60 Kinder sollen schon bald in dem Holzbau in der Münchner Maxvorstadt spielen und lernen.
22 Meter soll das Gebäude mit seiner markanten Lamellenfassade in die Höhe ragen und aus nachwachsenden Rohstoffen gebaut sein: die Ingeborg Pohl Kinderoase an der Technischen Universität München. Das fünfstöckige Gebäude entsteht nach dem Entwurf des burkinisch-deutschen Architekten Francis Kéré, der 2022 mit dem Pritzker-Preis, dem renommiertesten Preis in der Architektur, ausgezeichnet wurde. Weltweit bekannt wurde Kéré vor allem durch seine überzeugte Verwendung lokaler Materialien und traditioneller Bautechniken.
Kérés Kinderoase: Ein echter Blickfang in der Maxvorstadt
Nach den bereits bewilligten Plänen des renommierten Architekturbüros soll die Kita die umliegenden Gebäude um fünf Meter überragen und damit zum echten Blickfang in der Münchner Maxvorstadt werden. Wo früher ein Parkplatz war, sollen so bald 60 Kinder aus fünf Gruppen spielen können – drinnen oder auf dem Spielplatz auf der überdachten Dachterrasse.
Nun mag es im für Bauvorschriften bekannten Deutschland überraschen, dass das Bauvorhaben nicht bereits eine größere Öffentlichkeit erfuhr, doch die Münchner Lokalbaukommission gab bereits im Vorjahr die entscheidende Erlaubnis: Die Ingeborg Pohl Kinderoase entfalte keine außergewöhnliche „städtebauliche Prägung“ und auch denkmalrechtliche Vorgaben würden eingehalten. Dennoch wird der Bau mit seiner futuristischen Lamellenfassade die Umgebung prägen.
Kita erfüllt „mehrere großartige Zwecke“
Ihren Namen hat die Kita ihrer Bauherrin zu verdanken. Unternehmerin Pohl ist seit 2016 Ehrensenatorin der TUM und überzeugt vom positiven Einfluss des Gebäudes auf das Viertel:
„Dieses Gebäude wird mehrere großartige Zwecke erfüllen: Zuallererst hilft es den an der TUM tätigen Müttern, indem die Kinder dort tagsüber gut aufgehoben sind. In der Gemeinschaft Gleichaltriger werden sie in ihrer Entwicklung, im Spiel und beim Toben und Entdecken gefördert. Der einzigartige Bau von Prof. Francis Kéré mit seiner außergewöhnlichen Fassade wird auch das Museumsviertel als neues architektonisches Highlight ergänzen.“
Stifterin Ingeborg Pohl
Auch bei diesem Bauprojekt setzt Kéré auf regenerative Rohstoffe: Die Kita soll innen wie außen aus Holz gebaut werden, die Lamellen müssen allerdings des Brandschutzes wegen aus Stahl sein. Wenngleich Bauvorschriften architektonische Träume in Teilen durchkreuzen können, denkt Kéré bereits weiter. So könne er sich etwa vorstellen, das Gebäude der Kita mit dem der Mensa zu verbinden, um alles in „eine Riesenwiese“ zu verwandeln. Bleibt zu beobachten, wie der Architekt, der selbst an der TUM lehrt, das Universitätsviertel in den kommenden Jahren verändern wird.
Beitragsbild: Courtesy of Kéré Architecture