"Revolution im öffentlichen Nahverkehr"

Drei Euro pro Tag: Österreich führt landesweites Klimaticket ein

von | 13. Oktober, 2021

Das österreichische Klimaschutzministerium will mit dem Klimaticket Pendler:innen motivieren, auf umweltschonende Verkehrsmittel umzusteigen.

Mit nur einem einzigen Ticket können Österreicher:innen ab dem 26. Oktober 2021 alle öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Das neue Klimaticket kann sowohl als landesweite als auch regionale Variante erworben werden. Nach einer anfänglichen Rabattaktion für Frühbuchende wird es pro Jahr 1.095 Euro kosten – also genau drei Euro pro Tag. So will die Klimaschutzministerin Leonore Gewessler Pendler:innen entlastet und mehr Menschen zur umweltschonenden Nutzung von Bus und Bahn motivieren.

“Nach 15 Jahren hat das Warten ein Ende”

Nachdem sich das österreichische Klimaschutzministerium mit den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland einigen konnte, können Reisende in Österreich seit dem 01. Oktober das sogenannte Klimaticket vorbestellen. “Das Klimaticket ist eine Revolution im öffentlichen Verkehr. Noch nie war Öffi-Fahren so einfach und so günstig. Nach 15 Jahren in denen dieses Ticket versprochen wurde, hat die Zeit des Wartens jetzt ein Ende”, schreibt das Ministerium dazu.

Interessierte, die das Ticket vor dem 26. Oktober vorbestellen, bezahlen nur 949 Euro. Zudem erhalten Senior:innen, Jugendliche oder Menschen mit Behinderung zusätzliche Ermäßigungen. In der Bundeshauptstadt Wien kostet ein solches Jahresticket für Bus und Bahn sogar nur 365 Euro.

Bis zu 1.500 Euro weniger

Die österreichische Regierung und die einzelnen Bundesländer sehen dieses Ticket vor allem als Beitrag zum Klimaschutz. Durch attraktive Preise sollen Pendler:innen dazu bewegt werden, fortan nicht mehr mit Autos zu fahren, sondern Busse und Bahnen zu nutzen. Denn die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), das Pendant zu der Deutschen Bahn, betreiben nach eigenen Angaben alle Züge und Bahnhöfe aus 100 Prozent erneuerbaren Energien. Sie verstehen sich als “größtes Klimaschutzunternehmen Österreichs” und möchten zukünftig auch alle Büros und Werkstätten mit grünem Strom versorgen.

Gleichzeitig werden Reisende finanziell entlastet. Laut Johanne Mikl-Leitner, Landeshauptfrau Niederösterreichs, gehe es für Pendler:innen um eine Preisreduzierung von bis zu 1.500 Euro. Pendeln würde demnach bis zu 60 Prozent günstiger werden. Zum Vergleich: Die Bahncard 100 der Deutschen Bahn, die für ein Jahr bundesweit gültig ist, kostet aktuell 4.027 Euro.       

Dennoch existieren in Deutschland vereinzelt ähnliche Angebote. So können in zahlreichen Verkehrsverbünden wie dem Raum Nürnberg oder München Schüler:innen und Auszubildende ein 365-Euro-Ticket erwerben. Und auch die baden-württembergische Landesregierung plant ein solches Ticket für Schüler:innen, Auszubildende und Studierende ab Herbst 2022 und hat es in ihren Etatentwurf für 2022 aufgenommen.

Interessierte können das Ticket unter www.klimaticket.at erwerben.

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Beitragsbild: ÖBB-Presse

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Paul Esser

Paul Esser ist stellvertretender Chefredakteur beim Good News Magazin. Wenn er gerade keine Medien macht oder konsumiert, studiert er Politikwissenschaften und Psychologie. Warum das alles? Lösungen waren schon immer spannender als Probleme!

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