Buckelwal, Schildkröte, Seeotter und Co.

das ist ein GNM+ ArtikelWenn Schutzmaßnahmen Wirkung zeigen

von | 2. Oktober, 2024 | #7 – Wasser ist Macht, GNM+, Klima, Politik

Ohne menschgemachte Bedrohung können sich manche Tiere und Pflanzen des Meeres auf beeindruckende Weise erholen. Schutzmaßnahmen mariner Ökosysteme können dazu einen wichtigen Beitrag leisten

Ohne menschgemachte Bedrohung können sich manche Tiere und Pflanzen des Meeres auf beeindruckende Weise erholen. Schutzmaßnahmen mariner Ökosysteme können dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

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Kaum eine andere Spezies, die als gefährdet eingestuft war, hat eine so erfolgreiche Rückkehr zu verzeichnen wie die Buckelwale. Über Jahrhunderte wurden die für ihre waghalsigen Sprünge und melodischen Gesänge bekannten Wale intensiv gejagt und so an den Rand der Ausrottung gebracht. Dann brachten ein Fangverbot und ein ausgeklügeltes System an Schutzmaßnahmen die Wende. Waren es beispielsweise in den antarktischen und australischen Gewässern noch im Jahr 1968 weniger als 100 Tiere, so ist die dortige Population heute auf mehr als 40.000 gewachsen. Auch in anderen Regionen der Ozeane erholten sich die Populationen mit geradezu erstaunlicher Geschwindigkeit. Inzwischen haben sich neun der 14 bekannten Buckelwal-Populationen soweit erholt, dass sie nicht mehr als gefährdet gelten.

Die Erfolgsgeschichte der Buckelwale ist außergewöhnlich, doch sie ist kein Einzelfall. Vom See-Elefant zu Mangrovenwäldern: Welche Tier- und Pflanzenarten der Meere in den letzten Jahren und Jahrzehnten ein bemerkenswertes Comeback hingelegt haben – und was wir von ihnen für den Erhalt der Biodiversität unserer Meere lernen können.

Aus Fehlern lernt man – aber auch aus Erfolgen

Im Mai letzten Jahres veröffentlichte eine Gruppe von Forscher:innen eine Studie im One Earth Journal, die sich Erfolgsgeschichten des Meeresschutzes widmete. Die Forschenden verfolgten dabei zwei Ziele:

  1. zu untersuchen, unter welchen Bedingungen Schutzmaßnahmen für die Ökosysteme unserer Meere funktionieren und 
  2. Lehren zu ziehen, nicht nur aus Misserfolgen, sondern insbesondere auch aus Erfolgsgeschichten. 

Denn es gibt weit mehr Publikationen, die sich mit Fällen beschäftigen, in denen Bemühungen zur Bewahrung oder Restaurierung mariner Flora und Fauna scheitern. Dieses Scheitern zu analysieren, ist wichtig, räumen die Forschenden ein. Denn die Gefahren für die Pflanzen und Tiere unserer Meere sind größer denn je. Steigende Wassertemperaturen, die Verschmutzung durch Plastikmüll und Chemikalien, die Zerstörung natürlicher Habitate und die Einführung invasiver Spezies sind nur einige der akuten Bedrohungen – umso wichtiger ist es also, die Maßnahmen zu treffen, die den schnellsten und wirksamsten Schutz vor diesen Bedrohungen bieten. 

Genau dafür sind Blicke auf Erfolgsgeschichten so wichtig, so das Credo der Forscher:innen. Sie zeigten nicht nur auf, was wirksam sei, sondern machten Hoffnung, “Entwicklungen des Verlustes umzukehren und das Leben im Meer wiederherzustellen”. Damit wachse gleichzeitig die Motivation und Bereitschaft, zu handeln und sich aktiv für Schutzmaßnahmen einzusetzen – von Regierungen bis zu Einzelpersonen: 

“Wir sind der Meinung, dass Erfolge im Naturschutz weithin bekannt gemacht werden sollten, da positive Nachrichten einen starken Einfluss auf Regierungen und die Öffentlichkeit haben können, insbesondere auf die junge Generation, die mit einer negativen Zukunft konfrontiert wird”

Was aber sind nun genau die Lehren, die wir aus Erfolgen und Misserfolgen ziehen können?

Hilfe zur Selbstheilung der Natur

In fast einem Fünftel der Erfolgsfälle, die die Forscher:innen untersuchten, erholten sich marine Ökosysteme ganz ohne menschliches Zutun. Dies galt insbesondere für Korallenriffe und Seegras-Kolonien, die sich nach Hitzewellen oder Stürmen häufig erstaunlich rasch regenerierten. Diese Fähigkeit der Natur, “sich selbst zu heilen”, ist dann besonders hoch, wenn es um akute Bedrohungen geht – wie eben Hitzewellen oder Stürme. Weniger hoch ist sie bei den andauernden Effekten menschgemachter Einflüsse wie Verschmutzung oder Überfischung. Anders gesagt: Der beste Schutz der Natur, zu Wasser wie an Land, wäre eine Beseitigung schädlicher Aktivität durch den Menschen. 

Nun können wir uns kaum selbst von der Erde verbannen. Aber – und das ist die gute Nachricht – so wie Menschen die Ursache sind, können menschgemachte Schutzmaßnahmen zur Lösung beitragen. Erfolgsgeschichten aus dem Meeresschutz zeigen die Wirksamkeit von Maßnahmen wie Meeresschutzzonen, gesenkten Fangquoten oder Moratoria/Fangverboten und Schadstoffverboten. Auch der Abzug von Industrie wie Fischfarmen oder Entsalzungsanlagen sowie bessere Umweltstandards zogen eine deutliche Erholung des Ökosystems nach sich. 

Wie Schutzmaßnahmen wirksam werden

Der Knackpunkt bei all diesen Maßnahmen ist, wie sie implementiert werden. Denn eine weitere deutliche Schlussfolgerung der Studie ist diese: “Der überwiegende Teil der Misserfolge ist nicht auf ein fehlerhaftes Design oder eine mangelhafte wissenschaftliche Grundlage zurückzuführen oder darauf, dass die Ziel-Ökosysteme und -arten nicht reagieren, sondern vielmehr auf Versäumnisse bei der Verwaltung und Umsetzung.” 

Heißt also, Schutzmaßnahmen scheitern dann, wenn sie unzureichend umgesetzt werden – oder von vornherein nur auf dem Papier bestehen. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass Schutz, der richtig umgesetzt wird, Aussichten auf Erfolg hat. Oft auch über das gesetzte Ziel hinaus. 

In einem Drittel aller Fälle, bei denen menschliche Schutzmaßnahmen ausschlaggebend für die anfängliche Wiederherstellung der marinen Flora und Fauna waren, setzte danach ein Prozess der natürlichen Erholung ein, der über das hinausging, was allein durch Schutzmaßnahmen bewirkt hätte w…

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Luisa Vogt
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