Migration ist ein Fortschrittsmotor und schafft Arbeitsplätze

von | 29. November, 2020

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Gründer:innen und Arbeitgeber:innen haben häufig eine Migrationsgeschichte

Erst Migration ermöglichte diese herausragenden Leistungen: 3,5 Milliarden Smartphone-Nutzer weltweit – nur dreizehn Jahre nach der Einführung – und 3,45 Milliarden Suchanfragen pro Tag, die die Suchmaschine von Google verarbeitet. Einwanderung ist ein Fortschrittsmotor und schafft Arbeitsplätze.

Lassen wir die Zahlen sprechen

Der Apple-Gründer Steve Jobs hat syrische Wurzeln. Sergey Brin, der Google-Co-Gründer, kommt aus Russland. 45 Prozent der 500 umsatzstärksten Unternehmen in den USA wurden von Migrant:innen und deren Kinder gegründet. Migration ist die Basis der 223 erfolgreichsten Unternehmen auf der Fortune-500-Liste. 101 dieser Gründer:innen wurden außerhalb der USA geboren, und 122 sind Kinder von Einwanderern. Unternehmen mit Migrationshintergrund erwirtschafteten 2018 einen Umsatz von 16,1 Billionen Dollar in den USA.

Überdurchschnittlich gründungsaktiv

Auch in Deutschland leisten Migrant:innen einen überdurchschnittlichen Beitrag zu den Gründungen, so fasst es die KfW Bankengruppe für alle Gründungen 2013 bis 2017 zusammen. Auch das Manager Magazin stellt erfolgreiche Migrant:innen der ersten und zweiten Einwanderergeneration vor, die in Deutschland an der Spitze von Unternehmen stehen.

Zum Beispiel Esin Rager ist Geschäftsführerin des Teehandels Samova, sie hat deutsch-türkische Eltern und ist in Washington D.C. geboren. Simon Moroney ist Neuseeländer. Er hat in Großbritanien, Kanada und der Schweiz gearbeitet, bevor er 1992 in Martinsried die Morphosys AG zur Entwicklung biopharmazeutischer Medikamente gründete. Research Gate ist DIE Plattform zur Wissenschaftskommunikation und vernetzt Forscher:innen weltweit. Die Eltern des Gründers Ijad Madisch kamen aus Syrien. Nikita Fahrenholz ist der Gründer des Essenslieferdienstes Lieferheld – heute Lieferando. Er hat eine russische Mutter. Die Brüder Faruk, Cevat und Avni Yerli haben türkische Wurzeln und beschäftigen für ihre Computerspiele 550 Mitarbeiter:innen bei Crytek.

Der starke Wunsch nach Selbständigkeit

Lauf KfW ist der Wunsch nach beruflicher Selbständigkeit unter Migrant:innen stärker ausgeprägt: 38 Prozent der Migrant:innen ziehen eine Selbständigkeit der Festanstellung vor. Nur 29 Prozent in der gesamten Bevölkerung in Deutschland wollen selbständig sein. Der Wunsch nach Selbständigkeit unter Migrant:innen basiert laut KfW auf größerer Risikofreude, unternehmerischen Vorbildern in den Familien und auch schlechteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt als Angestellte.

Bei Bewerbungen haben Menschen mit ausländisch klingenden Namen eindeutig Nachteile. Unternehmen bevorzugen Bewerber:innen mit deutsch klingenden Namen. Auch Azubis mit ausländischen Namen haben immer noch schlechtere Chancen. Bei den Motiven für eine Selbständigkeit zeigt sich, dass 70 Prozent der Migrant:innen ein Unternehmen gründen, um eine Geschäftsidee zu realisieren – und nicht aus Mangel an Erwerbsalternativen.

Migration schafft Millionen Arbeitsplätze

2015 wurden laut DIHK rund 22 Prozent der neuen Arbeitsplätze von Gründer:innen mit Migrationshintergrund geschaffen. Auch der aktuelle Startup Monitor 2020 belegt die Bedeutung von Migration. 20 Prozent der Gründer:innen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Bei Angestellten in Startups haben 27 Prozent ihre Wurzeln außerhalb Deutschlands und in Berliner Startups sogar 43 Prozent.

1.323 Menschen bietet die Firma Biontech in Mainz einen attraktiven Arbeitsplatz. „An der Goldgrube“ heißt passenderweise der Straßenname des Firmensitz. Zusammen haben die Mitarbeiter:innen den weltweit ersten Impfstoff gegen Corona entwickelt. Gegründet wurde Biontech 2008 von zwei Menschen, die beide als Kleinkinder mit ihren Familien aus der Türkei nach Deutschland kamen: Özlem Türeci und Uğur Şahin. Mit Biontech wollen sie individuelle Immuntherapien gegen Krebs finden.

Von der Hochzeit ins Labor  

Die Gründer:innen von Biontech sind übrigens ein Ehepaar. An ihrem Hochzeitstag standen Frau Türeci und Herr Şahin morgens im Labor. Von dort gingen sie zur Trauung und dann zurück zur Arbeit. 2001 gründeten sie zusammen ihre erste Firma Ganymed Pharmaceuticals. 2016 haben sie das Unternehmen für mehr als 400 Millionen Euro an die japanische Firma Astellas verkauft.

Özlem Türeci und Uğur Şahin sind als erfolgreiche Arbeitergeber:innen mit ausländischen Wurzeln nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Der Beitrag zu Forschung und der Schaffung von Arbeitsplätzen durch Migrantinnen und Migranten ist enorm. In einem anderen Artikel zur Good Work schreibe ich: „Fremdes bietet mehr Chancen auf Neues. Fremdenfreundlichkeit ist auch eine Frage des Überlebens.“

Die vielen Erfolge von Migrant:innen sind keine Zufälle, sondern Alltag und harte Arbeit. Feiern wir Migration.

Titelbild: Elena de Soto / Unsplash

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Martin Gaedt

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