Für eine bessere Gesundheitsversorgung

US-Bürger:innen erhalten Hörgeräte nun rezeptfrei

von | 1. November, 2022

Eine neue Regelung in den USA erleichtert den Zugang zu Hörgeräten. 30 Millionen Menschen, die ein Hörgerät benötigen, sparen so hohe Kosten.

5.000 Euro kosten Premium-Hörgeräte in den USA, ähnlich wie in Deutschland. Anders als hierzulande übernimmt dort allerdings selten eine Krankenversicherung Teile der Kosten. Eine neue Regelung soll nun den Zugang zu Hörgeräten vereinfachen – und deutlich günstiger werden lassen. 

Besserer Zugang zu Hörgeräten

Seit Mitte Oktober können Amerikaner:innen mit leichten bis mittelschweren Hörbehinderungen effektive und erschwingliche Hörgeräte im Einzelhandel oder in Drogerien kaufen, ohne dass eine ärztliche Untersuchung, ein Rezept oder eine Anpassung durch einen Audiologen erforderlich ist. Grundlage ist eine Regelung der U.S. Food and Drug Administration (FDA), die Mitte August erlassen wurde. Ihr Ziel ist es, den Zugang zu Hörgeräten zu verbessern und damit die Kosten für 30 Millionen Bürger:innen zu senken, die ein Hörgerät benötigen. 

„Die Senkung der Gesundheitskosten in Amerika war vom ersten Tag an eine meiner Prioritäten, und diese Regelung wird uns helfen, Millionen von bedürftigen Amerikaner:innen eine qualitativ hochwertige und erschwingliche Gesundheitsversorgung zu bieten“, sagte Xavier Becerra, Minister für Gesundheit und menschliche Angelegenheiten. „Die heutige Maßnahme der FDA ist ein wichtiger Meilenstein, um Hörgeräte kostengünstiger und zugänglicher zu machen.“

Eingeschlossen in die Regelung sind Luftleitungshörgeräte, die für Menschen ab 18 Jahren mit einer leichten bis mittleren Hörminderung bestimmt sind. Hörgeräte, die diese Kriterien nicht erfüllen – z. B., weil sie für hochgradige Hörminderungen oder Nutzer:innen unter 18 Jahren bestimmt sind – bleiben verschreibungspflichtig.

Steigerung der öffentlichen Gesundheit

Angetrieben wurde der Beschluss der FDA durch mehr als 1.000 öffentliche Kommentare von Verbraucher:innen, Berufsverbänden, Hörgerätehersteller:innen, Politiker:innen, verschiedenen Organisationen und anderen Interessengruppen zu dem am 20. Oktober 2021 veröffentlichten Regelungsvorschlag. Aufgrund dieser Kommentare wurden die vorgeschlagene Regelung hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit von rezeptfreien Hörgeräten weiter angepasst. Infolgedessen müssen nun etwa die vorgeschriebenen Gerätekennzeichnungen besonders simpel formuliert sein, um Verständlichkeit zu gewährleisten.
Durch den erleichterten Zugang zu Hörgeräten soll auch die öffentliche Gesundheit verbessert werden, da es so Millionen von US-Bürger:innen ermöglicht wird, in ihrem Alltag effektiver zu kommunizieren, wie FDA-Kommissar Robert M. Califf betont.

Beitragsbild: Depositphotos

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Nina Kegel

Nina ist stellvertretende Chefredakteurin beim Good News Magazin und vor allem eins: Neugierig. Immer auf der Suche nach Good News beschäftigt sie sich am liebsten mit Themen rund um einen nachhaltigen Wandel – egal ob kreatives Bauprojekt, ökologische Initiative oder innovatives Unternehmenskonzept, sie lässt sich für vieles begeistern. Außerdem studiert sie im Master Medienkultur und Globalisierung.

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