Weil Natur und Mensch zusammengehören

das ist ein GNM+ ArtikelDer Maya-Waldgarten: traditionelles System mit Zukunft

von | 15. März, 2026 | #14 – Alles im grünen Bereich, GNM+, Kultur

Im Waldgarten der Maya wird bis heute so Landwirtschaft betrieben, dass nicht nur der Mensch, sondern das ganze Ökosystem profitiert. Wie das geht und warum es auch in anderen Teilen der Welt funktionieren kann.

Im Waldgarten der Maya wird bis heute so Landwirtschaft betrieben, dass nicht nur der Mensch, sondern das ganze Ökosystem profitiert. Wie das geht und warum es auch in anderen Teilen der Welt funktionieren kann.

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Sie schufen die beeindruckenden Steinpyramiden von Tikal und Chichén Itzá, nutzten eines der vielschichtigsten Systeme der Zeitmessung, die je geschaffen wurden, und hatten extrem fortgeschrittene astrologische und mathematische Kenntnisse. Nicht umsonst fasziniert die Zivilisation der Maya, die über Jahrtausende weite Teile Mittelamerikas dominierte, noch heute. Eine Zivilisation, die lange Zeit eher Mythos war, ehe die Entschlüsselung ihres komplexen Schriftsystems tiefere Einblicke in ein hoch entwickeltes Gesellschaftssystem gab, bestehend aus einer Vielzahl verschiedener indigener Gruppen mit ähnlichen kulturellen und religiösen Praktiken.

Ein Grund für diese Faszination ist wohl auch, dass es bisher keine Erklärung dafür gibt, warum immer wieder zentrale Städte dieser hoch entwickelten Zivilisation scheinbar grundlos aufgegeben und dem Zerfall preisgegeben wurden. Lag es an Nahrungsmittelknappheit, ausgelöst durch eine zu intensive Bewirtschaftung der Natur, wie lange Zeit spekuliert wurde?

Wohl kaum, argumentieren zumindest Forscher:innen und indigene Gruppen. Denn die Maya praktizierten ein System der Nutzpflanzenkultivation, das ihnen nicht nur Nahrungsmittelsicherheit bot, sondern gleichzeitig die Biodiversität ihrer Umgebung förderte. Anders gesagt: Sie machten den Regenwald zu ihrem Garten.

Der Maya Forest Garden, oder auf deutsch: Waldgarten, ist eine traditionelle Form der Landwirtschaft, die Angehörige der Maya noch heute betreiben und die in Symbiose mit der Natur funktioniert. Diese Gärten bieten nicht nur Nahrungsmittelsicherheit, sondern erhalten und fördern gleichzeitig die Biodiversität. Damit zeigen sie in Zeiten zunehmender Abholzung, Erosion und steigender Temperaturen auf, dass es einen anderen Weg gibt: Wir Menschen können so mit unserer Umwelt zusammenleben, dass die Natur von unserem Dasein nicht Schaden erleidet, sondern profitiert. Tatsächlich haben wir das sogar den Großteil unserer Menschheitsgeschichte getan. Und können es damit wieder.

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Luisa Vogt
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