Das Treffen in Berlin macht sichtbar: Nachhaltigkeit ist mehr als ein Ziel, sondern Teil wirtschaftlicher Realität.
Im Schatten der Klimaproteste und -Demonstrationen der letzten Wochen fand in Berlin ein Event statt, das mehr Aufmerksamkeit verdient hätte: der Sustainable Economy Summit. Direkt neben dem Brandenburger Tor trafen sich hier zwei Tage lang Menschen aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft, die an einer nachhaltigen Zukunft arbeiten.
Man fragt sich vielleicht: Passt das wirklich zusammen? Will die deutsche Wirtschaft wirklich Nachhaltigkeit? Auch wenn diese Wahrnehmung von aktueller Politik nicht bestätigt wird, ist der Eindruck vor Ort ein anderer.
„Dies ist ein Ort der Hoffnung“ Prof. Dr. Katharina Reuter, CEO Sustainable Economy gGmbH und Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft BNW e.V.
„Dies ist ein Ort der Hoffnung“, sagt Katharina Reuter zur Eröffnung. Sie ist Geschäftsführerin des Bundesverbands Nachhaltige Wirtschaft BNW e.V. und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande für ihren Einsatz für das Gemeinwohl. Das Gefühl der Hoffnung trägt sich durch die zweitägige Veranstaltung. Auf der Bühne und im Publikum wird nicht nur über Probleme wie Klimakrise und Artensterben gesprochen, sondern auch über Lösungen, Strategien und konkrete Umsetzung.
So beschreibt Iris Vilsmaier von Circujar Kreislaufwirtschaft als echten Wettbewerbsvorteil: „Wer sich früh damit auseinandersetzt, baut Resilienz auf – und spart sich langfristig Kosten und Krisen. Nachhaltigkeit ist kein „Nice-to-have“, sie ist Teil unternehmerischer Realität.“
Von Gemeinwohlökonomie bis zur partizipativen Demokratie, an Ideen mangelt es in Paneldiskussionen und Workshops nicht. Es wird schnell klar: Hier sind Menschen anwesend, die sich einer guten, lebenswerten Zukunft verschrieben haben, egal, ob sie für einen großen Konzern oder eine Stiftung arbeiten, ob sie Beratung oder Innovation anbieten.
Kommunikation selbst wird zur Energiequelle für nachhaltigen Wandel
Diese Menschen zusammenzubringen ist Teil einer größeren, nicht klar sichtbaren Transformation. Hier werden Kontakte hergestellt und Wissen geteilt. „Ich bring dich mal mit jemandem zusammen“ ist ein Satz, der hier immer wieder fällt. Für die Veranstaltenden ist genau das entscheidend: Kommunikation selbst wird zur Energiequelle für nachhaltigen Wandel.
Statt über Verzicht zu sprechen, geht es beim Sustainable Economy Summit um Zukunftsfähigkeit – darum, wie Wirtschaft langfristig in einem sich wandelnden Klima und begrenzten Ressourcen bestehen kann. Die Transformationsexpertin Maja Göpel bringt es auf den Punkt: Wer Systeme verändern will, muss sie verstehen – und den Mut haben, neue Vorstellungen von Zukunft zu entwickeln.
Und der Wille zur Veränderung scheint größer als oft angenommen. Der Gemeinwohlökonom Christian Felber verweist hier auch auf aktuelle Klimaentscheide und Beteiligungsprozesse: „Wenn Menschen gefragt werden, entscheiden sie sich häufig für mehr Klimaschutz als die Politik.“
Nachhaltige Transformation ist keine ferne Vision, wir stecken bereits mittendrin
Natürlich sehen alle Beteiligten die großen Herausforderungen unserer Zeit, ob es politische Rahmenbedingungen, rechtliche und bürokratische Hürden oder offene Fragen zu Investitionen sind. Doch sie dominieren nicht das Bild. Denn hier zeigt sich, wo nachhaltige Transformation bereits stattfindet. Sie ist keine ferne Vision, wir stecken bereits mittendrin. Mit und ohne Politik. Wir reden nur noch zu wenig darüber.
„Die größte Herausforderung unserer Zeit ist tatsächlich der Dialog“ sagte Prof. Mo Asumang beim Sustainable Economy Summit. Und dass dieser möglich ist, wurde an diesem Ort der Hoffnung bewiesen.
Beitragsbild: Sustainable Economy Summit