Wachsender Frauenanteil an Habilitationen

Darum wird es bald mehr Dozentinnen an deutschen Hochschulen geben

von | 23. Juli, 2021

In naher Zukunft werden Frauen eine noch größere Rolle im deutschen Hochschulalltag spielen. Auch in den zentralen Positionen mit Lehrauftrag.

Denn seit Jahren wächst der Anteil der Frauen, die die höchste akademische Stufe – die sogenannte Habilitation – erreichen. Wer diese Stufe erreicht, kann zukünftig an einer deutschen Universität unterrichten. Laut Statistischem Bundesamt machten Frauen im Jahr 2020 35 Prozent aller Habilitationen aus. Im Jahr 2010 waren es noch 25 Prozent. 

Zehn Prozentpunkte in zehn Jahren

Diese Entwicklung scheint kein One-Hit-Wonder zu sein, sondern der Beginn einer nachhaltigen Entwicklung. Zwischen 2010 und 2020 wuchs der Frauenanteil an Habilitationen stetig um insgesamt zehn Prozentpunkte, allein im vergangenen Jahr stieg er von 32 auf 35 Prozent. Besonders in den Gruppen der Geisteswissenschaften (47 Prozent) sowie der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (42 Prozent) haben Frauen einen vergleichsweise hohen Anteil. Den größten Sprung machte der Frauenanteil in der Gruppe der Mathematik und Naturwissenschaften – von 21 auf 30 Prozent.

Neben dem Frauenanteil ist auch die Anzahl der Habilitationen selbst leicht angestiegen. Bei den Männern ging sie zwar um vier Prozentpunkte zurück, dafür stieg sie aber bei Frauen um insgesamt elf Prozent. Ebenso der Anteil der ausländischen Wissenschaftler:innen. Im Jahr 2010 machte diese Gruppe erst sieben Prozent aus.  

Was ist eine Habilitation überhaupt?

Eine Habilitation ist in Deutschland und zahlreichen anderen europäischen Ländern die höchste akademische Auszeichnung. Sie prüft vor allem die Lehrbefähigung im Rahmen des eigenen Fachbereichs und ist damit ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Professur. Wer habilitiert ist, versteht sein Fach also vollumfänglich: thematisch, methodisch und pädagogisch. 

In der Regel erhalten habilitierte Personen den Rang eines Privatdozenten beziehungsweise einer Privatdozentin. Je nach Hochschulform können sie auch ihren Doktorgrad um den Zusatz “habilitata” beziehungsweise “habilitatus” erweitern. Leider hat eine Habilitation aber nicht automatisch eine Professur zur Folge. Auf diese müssen sich die Absolvent:innen erst bewerben. Der wachsende Frauenanteil macht dennoch Hoffnung darauf, dass es in Zukunft nicht nur noch mehr Habilitationen von Frauen geben wird, sondern auch mehr Dozentinnen an deutschen Hochschulen.

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Beitragsbild: Katerina Holmes / Pexels

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Paul Esser

Paul Esser ist stellvertretender Chefredakteur beim Good News Magazin. Wenn er gerade keine Medien macht oder konsumiert, studiert er Politikwissenschaften und Psychologie. Warum das alles? Lösungen waren schon immer spannender als Probleme!

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