Während viele Länder ihre Migrationspolitik verschärfen, geht Spanien einen anderen Weg. Die Regierung plant, Hunderttausende Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung einen legalen Status zu geben. Knapp 500.000 Migrantinnen und Migranten können davon profitieren. Noch ist die Regelung nicht in Kraft, doch die Antragstellung soll nach aktuellem Plan zwischen April und Ende Juni 2026 möglich sein.
Der Beschluss kommt vom Kabinett der Mitte-links-Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez. Zuständig für das Vorhaben ist Ministerin für soziale Sicherheit, Integration und Migration Elma Saiz. Im Mittelpunkt der Entscheidung sollen vor allem die Menschenrechte stehen, und die Realität, dass längst viele Menschen ohne Papiere im Land leben und arbeiten.
Wer profitiert wirklich?
Hinzu kommt der Pragmatismus, denn Spanien weiß: Migrant*innen helfen dem Land. Sie kompensieren den demografischen Wandel. Spanien ist das Land mit der zweitniedrigsten Geburtenrate in der EU und braucht daher dringend Menschen im erwerbsfähigen Alter, um das Sozialsystem und den Arbeitsmarkt am Laufen zu halten. Ministerpräsident Sánchez argumentiert, zusätzliche Arbeitskräfte seien wichtig, um den Sozialstaat und das Rentensystem angesichts einer alternden Bevölkerung langfristig zu sichern.
Neben der humanitären Dimension spielt auch die wirtschaftliche Realität eine Rolle. Besonders der Pflege- und Betreuungssektor sucht dringend Arbeitskräfte. Ähnlich sieht es im Baugewerbe sowie in Tourismus und Dienstleistungen aus. Eine Legalisierung könnte zudem ein strukturelles Problem entschärfen: den Wettbewerb zwischen Firmen, die Beschäftigte regulär anmelden, und solc…
Spanien plant Legalisierung für Hunderttausende Migrant*innen