Wie Katja Urbatsch Bildungsungleichheit überwinden und junge Menschen stärken will

das ist ein GNM+ Artikel18 Jahre – Arbeiterkind e.V. wird volljährig

von | 15. Juli, 2026 | #15 – Wir arbeiten dran, Füreinander, GNM+

Bildung sollte niemals von der sozialen Herkunft abhängig sein. Dennoch gibt es nach wie vor zahlreiche strukturelle Hürden, denen sich Studierende aus nicht-akademischen Haushalten tagtäglich stellen müssen. Gründerin Katja Urbatsch setzt genau da an: individuelle Unterstützung auf Augenhöhe.

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Dass ein Studium für viele eine Herausforderung darstellt, ist keine Frage. Dennoch kommt es dabei immer wieder besonders auf die Rahmenbedingungen an: kann ich meine Eltern nach Hilfe fragen, wenn ich etwas nicht verstehe? Was bedeuten eigentlich diese ganzen Fachwörter? Wie schreibt man eine Hausarbeit und wie funktioniert das alles hier überhaupt?

Katja Urbatsch hatte nicht das Privileg, solche Fragen im nächsten Umfeld beantwortet zu bekommen. Als erste Person in ihrer Familie, die an die Uni ging, hatte sie besonders am Studienanfang dauernd das Gefühl, hinterher zu sein. Auch in der Schule hatte es nicht genügend Informationen gegeben, die sie auf ein Studium vorbereitet hätten. 

Inspiriert von ihrer eigenen Erfahrung, entstand dann die Idee einer Gemeinschaft, in der Studierende der ersten Generation sich austauschen und Unterstützung auf ihrem Weg erhalten können. Im Mai 2008 erstellte sie zunächst eine Website mit Tipps zum Meistern des Studiums für Erstakademiker:innen. Seit der Gründung ist Arbeiterkind.de als rein spendenfinanzierter Verein mit rund 6.000 Ehrenamtlichen zu Deutschlands größter Community für Studierende der 1. Generation herangewachsen.

Nun feiert Arbeiterkind.de bereits seinen 18. Geburtstag und zieht Bilanz: Laut eigener Angaben konnten in den letzten Jahren fast 35.000 Personen erreicht werden – darunter ca. 11.000 Schüler:innen. Mit über 80 lokalen Gruppen ist die Organisation dabei bundesweit, und sogar in Brüssel, vertreten. Hinzu kommen Beratungsgespräche an etwa 320 Infoständen, bei knapp 300 Veranstaltungen in Schulen sowie in 1.730 Online-Unterstützungsanfragen. 

Erfolgskonzept Gemeinsamkeit

Insbesondere die Themen Studienfinanzierung und Stipendien seien von großem Interesse. „Unser Engagement ist häufig sehr persönlich und individuell”, sagt Urbatsch. Grund dafür sieht die Gründerin darin, dass die Menschen jeweils ihren eigenen Bezug zu dem Thema haben. Jeder könne sich damit auf die eigene Art identifizieren. „Wir sagen ihnen: Du bist nicht alleine. Anderen geht es auch so wie dir.”.

Einer der wichtigsten Bausteine bei Arbeiterkind e.V. , damit Betroffene sich gesehen und gehört fühlen, ist das Mentoringprogramm. Hier greifen Erstakademiker:innen, die ihr Studium bereits absolviert haben, den neuen Generationen unter die Arme. In den Lokalgruppen gibt es die Möglichkeit, Probleme und Fragen auf Augenhöhe zu besprechen. Worüber gesprochen wird …

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