Ein Wohnmodell, das Generationen in der Stadt verbindet

Ein Haus wie ein Dorf – mitten in der Stadt

von | 10. April, 2026 | Füreinander

Ein Haus wie ein Dorf – mitten in der Stadt

In Mehrgenerationenhäusern wird aus anonymem Wohnen gelebtes Miteinander: ein urbanes Modell, das Vielfalt, Fürsorge und Selbstbestimmung verbindet.

Ein Dorf schafft Zugehörigkeit. Es reduziert soziale Isolation und bietet ein Miteinander, welches wir in der Stadt schnell vermissen können. Hier greifen Nachbarschaft und Generationen selbstverständlich ineinander. Städte erzeugen Vielfalt, können aber auch soziale Segmentierung begünstigen. Hier gibt es weniger spontane generationenübergreifende Kontakte als in traditionellen Dorfgemeinschaften. Viele ältere Menschen in Deutschland fühlen sich auch deswegen einsam.

Warum Städte neue Formen von Gemeinschaft brauchen

Doch Urbanität schafft auch Chancen: selbstgewählte Familien, diverse Nachbarschaften – und neue Wohnformen, die Menschen auffangen, die sich nach mehr Miteinander sehnen. Eines dieser Modelle, das aus anonymem Nebeneinander wieder gelebtes Miteinander machen möchte, ist das Mehrgenerationenhaus.
In Essens Innenstadt wird dies erprobt. Das GeKu-Haus in der Viehofer Straße hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Raum zu schaffen, der Alltagsgemeinschaft ebenso fördert wie Selbstbestimmung. 

„Das GeKu-Haus ist ein Mehrgenerationenhaus, in dem junge und ältere Menschen, Menschen aus verschiedenen Kulturen und mit unterschiedlichen Lebensgeschichten unter einem Dach leben. Hilfe entsteht hier oft im Alltag – weil man sich kennt.”

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Ein Haus wie ein Dorf – mitten in der Stadt 1

In vielen Kulturen ist diese Art des Zusammenlebens seit Jahrhunderten gelebter Alltag – in Deutschland wird sie als innovatives Wohnmodell neu entdeckt. Nicht nur gibt es staatliche Förderungen für Mehrgenerationenhäuser, sie werden auch immer inklusiver gedacht.

Selbstbestimmt leben – mit Unterstützung

Monika Rintelen ist Mitgründerin des leichtR e.V. in Essen. Sie ist überzeugt davon, dass es Menschen besser geht, wenn sie einander begegnen, zuhören und gemeinsam Verantwortung tragen. Deshalb wurde im GeKu-Haus auch die leichtR-WG ins Leben gerufen:
„Die leichtR WG auf der fünften Etage ist ein geschützter Wohnbereich für Menschen mit Hilfebedarf, die selbstbestimmt leben möchten, aber Sicherheit und Unterstützung brauchen.“

Die Teilhabe älterer und hilfsbedürftiger Menschen steht im Zentrum des Projekts. Dafür braucht es gute Voraussetzungen wie Pflege, Barrierefreiheit und verlässliche Unterstützung. Hierfür bietet das GeKu beste Voraussetzungen. Nicht nur können die Bewohnenden der WG das ganze GeKu mit seinen Gemeinschaftsflächen und Kontakten nutzen, sie werden auch zusätzlich von einem Pflegedienst unterstützt, der bei Bedarf auch für die Nachbarn da ist.

Insgesamt gibt es im Haus 30 WG-Zimmer und 15 Wohnungen, die von Menschen unterschiedlichster Herkunft und Altersklassen bewohnt werden. Gemeinschaft wird hier großgeschrieben: Man kümmert sich umeinander, begegnet sich auf der Terrasse, in der Lounge oder vor der Tür auf der Viehofer Straße. So entsteht Raum für Gespräche, Austausch und gelebte Vielfalt – mitten in der Stadt.  

„Nicht nebeneinander leben, sondern miteinander. Ein Dorf mitten in der Stadt.“

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Ein Haus wie ein Dorf – mitten in der Stadt 2

Diese Haltung prägen auch Monika Rintelen und Reinhard Wiesemann, die das Projekt initiiert haben. Sie wissen: Das Leben endet nicht an der Wohnungstür – auch wenn es gerade im Alter oft so scheint. Mehrgenerationenhäuser wie das GeKu zeigen, dass Menschen füreinander da sein wollen, wenn der passende, professionelle Rahmen dafür geschaffen wird. Wo Begegnung möglich wird, kann aus Nachbarschaft wieder Gemeinschaft entstehen – ganz selbstverständlich, mitten in der Stadt.


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