In unserer Online-Ausgabe haben wir in den letzten Monaten immer wieder von erfreulichen Entwicklungen und positiven Nachrichten berichtet. Die Schönsten haben wir für euch hier zusammengestellt.
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Spanien plant Legalisierung für Hunderttausende Migrant:innen
Während viele Länder ihre Migrationspolitik verschärfen, geht Spanien einen anderen Weg und plant, bis zu 500.000 Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung zu legalisieren. Die Antragstellung ist seit dem 16. April möglich, bis Ende Mai sind bereits über 500.000 Einträge eingegangen und der Prozess soll noch bis Ende Juni laufen. Damit ist die Regelung in Kraft getreten und gehört zu den größten Legalisierungsprojekten Europas – mit möglicher Signalwirkung über Spaniens Grenzen hinaus. Im Fokus stehen sowohl Menschenrechte als auch pragmatische Gründe: Migrant:innen werden dringend gebraucht, um demografische Lücken zu schließen und zentrale Branchen wie Pflege, Bau und Tourismus zu stärken; zugleich könnte die Maßnahme Ausbeutung reduzieren und dem Staat durch zusätzliche Steuereinnahmen zugutekommen.
Erstes Wohnprojekt für lesbische und queere Frauen startet in Berlin
Mitten in Berlin entsteht in der Berolinastraße ein bundesweit einzigartiges Wohnprojekt für lesbische und queere Frauen, das bezahlbares Wohnen, Pflege und Community vereint. 73 Wohnungen – viele barrierefrei und teilweise öffentlich gefördert – bieten Raum für generationenübergreifendes Leben, ergänzt durch eine Pflege-WG für ältere Frauen. Ein soziokulturelles Zentrum mit Beratungs- und Begegnungsangeboten sowie ein Kiez-Café machen das Haus zu einem offenen Treffpunkt für Community und Nachbarschaft. Nach über zehn Jahren Planung wird damit ein geschützter Ort Realität.
Europäische Wildkatze zurück in Schleswig-Holstein
Erstmals seit Jahrhunderten ist die Europäische Wildkatze in Schleswig-Holstein eindeutig nachgewiesen worden – eine Haarprobe lieferte den genetischen Beleg. Das Tier war im Herbst 2025 im Kreis Herzogtum Lauenburg entdeckt und von einem Jäger aus einem Zaun befreit worden. Für das Landesamt für Umwelt gilt der Fund als Meilenstein, da die Art dort seit dem Mittelalter als ausgestorben galt. Nun soll ein Monitoring klären, ob sich die Wildkatze dauerhaft in der Region ansiedeln wird.
James Harrison – der Mann, der Leben spendete
James Harrison spendete trotz seiner Angst vor Nadeln über 60 Jahre lang Blut – und rettete mit seinem außergewöhnlichen Plasma Millionen Neugeborene. Seine seltenen Anti-D-Antikörper machten ihn zu einem entscheidenden Teil im Kampf gegen eine früher häufig tödliche Schwangerschaftskomplikation. Insgesamt 1.173 Mal ging er zur Spende und wurde so als „Mann mit dem goldenen Arm“ bekannt. Seine Geschichte zeigt, dass wahres Heldentum oft leise ist – und im konsequenten Wiederholen guter Taten liegen kann.
Brasilien ermöglicht verkürzte Haftzeit durch Lesen
In Brasilien können Häftlinge ihre Haftzeit durch Lesen verkürzen: Für jede Buchzusammenfassung gibt es bis zu vier Tage Strafnachlass, maximal 48 Tage pro Jahr. Die Initiative gilt als Beispiel dafür, wie Resozialisierung und Bildung im Strafvollzug miteinander verbunden werden können. Zehntausende Inhaftierte nehmen das freiwillige Angebot in Anspruch. Einer Studie des Brasilianischen Instituts für öffentliche Meinung und Statistik zufolge lesen brasilianische Gefangene neunmal so viel wie der nationale Durchschnitt.
EU-Parlament beschließt Verbot von Programmen für sexualisierte Deepfakes
Die EU will Programme verbieten, mit denen sich aus Fotos nicht-konsensuelle sexualisierte Deepfakes erstellen lassen – ein Schritt gegen digitale Gewalt, die vor allem Frauen betrifft. Die Technologie ist weit verbreitet und ermöglicht es, täuschend echte Inhalte ohne Zustimmung der Betroffenen zu erzeugen und zu verbreiten. Das Europaparlament bewertet solche Deepfakes erstmals klar als Verletzung von Würde und Privatsphäre und plant entsprechende Regulierungen. Auch wenn Details noch verhandelt werden, markiert dies einen wichtigen Perspektivwechsel: Digitale sexualisierte Gewalt wird politisch anerkannt und gezielt adressiert.
Verschmutzung in Nord- und Ostsee geht zurück
Trotz weiterhin rund 130 registrierter Umweltverschmutzungen in Nord- und Ostsee im Jahr 2025 ist ihre Zahl im Vergleich zu den Vorjahren gesunken. Fachleute werten das als positives Signal, das auf wirksamere Kontrollen, strengere Vorschriften und bessere Überwachungstechnik hindeutet. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote gestiegen, sodass häufiger Verantwortliche ermittelt werden können. Der Rückgang zeigt, dass Schutzmaßnahmen greifen.
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Beitragsbild: Depositphotos
Nur Ja heißt Ja: Bundesrat fordert Reform des Sexualstrafrechts