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Wie das Plüsch-Tierheim und Strahlemännchen für unvergessliche Erinnerungen sorgen

von | 18. Dezember, 2022

Das erste Plüsch-Tierheim der Welt und der Verein Strahlemännchen ermöglichen Kindern ganz besondere Momente.

Stellt euch vor: Ihr findet eine Kiste. Eine Kiste, an die ihr schon lange nicht mehr gedacht habt. Eine Kiste, die unter eurem Bett, ganz hinten in der Kommode oder auf dem Schrank steht. Eine Kiste, auf der sich bereits fingerdick der Staub sammelt. Ihr fragt euch, was ihr darin wohl alles so aufbewahrt habt. Es muss wohl etwas sein, das nicht allzu wichtig ist – ihr vermisst schließlich nichts. Bevor ihr sie öffnet, haltet ihr aber trotzdem noch einmal kurz inne. Was euch wohl gleich erwartet?

Ein plüschiges Gesicht schaut euch an, mit Knopfaugen, die eure zum Strahlen bringen. Im Bruchteil einer Sekunde erinnert ihr euch an alte, längst vergangene Zeiten.

Willkommen im Land der Plüschtiere 

Kinder sammeln Plüschtiere meistens so lange, bis sie selber keinen Platz mehr im Bett finden. Irgendwann kommt der Tag, an dem die treuen Wegbegleiter peinlich werden und die ersten Wollnasen daran glauben müssen. Aber wohin mit all den ganzen lieben Seelen? So viel Erinnerung kann man doch nicht einfach wegwerfen!

Das dachte sich auch Marcel Ziarek, der Gründer des ersten Plüsch-Tierheims der Welt. 2018 entstand in Aachen ein neues Heim für alte Kuscheltiere. Das Konzept: Die gespendeten Wegbegleiter sollen durch das Plüsch-Tierheim neue Besitzer:innen finden und mit den Erlösen echten Vierbeinern helfen. “50 Prozent der Einnahmen des Verkaufs der Fellnasen werden an Tierheime gespendet.” erklärt Ziarek. Durch die “Adoption” werden also nicht nur Ressourcen, die es für eine Produktion benötigt, gespart, sondern auch echte Tierheime unterstützt. Alleine in diesem Jahr konnte das Plüsch-Tierheim über 10.000 Euro spenden. 

Kuschel-Tierheim |  © Pixabay/Bru-nO

Kuscheltiere so weit das Auge reicht

Einen neuen Freund über das Plüsch-Tierheim zu finden, ist überhaupt nicht schwer. Aus 24 Kategorien, zu denen Marken aber auch Themenwelten zählen, haben Kund:innen die Wahl zwischen mehreren hunderten Fellnasen, darunter Teddybären, Maulwürfe, Dinosaurier, Einhörner, aber auch Stoffpuppen und Perlsacktiere. Zwischen Nemo und Simba findet man Diddl, Käpt’n Blaubär und Spongebob, aber auch seltene Sammlerstücke von Steiff mit Knopf im Ohr. 

Über die Plüschtier-Suche können Plüschtier-Liebhaber:innen sogar lange verlorene Kuscheltiere oder solche, die nicht mehr hergestellt werden, wiederfinden. Mit etwas Glück hat irgendjemand auf der Welt genau dieses Plüschtier gespendet. Selbstverständlich können Kund:innen nicht nur Kuscheltiere adoptieren, sondern auch selbst spenden. Hierfür können Plüschtierbesitzer:innen die heilen Wegbegleiter, gut verpackt nach Aachen schicken. 

Auch zu Weihnachten will das Plüsch-Tierheim für leuchtende Augen sorgen. Mit einem Ansatz, der gleich mehrere Vorteile hat: ein bisschen weniger Konsum, ein Pluspunkt für die Umwelt, ein extra großes Leckerli für echte Vierbeiner und ein neues Zuhause für ein paar Knopfaugen. 

Die Strahlemännchen 

Leuchtende Augen sind vermutlich eine der ehrlichsten und herzlichsten Reaktionen – und waren Eric Junges Motivation, den gemeinnützigen Verein Strahlemännchen zu gründen. Seit über 20 Jahren ermöglicht er mit seinem Rabaukenland in Attendorf schwer kranken Kindern die Möglichkeit, Momente für die Ewigkeit zu schaffen: ein gemeinsames letztes Foto auf dem Empire State Building, ein Treffen mit Oliver Kahn oder eine Segnung vom Papst höchstpersönlich. Erinnerungen, die keine Kreditkarte der Welt bezahlen kann. 

Wie alles begann

Als damaliger Aushilfstaxifahrer lernte Junge den elfjährigen David kennen, der mit seinem Vater auf dem Weg ins Universitätsklinikum Köln war. Eine Stunde Fahrt, die sich bald täglich wiederholte. Mit der Zeit taute David etwas auf und begann, Junge von seiner Geschichte zu erzählen: von seinem Hirntumor, der Chemotherapie und seinem Heißhunger auf Pommes und Pizza. Schnell wurden beide zu Freunden und Junge beschloss, die Zeit, die dem Kleinen noch blieb, zu der besten seines Lebens zu machen. Gemeinsam besuchten sie die Mannschaft von Borussia Dortmund, trafen Big Brother –Bewohner:innen und bestaunten die Welt von oben bei diversen Rundflügen.

Einen Herzenswunsch erfüllt Junge David bis heute. “Wenn ich nicht mehr krank bin, dann machen wir auch so viel mit anderen Kindern, die ich im Krankenhaus kenne und die genauso krank sind wie ich.” sagte er damals. Wie stolz und glücklich er wohl wäre, wenn er in die ganzen strahlenden Kinderaugen schauen könnte und sehen würde, dass auch sein letzter Wunsch in Erfüllung gegangen ist. 

Das Rabaukenland

Das Ferienlager in Attendorn zeichnet sich vor allem durch seinen naturnahen, gut erreichbaren und mit genügend Platz ausgestatteten Raum aus, der genügend Platz zum Austoben und Zurückziehen lässt. Ein Highlight, die im Jahr 2010 entstandene Räuberhöhle, ein Rundstamm-Blockhaus mit allem, was dazu gehört. Hier lässt es sich schlafen, am Kamin entspannen oder im Wintergarten den Regen im Trockenen beobachten. 

Mit der Hilfe von Spender:innen wächst und wächst das Rabaukenland und an Ideen, wie es noch unvergesslicher wird, mangelt es nicht.

Ein Blockhaus im Rabaukenland | © Strahlemännchen.de

Ein Platz zum Toben  

Der Spielplatz des Rabaukenlandes ist das Herzstück des Ferienlagers. Neben Nestschaukeln findet man hier auch einen großen Holzturm, der zum Klettern einlädt. Zurecht wird er auch als “Schönster Spielplatz im Kreis Olpe” bezeichnet. Die naturnahe Lage ermöglicht es den Urlauber:innen zudem, an einem warmen Sommertag eine Abkühlung im nur drei Gehminuten entfernten Biggesee zu bekommen. Jede Menge Spazierrouten und Freizeitangebote, wie Bootsfahren, Besuche in Deutschlands größten Tropfsteinhöhlen oder der Karl-May-Festspiele sind nur einen Katzensprung entfernt.

“Das gemütliche Haus, die Einrichtung, der unfassbar schöne Spielplatz, die Nähe zum See und nicht zuletzt die liebevolle Betreuung durch Familie Junge haben A. in diesen Tagen leuchtende Augen und Freunde beschert, an die er lange denken wird”, schreibt eine Familie nach ihrem Aufenthalt.

So zeigen Marcel Ziarek und Eric Junge, wie bereichernd es ist, anderen Menschen eine Freude zu machen.

Beitragsbild: pexels.com

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Sophia Schweizer

Sophia ist Redakteurin beim Good News Magazin. Als Kind wollte sie unbedingt einmal so werden wie Karla Kolumna, umso stolzer wäre sie wohl, wenn sie wüsste, dass sie nun für das erste Magazin für Positiven Journalismus in Deutschland schreiben darf - Sensationell!

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