Innovative Lösungen für nachhaltiges Wassermanagement

Berlin auf dem Weg zur Schwammstadt

von | 22. August, 2023 | Klima

Quartier 52° Nord mit seinem großen Wasserbecken als Aspekt der Schwammstadt

Unsere Hauptstadt hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Berlin will zur Schwammstadt werden und sich so gegen den Klimawandel wappnen.

Berlin steht vor einer spannenden und zukunftsweisenden Veränderung. Die Vision: Die pulsierende Metropole wird sich bald mit Wasser vollsaugen können – ähnlich wie ein Schwamm. Das Regenwasser soll so gespeichert und wieder in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt werden, anstatt es einfach in die Kanalisation abzuleiten. Diese läuft nämlich in Berlin regelmäßig über. Seit Jahren zeigt sich: Sobald es stark regnet, geht Berlin baden.

Wieso wird Berlin bei Regen zum überfluteten Wasserbecken?

Die Stadt hat eine innerstädtische Mischwasserkanalisation. Klingt erstmal sperrig, ist aber ganz einfach zu verstehen. Abwasser aus den Haushalten fließt gemeinsam mit dem Regenwasser durch dieselben Leitungen zum Klärwerk. Das saubere Regenwasser wird also mit Abwasser aus unseren Haushalten vermischt und im Anschluss in der Kläranlage aufwändig gesäubert. Bei sehr starkem Regen überfluten die Wasserleitungen. An die Oberfläche schwemmt ein Mischwasser aus Schmutz- und Regenwasser. Dieses Gemisch setzt nicht nur ganze Straßen und Gärten unter Wasser, sondern verschmutzt auch die Seen und Flüsse rund um Berlin.

Leider ist Berlin kein Einzelfall. In den meisten Städten ist es normal, dass Regen- und Abwasser in die Kanalisation fließen und dort aufwändig gereinigt werden. Die Ressource Regenwasser geht somit für den natürlichen Wasserkreislauf verloren.

Das Problem liegt auch daran, dass in der Vergangenheit weltweit immer mehr Böden versiegelt wurden. Asphaltierte und betonierte Plätze ersetzen zunehmend den natürlichen Bodenbelag in den Städten. So auch in Berlin. Dadurch kann das Regenwasser nicht mehr in den Boden absickern. Es bleibt in den versiegelten Städten an der Oberfläche und überflutet Straßen und Gärten, oder muss durch die Kanalisation abgeführt werden.

Quartier 52° Nord als Wasserspeicher

Durch die Folgen des Klimawandels sind mehr und mehr Starkregenereignisse vorprogrammiert. Wie kann unsere Hauptstadt mit dieser Prognose umgehen? Das Quartier 52° Nord zeigt, wie sich Berlin entwickeln könnte. Die städtebaulichen Maßnahmen orientieren sich an dem Konzept der Schwammstadt, das in Fachkreisen schon lange für zukunftsgerechtes und klimaangepasstes Bauen steht. 

Quartier 52° Nord und sein Wasserbecken, das sich mit Regenwasser füllt
Foto: BUWOG

Das Herzstück des Quartiers ist ein riesiges Wasserbecken, in dem das Regenwasser der umliegenden Grundstücke gesammelt, ökologisch gereinigt und zurück in den natürlichen Wasserkreislauf zugeführt wird. Sogenannte Retentionsmulden sind der Hauptaspekt der Schwammstadt. Das saubere Regenwasser wird nicht wie bisher in die Kanalisation geführt, sondern versickert mit der Zeit in das Erdreich. An heißen Tagen entsteht durch die Verdunstung des Wassers ein kühleres Mikroklima.

Dieses angepasste Wassermanagement führt unter anderem dazu, dass die Kanalisation bei Starkregen kein Regenwasser aufnehmen muss und deshalb nicht überläuft. Stattdessen wird der natürliche Wasserkreislauf gestärkt und das Regenwasser als Ressource genutzt. Das Wasserbecken im Quartier 52° Nord dient gleichzeitig als Biotop für Insekten, Amphibien und Vögel.

Die grüne Schwammstadt

Wichtig für eine Schwammstadt ist außerdem, die Natur zurück in die Stadt zu bringen. Zum Beispiel durch die Begrünung von Fassaden, Dächern und Freiflächen. Viele Garagen- und Hausdächer sind heute noch mit Kies oder kleinen Steinen bestreut. Nicht aber in der Schwammstadt. Die Gründächer sind ein Win-win für Mensch und Umwelt. Sie sind nicht nur schön anzusehen, sondern sind auch gut für das Stadtklima. Bepflanzte Dächer speichern Wasser und schaffen durch die Verdunstung eine enorme Kühl-Wirkung. 

Gründach für mehr Nachhaltigkeit
Foto: Zukunftsinitiative Klima.Werk/EGLV

Genauso hilft die Fassadenbegrünung dabei, die Luftqualität zu verbessern und die Temperatur in der Stadt zu regulieren. Zudem bietet sie einen Lebensraum für verschiedene Pflanzen- und Tierarten.

Alles in allem zeigt das Quartier 52° Nord vorbildlich, wie sich die Stadtplanung in Berlin zukunftsgerecht entwickelt und auch für andere Städte ein Vorbild sein kann.

Infografik mit den Vorteilen und dem Wasserverlauf der Schwammstadt
Übersicht zu den Vorteilen der Schwammstadt. Foto: Klima.Werk/EGLV

Beitragsbild: BUWOG

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