E-Bike, Schnellbus oder doch lieber Gondel?

das ist ein GNM+ ArtikelEin Blick auf nachhaltige Mobilitätskonzepte weltweit

von | 18. März, 2024 | #6 – Mobilität: Leben ist Bewegung, GNM+

Dass die Verkehrswende im Kampf gegen die Klimakatastrophe zentral ist, steht außer Frage. Doch wie kann ein Umstieg auf nachhaltige Mobilität aussehen? Das zeigen wir an Beispielen aus der ganzen Welt.

Dass die Verkehrswende im Kampf gegen die Klimakatastrophe zentral ist, steht außer Frage. Doch wie kann ein Umstieg auf nachhaltige Mobilität aussehen? Das zeigen wir an Beispielen aus der ganzen Welt.

Das ist ein Beitrag aus unserem sechsten Printmagazin mit dem Thema „Mobilität“. Diesen und weitere exklusive Beiträge gibt’s im GNM+ Abo

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Die Autos hupen, seit einer Viertelstunde geht es kaum voran. Auf der vierspurigen Straße staut sich in den Morgenstunden der Verkehr, die Abgaswolken aus den laufenden Motoren werden immer dichter, in den Autos und draußen herrscht wortwörtlich dicke Luft. Dabei könnten wir uns das alles sparen. Den Stress, die Luftverschmutzung, die Emissionen. 

Denn zum Glück investieren immer mehr Länder und insbesondere Großstädte weltweit zunehmend in die Förderung nachhaltiger Fortbewegungsmittel. Darunter zählt die Verbesserung der Radinfrastruktur wie in Kopenhagen ebenso wie der Ausbau der E-Busflotten in immer mehr Städten in Deutschland und Skandinavien. Doch die Möglichkeiten nachhaltiger Mobilität gehen weit darüber hinaus. Gerade wenn wir in andere Teile der Welt blicken, zeigt sich: Nachhaltige Mobilität hat viele Formen. Und sie ist überall auf dem Vormarsch.

Der Verkehrssektor: Schlüssel im Kampf gegen Emissionen

Der Mobilitätssektor ist verantwortlich für fast ein Viertel aller jährlichen globalen CO2-Emissionen. Und diese Zahl wird allen Schätzungen zufolge in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch steigen, insbesondere, weil die Nachfrage nach dem eigenen Auto in immer mehr Teilen der Welt wächst.

Der motorisierte Straßenverkehr, sprich PKWs, Busse und Motorräder tragen den größten Teil zu den globalen Gesamtemissionen im Transportsektor bei. 2018 lag ihr Anteil bei 45 Prozent, zum Vergleich: Der Warentransport über das Straßennetz lag bei 29,4 Prozent, der Schiffsverkehr (Personen- und Güterverkehr) bei 11,6 Prozent. Innerhalb der EU sind PKWs für 61 Prozent der gesamten CO2-Emissionen im Straßenverkehr verantwortlich. Sie sind damit ein Schlüsselfaktor im Kampf zur Senkung der globalen CO2-Emissionen.

Ein Weg, um Emissionen durch PKWs zu reduzieren, ist die Umstellung auf Elektroautos. Sie sind erwiesenermaßen umweltfreundlicher – selbst unter Berücksichtigung des erhöhten CO2- und Rohstoffbedarfs bei der Produktion und Entsorgung. Es sind darum gute Neuigkeiten, dass der Verkauf von E-Autos in den letzten Jahren in die Höhe geschnellt ist. 2023 waren 18 Prozent aller neu zugelassenen Autos weltweit elektrobetrieben; bis 2035 könnten es sogar 50 Prozent sein, so eine Vorhersage des globalen Finanzdienstleisters Goldman Sachs.  

Ein “E” davor reicht nicht

Aber das allein reicht noch nicht. Denn auch E-Fahrzeuge haben noch einen nicht unerheblichen Fußabdruck. Was also zusätzlich nötig ist, ist ein Umstieg vom Auto auf andere Verkehrsmittel: keine Antriebs- sondern eine Verkehrswende. 

Für längere Reisen ist der Zug umwelttechnisch gesehen ohne Zweifel das Mittel der Wahl – zumindest, wenn er elektrobetrieben ist. Auch Fernbusse schneiden in der Klimabilanz gut ab. Für kürzere Strecken sind das Fahrrad und der öffentliche Nahverkehr als Alternativen zum Auto ganz vorne mit dabei. Nicht überall auf der Welt ist der Zugang zu diesen Alternativen gleich: In einer Stadt wie Amsterdam ist es deutlich leichter, sich mit dem Rad fortzubewegen, als beispielsweise im hügeligen Kigali in Ruanda. Doch dass die Infrastruktur global unterschiedlich ausgeprägt ist, heißt nicht, dass es nicht überall auf der Welt nachhaltige Fortbewegungsmöglichkeiten gibt, ganz im Gegenteil.

Ostafrika: E-Motorräder

Schauen wir noch einmal auf Kigali. In der Hauptstadt Ruandas sind Motorräder ein verbreitetes Fortbewegungsmittel. Im ganzen Land sind mehr als die Hälfte aller Fahrzeuge auf den Straßen Moto-Taxis, ähnlich wie in anderen Ländern Ostafrikas: mehr als 5 Millionen Motorräder gibt es auf den ostafrikanischen Straßen, insbesondere in ländlichen Gebieten sind sie ein wichtiges Fortbewegungsmittel. Seit einigen Jahren jedoch ändert sich etwas: es kommen immer mehr E-Motorräder dazu. 

Ein Unternehmen, das diese Umstellung vorantreibt, ist AMPERSAND. Das Unternehmen mit Sitz in Kigali stellt inzwischen mehr als 1.300 Elektro-Motos in Ruanda und Kenia, bis Ende 2024 sollen es über 10.000 sein. Und AMPERSAND ist nicht alleine. Im Nachbarland Uganda stellt das Unternehmen Bodawerk (Boda ist der Na…

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