründet hat, war in seinem Markenzeichen, der orangen Trainingsjacke, unterwegs und trat für Menschlichkeit und Demokratie ein. 

Stiftungen arbeiten an aktuellen Themen, was sich in der Vielfalt der Sessions widerspiegelte. Ob KI als Herausforderung oder Nutzen, die Sicherung des Vermögens für die Zukunft, bezahlbarer Wohnraum oder eben die Stärkung der Demokratie. Dabei trafen auf dem deutschen Stiftungstag ältere und etablierte Stiftungen wie die Körber-Stiftung auf ganz neue, wie z.B. Olli´s Regenbogenhaus aus Hamburg St. Pauli, welche sich erst vor ein paar Monaten gegründet hat. Große Stiftungen mit viel Kapital trafen auf rein ehrenamtlich geführte. Und große Fördervolumen für ebenso große Projekte auf Mikroförderungen wie die der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt

Nationale und internationale Politik

Auch politische Statements waren Teil des Programms. In einem Panel traten die Bildungs- sowie die Wirtschaftssenatorin und der Kultursenator Hamburgs auf die Bühne und bestärkten die Teilnehmenden in ihrem Kurs, sich auch in schwierigen politischen Zeiten für die Gesellschaft einzusetzen. So kann ein einzelner Sticker eines Kindes auf einem Skateboard mit einem klaren Statement gegen Extremisten einen ganzen Raum mit Mut erfüllen und wenn wir mehr Zuversicht wagen, könnte es “ja gut werden” (Kultursenator Carsten Brosda).

Ein besonderer Programmpunkt war das Gespräch mit Ekaterina Glikman, erste stellvertretende Chefredakteurin der Novaya Gazeta Europe, Masih Alinejad, iranisch-amerikanische politische Aktivistin und Dr. Can Dündar, Schriftsteller, Journalist und Dokumentarfilmer, welches exemplarisch vielleicht am besten die Hintergründe für die Arbeit der Stiftungen liefert. Journalist:innen werden weltweit immer mehr als Feinde betrachtet und betitelt, weil sie es wagen, die Mächtigen zu hinterfragen und ihr Fehlverhalten und die Verbrechen öffentlich zu machen. Genau diese Menschen zu schützen, die jeden Tag die wichtigen Themen und Geschichten zeigen, die Demokratie in den widrigsten Situationen verteidigen und so eine differenzierte Meinungsbildung ermöglichen, sind die Kernpunkte vieler Stiftungen, so z.B. der Rudolf Augstein Stiftung und der Schöpflin Stiftung.

Mit neuen Projekten in die Zukunft

Neu war das Thema Social Entrepreneurship und die Förderung. Die Körber-Stiftung stellt hier z.B. mit einem eigenen Community- und Förderprogramm mit Arbeitsplätzen und Weiterbildung eine ganze Etage im Stiftungsgebäude für junge Gründer:innen zur Verfügung. Die STIFT Thüringen investiert großflächig in neue innovative Unternehmen und auch der Bund hat mit der SPRIND.Society eine Organisation geschaffen, die in gesellschaftliche Innovationen investiert.

Ein Kommentar: Es wurde deutlich, dass wir nur in einer freien Gesellschaft wachsen können und dass die Stiftungen ein essentieller Teil davon sind, die nah an den Menschen sind und in Deutschland jedes Jahr Milliarden an Mitteln zur Verfügung stellen, damit alles vom kleinen Nachbarschaftsprojekt bis hin zum großen Bildungs- oder sogar Bauprojekt umgesetzt werden kann. 

Lasst uns weiterhin zusammen für eine starke und freie Welt einsetzen.

Beitragsbild: (©BVDS: David Ausserhofer/Jann Wilken)

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