Gesetzesänderung zum Umgang mit Straßentieren in Rumänien

Ein Gesetz für Straßentiere

von | 19. Januar, 2024 | Allgemein

Streunende Hunde sitzen auf der Straße.

Das rumänische Veterinäramt hat eine Gesetzesänderung veranlasst, die die hohe Straßentierpopulation tiergerecht eindämmen soll.

In Rumänien leben nach Schätzungen rund 3,5 Millionen Straßenhunde. Die meisten kämpfen täglich um ihr Überleben. Nicht selten verhungern die Tiere oder sterben an Krankheiten oder im Straßenverkehr. Nun hat sich Rumänien für eine Gesetzesänderung entschieden, die helfen soll, die hohe Zahl der Straßentiere tierschutzgerecht und nachhaltig zu reduzieren. 

Rumäniens Problem 

Dass Rumänien seit langer Zeit ein oft kontrovers diskutiertes Problem mit seinen Straßenhunden hat, ist bekannt. Viele Millionen Tiere haben kein richtiges Zuhause und schlagen sich auf der Straße durch. Wie viele Tiere genau ohne Dach über dem Kopf leben, lässt sich nur schwer bestimmen. Fakt ist, dass es zu wenige Tierheime und Auffangstationen gibt, die es leisten können, sich um die Tiere zu kümmern. Zudem ist deren Zustand meistens miserabel. Um dem Problem Herr zu werden, greifen einige Gemeinden nicht selten zu gezielten Fang- und Tötungsmethoden, um die Überpopulation zu bekämpfen. Dass diese Methoden eher grausam als tiergerecht verlaufen, war bisher leider gang und gäbe.

Straßentiere | Straßenhunde
Streunende Hunde | Quelle: pexels.com

Ein Blick in die Vergangenheit  

Um zu verstehen, woher all die Tiere, insbesondere die Straßenhunde kommen, muss man sich mehrere Faktoren genauer anschauen. 

Einer der wohl ausschlaggebenden Gründe sind die Urbanisierung und die Industrialisierung, die im 20. Jahrhundert viele Menschen des Landes dazu bewegt hat, vom Land in die Stadt zu ziehen. Die Städte boten eine bessere Lebensqualität. Allerdings nicht für alle. Viele ließen ihre Hunde zurück, die sich dann alleine auf der Straße durchschlagen mussten.

Verlassenes Haus auf dem Land
Verlassenes Haus | Quelle: pexels.com

 Auch die hohe Arbeitslosigkeit in den späten 1980er Jahren hatte zur Folge, dass immer mehr Menschen Schwierigkeiten hatten, ihre Familie zu versorgen. Infolgedessen setzten viele ihre treuen Begleiter auf die Straße.

Die noch immer anhaltende Armut auf dem Land sowie der Mangel an Aufklärung über die Bedürfnisse von Haustieren spielen bis heute eine große Rolle, wenn es um das Thema Straßentiere geht. 

Ein erster Versuch

Im Jahr 2014 hat die rumänische Regierung ein Gesetz beschlossen, das Hundehalter:innen dazu zwingt, ihre Tiere kastrieren, kennzeichnen und registrieren zu lassen. Das Problem – das Gesetz wird häufig ignoriert. Tiere werden nicht kastriert und sind dadurch in der Lage, sich weiterzuvermehren. Den Nachwuchs allerdings will dann aber keiner haben. Selbst die hohen Geldstrafen, die drohen, wenn sich Tierbesitzer:innen nicht an das Gesetz halten, schrecken nur selten ab. Die Kosten einer Kastration müssen die Besitzer:innen nämlich selber zahlen und das können sich einige nicht leisten. 

Dem möchte der Deutsche Tierschutzbund mit seinem Mitgliedsverein Tierhilfe Hoffnung entgegenwirken und bietet kostenlose Kastrationen an. Ein Kastrationsmobil soll helfen, die riesige Population an Tieren Stück für Stück etwas einzudämmen. Zusätzlich arbeiten die regionalen Tierschutzvereine zusammen, um das Leben der Straßenhunde zu verbessern. 

Auch der Austausch mit Politiker:innen, Tierärzt:innen und der Tierpolizei soll den Zustand verbessern. Gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund wurden Gesamtkonzepte zum Umgang mit Straßenhunden verfasst. Darin steht, dass Tötungsstationen zu Kastrationszentren umfunktioniert werden sollten. Zudem sollten neben Hunden auch Katzen kastriert und geimpft werden. Nur so lässt sich langfristig gesehen die Straßentierproblematik nachhaltig und tierschutzgerecht lösen.

Ein wichtiger Schritt nach vorne 

Im Dezember 2023 verkündete der Deutsche Tierschutzbund mit seinem Mitgliedsverein Tierhilfe Hoffnung gute Neuigkeiten. Nach langem Kampf und Engagement können nun gemeinsame politische Erfolge gefeiert werden. Denn die rumänischen Veterinärbehörden haben eine Gesetzesänderung vorangetrieben, die die Kastration sowie die Kennzeichnung, Registrierung und Tollwutimpfung von rumänischen Hunden und Katzen stärken soll. 

Durch diese Änderung soll das bisher kaum umgesetzte bestehende Gesetz verbessert werden. Das Modellprojekt lehnt sich damit an das tierschutzgerechte Gesamtkonzept für Straßenhunde in Rumänien an, das vom Deutschen Tierschutzbund und der Tierhilfe Hoffnung ins Leben gerufen wurde. 

Tierärtzt:innen
Quelle: pixabay.com

Die Tierärzt:innen und Behörden erhalten in Zukunft einen klar gesetzlich verankerten Auftrag zur Umsetzung der bestehenden Pflichten. Außerdem werden die kommunalen Verwaltungen dazu aufgefordert, die Kennzeichnungen als auch Kastrationen zu finanzieren. 

Der lange Atem hat sich also gelohnt und auch wenn durch diese Gesetzesänderung das Problem nicht von heute auf morgen gelöst ist, so ist es doch ein absolut wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Beitragsbild: pixabay.com

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