Ein neu gegründete Initiative will in Hamburg verhindern, dass obdachlose Menschen in Vergessenheit nach ihrem Ableben geraten.
Das Projekt „Straßennachlass“ gibt obdachlosen Menschen erstmals die Möglichkeit, ihre Wünsche, Erinnerungen und wichtigen Dokumente nach dem Ableben sicher festzuhalten. Die Initiative gibt ihnen die Möglichkeit, ihren Nachlass kostenlos zu ordnen, ihre Lebensgeschichte festzuhalten und wichtige Kontaktpersonen zu benennen. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von dem Verein Gabenzaun, der Straßenhilfe Hamburg, dem Start-up Chronuu und den Hoffnungsorten Hamburg. „Die Würde endet nicht mit dem Verlust einer Wohnung“, sagt Gerardo Köpke, Leiter des Hamburger Vereins Gabenzaun.
Erste digitale Vorsorgeplattform für obdach- und wohnungslose Menschen in Deutschland
„Auf der Straße werden wichtige Dokumente schnell nass oder sie gehen verloren“, sagt Volker Kruse von Chronuu. „Oft weiß man bei Verstorbenen gar nicht, wie die Person hieß oder ob sie Angehörige hatte.“ Ein Armband mit digitalen Chip soll das digitale Portal ergänzen. Obdachlose können sich online registrieren und eine Vertrauensperson festlegen. Nur sie erhält Zugriff auf die hinterlegten Daten, kann Angehörige benachrichtigen und letzte Wünsche weitergeben. Der Start des Projekts ist in drei Monaten geplant. Aktuell fehlen jedoch noch 50.000 Euro an Spenden.
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