Die Monacologin

Marisa Kurz – oder die Kunst, Medizin einfach zu erklären

von | 30. Juni, 2022

In der neuen Folge Weltaufgang – der Good News Podcast spricht Gastgeber Florian Vitello mit Ärztin, Bloggerin und Journalistin Marisa Kurz.

Viele Menschen kennen diese Situation: Man sitzt bei seinem Arzt oder seiner Ärztin und versucht zu verstehen, was sie über die eigene Krankheit eigentlich gerade erklären möchten. Doch durch all die Fachbegriffe, mit denen sie um sich werfen, ist es, als würden sie auf einer anderen Sprache sprechen. Marisa Kurz nennt das “auf schlau” sprechen. 

Marisa ist Assistenzärztin an einer Uniklinik in München. Für ihren Medizin-Blog Die Monacologin – Medizin einfach erklärt war sie als Newcomerin des Jahres für den Goldenen Blogger 2022 nominiert. In der neuen Folge Weltaufgang – der Good News Podcast erzählt sie Gastgeber Florian Vitello, wie sie ihren Patient:innen Krankheiten und Therapien einfach erklärt und welche positiven Momente sie auf der Krebsstation erlebt. 

Rückblickend hat alles Sinn ergeben

Marisa hatte mit 26 Jahren einen Master in Biochemie in der Tasche und war kurz davor, ihren Bachelor in Philosophie abzuschließen. Mit Medizin hatte sie bis dahin nur durch ihre Studienschwerpunkte Tumorbiologie und Medizinethik zu tun. Dann wurde bei ihrer Mutter ein sehr aggressiver Krebs diagnostiziert und Marisa hat mit ihr viel Zeit im Krankenhaus und mit Ärzt:innen verbracht. Was ihr dadurch auffiel: Die Behandlung ihrer Mutter war medizinisch gut, aber die Kommunikation war schlecht und es fehlte den Ärzt:innen an Empathie. 

Marisa fragte sich durch die Erkrankung ihrer Mutter, was sie im Leben wirklich machen will und die Eindrücke im Krankenhaus öffneten ihr die Augen. Ihre bisherigen Studienschwerpunkte hatten sie genau in die Fachrichtung geführt, die sie nun unbedingt machen wollte und in der sie heute arbeitet: Die Onkologie. 

Also begann sie mit 26 Jahren ein Medizinstudium, das sie Ende letzten Jahres abschließen konnte. Seit Januar arbeitet sie als Assistenzärztin an einer Uniklinik in der Onkologie und Hämatologie. Gleichzeitig bloggt die heute Anfang 30-jährige regelmäßig auf ihrem Medizin-Blog Die Monacologin – Medizin einfach erklärt über Krankheiten und Therapien und schreibt als freie Journalistin unter anderem für den Thieme-Verlag. Ihre Mutter ist heute gesund. 

“Ich versuche grundsätzlich, Sachen immer ganz einfach zu erklären”

Geprägt von den Erlebnissen bei der Behandlung ihrer Mutter, möchte Marisa es selbst besser machen. In ihrer eigenen Arbeit versucht sie daher, sich nicht “auf schlau” auszudrücken, wie es im Medizinstudium gelehrt wird, und gar keine Fachbegriffe zu verwenden.  

“Mein Anspruch wäre immer, dass ich irgendjemanden auf der Straße nehmen könnte und  dem erkläre ich irgendwas, sodass der das versteht. Völlig unabhängig davon, was der für einen Bildungshintergrund hat, wie alt die Person ist, ob der Muttersprachler ist oder nicht.”

Marisa Kurz im Gespräch mit Florian Vitello

Mit diesen einfachen Erklärungen möchte sie den Patient:innen trotz ihrer Erkrankung Autonomie und das Gefühl von Kontrolle wiedergeben. Denn Marisa ist sich sicher: Wer seine Krankheit und Therapie versteht, hat mehr Kontrolle über seine eigene Situation.

Wenn ihr hören möchtet, wie Marisa Krebs an einer Hand erklärt und welche Ideen sie für ein besseres Gesundheitssystem hat, hört in die neue Folge von Weltaufgang – Der Good News Podcast rein.

Beitragsbild: Argum/MRI

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Pia Bergmann

Pia ist Praktikantin beim Good News Magazin. Sie hat bereits in ihrer Ausbildung zur Kauffrau für audiovisuelle Medien darüber nachgedacht, dass es im Fernsehen eine Nachrichtensendung mit ausschließlich positiven, hoffnungsstiftenden Nachrichten geben müsste. Inzwischen studiert sie Online-Redaktion in Köln und freut sich sehr darüber, dass sie für das Good News Magazin schreiben darf. Mit den Good News und auch sonst versucht sie, ihre Mitmenschen jeden Tag zum Lächeln zu bringen.

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