Telekom und Co. im Nachhaltigkeitscheck

So nachhaltig sind unsere Mobilfunkanbieter & 2 Alternativen

von | 1. April, 2024 | GutesKaufen, Klima

So nachhaltig sind unsere Mobilfunkanbieter

Im letzten Jahr haben wir uns bereits angeschaut, welche Banken in Deutschland nachhaltig sind. Nun haben wir drei herkömmliche Mobilfunkanbieter und zwei Alternativen geprüft und schauen, was Nachhaltigkeit beim Handytarif überhaupt ausmacht.

Was macht einen Mobilfunktarif nachhaltig?

Am wichtigsten sind bei der Einordnung als „nachhaltig“ der Stromverbrauch und der Ausstoß von CO2. Weitere Gesichtspunkte wie nachhaltige Verpackung oder der Umgang mit Neu- und Altgeräten fallen ebenso unter jene Umweltfaktoren, die man beachten sollte, wenn man einen nachhaltigeren Vertrag möchte. Denn es erscheint schlüssig, dass Verträge, die den Kund:innen jedes Jahr ein neues Handy zusichern, nicht nachhaltig sein können.

Neben diesen klassischen Bereichen der Nachhaltigkeit sollte im sensiblen digitalen Bereich aber auch das Thema Datenschutz und -sicherheit betrachtet werden sowie die Transparenz bei der Gestaltung der Tarife und der Unternehmensstruktur.

Wie nachhaltig sind die Netzbetreiber?

Wer in Deutschland telefoniert, nutzt eins der Netze der Deutschen Telekom, von Vodafone oder von O2/Telefónica. Die Tarife und Verträge werden entweder über Marken und Tochterunternehmen der drei Anbieter zur Verfügung gestellt oder aber über Fremdanbieter, die sich Nutzungsrechte bei den Netzbetreibern kaufen. 

Wie nachhaltig sind Mobilfunkanbieter?
Foto: pixabay

Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom bezieht seit 2021 konzernweit 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien. Die Emissionen aus fossilen Energieträgern sollen konsequent reduziert werden – bis 2025 um bis zu 95 Prozent gegenüber 2017. “Die letzten rund fünf Prozent unseres CO2-Fußabdruckes werden wir durch hochwertige CO2-Bindungsprojekte neutralisieren und somit bereits 2025 für unsere eigenen Emissionen […] klimaneutral sein”, informiert die Telekom. Bis spätestens 2040 soll die gesamte Wertschöpfungskette (von der Produktion bis zu den Kund:innen) klimaneutral gestaltet sein.

Unter dem Label #GreenMagenta kennzeichnet die Telekom eigene Produkte, Services oder Initiativen, die nachweislich einen Nachhaltigkeitsvorteil bieten. Darunter fallen grüne Ladenkonzepte, Geräte-Recycling oder kunststofffreie Verpackungen. #GreenMagenta wird ebenso breitflächig werbend kommuniziert wie der Datenschutz, viel schwerer fällt es jedoch, etwas zur Preisgestaltung der Telekom herauszufinden. Hier kommuniziert der Platzhirsch deutlich weniger transparent gegenüber der Öffentlichkeit und seinen Kund:innen.

Vodafone

Bei Vodafone sieht der Emissionszeitplan ähnlich aus wie bei der Konkurrenz: Seit 2021 nutzt das Unternehmen in Europa nur noch Ökostrom. Auch hier werden Teile durch Zertifikate kompensiert. Bis 2025 will der Konzern in Deutschland klimaneutral wirtschaften (konzernweit bis 2030) und bis 2040 entlang der Wertschöpfungskette klimaneutral sein.

Im Oktober 2021 führte Vodafone nach eigenen Angaben Deutschlands erste “SIM-Karten aus recyceltem Kunststoff ein”. Allein im deutschen Vodafone-Netz funken fast 60 Millionen davon – die Eco-SIM aus recyceltem Kunststoff soll jährlich 320 Tonnen Kunststoff einsparen.

In puncto Transparenz jedoch macht Vodafone keine so gute Figur: Erst Ende 2021 wurde das Unternehmen von der Sächsischen Verbraucherzentrale mit dem PrellbockNegativpreis ausgezeichnet.

Telefónica (O2)

Auch O2 setzt auf Ökostrom und die oben beschriebenen Etappenziele (2025 klimaneutral; 2040 klimaneutral entlang der Wertschöpfungskette). 2030 will der Anbieter bis zu 37 % der Treibhausgasemissionen einsparen und nutzt hierfür teilweise die Kompensation durch Klimazertifikate. Der einzige sichtbare Unterschied ist, dass Telefónica bereits seit 2020 – und somit ein Jahr länger – mit 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien arbeitet.

Fazit: Alle drei Netzanbieter möchten eine gute Figur machen, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Im Bereich Umwelt gelingt das mehr oder minder, zu großen Teilen jedoch noch durch Kompensierung der Emissionen. Eine schlechtere Figur machen alle drei in der Kosten-Transparenz gegenüber ihren Kunden – was erst Mitte März zu einer Abmahnung der Verbraucherzentrale führte.

Die bewährte Alternative für nachhaltigen Mobilfunk: WEtell

Bei der Internetsuche nach nachhaltigen Mobilfunkanbietern, ist das erste Ergebnis WETell*, die gleich auf ihrer Startseite mit „100% Klimaschutz – Datenschutz – Fairness & Transparenz“ werben.

Der Anbieter aus Freiburg ist bereits heute klimaneutral, dies sind sie sogar entlang der gesamten Wertschöpfungskette. WETell* informiert umfassend über eine ökologische Unternehmensführung, die Bilanzierung durch die Gemeinwohl-Ökonomie und die (Preis)transparenz gegenüber den Kund:innen. Alle Emissionen, um die WETell* nicht herumkommt, werden mit carbonfuture kompensiert.

„Wenn Unternehmen ihre Prozesse stur beibehalten, ab und zu ein paar Cent für Klimaschutzprojekte spenden und sich dafür dann stolz auf die Schulter klopfen, ändert sich faktisch nichts. Echter Klimawandel braucht Veränderung und genau diese Entwicklung will WEtell vorantreiben”

WETell* nutzt in Deutschland das Netz der Vodafone, informiert aber anders als der Netzbetreiber aktiv über die Preisgestaltung:

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Foto: WEtell

Insgesamt ist die Kommunikation bei WETell* sehr transparent. Von der Unternehmensstruktur über Fairness und Datenschutz bis hin zu Kosten informiert der Anbieter umfassend, mit Fokus auf die Prüfung und Umsetzung von Nachhaltigkeit in allen Aspekten.

Neuer nachhaltiger Mobilfunkanbieter aus Düsseldorf: Amiva

Amiva* ist eine neue Mobilfunkmarke im Netz der Vodafone, die auch auf Nachhaltigkeit setzt. Amiva* repräsentiert einen Wandel in der Telekommunikationsbranche hin zu einem verantwortungsbewussten Handeln: Weg von reinen Billiganbietern, hin zu einem starken Engagement für gesellschaftliche Verantwortung und Nachhaltigkeit.

Darüber hinaus bietet das Unternehmen umweltfreundliche Smartphones an, recycelt alte Geräte und setzt auf digitale eSIMs sowie physische SIM-Karten aus recyceltem Kunststoff. Für unvermeidbare Emissionen, wie jene aus Produktion, Datenverkehr und Ladestrom, investiert Amiva* in Klimaschutzprojekte und Windenergie. Dabei geht Amiva* über bloße Kompensation hinaus und macht seine Handytarife klimapositiv. Seit Juli 2024 produziert der Mobilfunkanbieter doppelt so viel grüne Energie, wie ihre Kund:innen verbrauchen.

Beitragsbild: Arno Senoner / Unsplash

*Affiliate-Link: Wir erhalten eine Provision für neu abgeschlossene Mobilfunkverträge.

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Viktoria Franke
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