Barrierefreiheit für Alle und Alle für Barrierefreiheit

Neue Ansätze für mehr Inklusion

von | 31. März, 2021

Studenten und Studentinnen der TU Chemnitz arbeiten an einer App, die das Thema “Barrierefreiheit” auf ein ganz neues Level bringt. Das DYNAMIK Projekt soll die Inklusion in Deutschland revolutionieren.

Es wird Zeit

Laut dem Statistischen Bundesamt, Destatis, lebten Ende 2019 rund 7,9 Millionen schwerbehinderte Menschen in Deutschland. Dennoch gehen Schüler:innen mit Behinderung größtenteils auf separate Förderschulen. Menschen mit Behinderung arbeiten in Werkstätten, weil Arbeitgeber:innen, trotz der gesetzlichen Behindertenquote von fünf Prozent, sie nicht einstellen können oder wollen. Zusätzlich kommen noch die oftmals nicht barrierefreien öffentliche Gebäude. Und das, obwohl Inklusion seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland als Menschenrecht zählt.

Worum geht es genau?

Mit Inklusion ist gemeint, dass jeder Mensch ein vollwertiges Mitglied dieser Gesellschaft ist. Ganz gleich, ob eine Behinderung vorhanden ist oder nicht. Damit ist zum Beispiel gemeint, dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam in die Schule gehen. Oder auch, wenn Menschen mit Behinderung ebenfalls eine freie Auswahl von Arbeitgeber:innen haben, weil jedes Unternehmen entsprechende Maßnahmen getroffen hat. Befürworter:innen von Inklusion sehen den Vorteil darin, dass es mehr soziale Gerechtigkeit und Kontakt zwischen behinderten und nicht-behinderten Menschen gibt. Inklusion hat auch ökonomische Gründe. So ergab eine Studie der Technischen Universität Berlin, dass es in ländlichen Regionen oft weniger Geld kostet, eine Schule barrierefrei zu machen, als das Schüler:innen mit Behinderung jeden Tag zur Förderschule gefahren werden.

Wir brauchen neue Lösungen

Dem Thema Inklusion hat sich auch die Nachwuchsforschergruppe des DYNAMIK-Projekts aus Chemnitz gewidmet. Das DYNAMIK-Projekt ist ein Nachwuchswissenschaft Projekt und steht dabei für “Dynamisches Navigations- und Orientierungssystem für körperlich beeinträchtigte Menschen in Komplexgebäuden.” Die Studenten:innen arbeiten an einer Navigationsanwendung in Form einer App, die Menschen mit Geheinschränkungen und Seheinschränkungen helfen soll, sich in öffentlichen Komplexgebäuden zurechtzufinden.

Durch das Navigationssystem der App sollen Nutzer:innen sich, trotz körperlicher Beeinträchtigung, problemlos in Gebäuden aufhalten können. Darüber hinaus, soll die App den Nutzer:innen schon im Voraus mitteilen können, ob ein Aufenthalt im Gebäude möglich ist.
Die Projektgruppe folgt dem Ansatz des Partizipien-Designs. Das heißt, durch Interviews und Fragebögen beziehen sie potenzielle Nutzer:innen bei der Entstehung der App mit ein. In Zukunft sollen auch sogenannte Nutzungsszenarien durchgeführt werden.

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Beitragsbild: Rasmus Gerdin / Unsplash

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Fatima Majed

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