Die Stimme für ein neues Kolumbien

Francia Márquez: Ein Land feiert seine erste afrokolumbianische Vizepräsidentin

von | 23. Dezember, 2022

Francia Márquez ist Symbol und Hoffnungsträgerin eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels in Kolumbien und Kämpferin für Diversität und Umweltschutz. Das Porträt einer außergewöhnlichen Frau.

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Francia Elena Márquez Mina ist ehemalige Minenarbeiterin, Umweltaktivistin, stolze Afrokolumbianerin – und seit Juni Kolumbiens neue Vizepräsidentin. In einem Kolumbien im Aufbruch ist ihre Wahl das Zeichen eines tiefgreifenden Umdenkens. Vor allem aber ist sie ein Symbol der Hoffnung für alle Angehörigen marginalisierter Gruppen und für all diejenigen, die in Kolumbien schon lange für Gleichberechtigung, Gerechtigkeit und Umweltschutz kämpfen.

Eine Wahl für den Wandel

Es war ein historischer Tag: Am 20. Juni 2022 entschied Gustavo Petro das Rennen um die kolumbianische Präsidentschaft in einer der engsten Wahlentscheidungen der Geschichte des Landes knapp für sich. Der ehemalige Guerilla-Kämpfer wurde damit Kolumbiens erster linker Präsident. Ein Ausrufezeichen in einem Land, das jahrzehntelang von einer konservativen Regierung geführt wurde – und in dem trotz des jüngsten wirtschaftlichen Aufschwungs der Wohlstand so ungleich verteilt ist wie in kaum einem anderen südamerikanischen Land. Nicht zuletzt darum schenkte wohl ein Großteil der Bevölkerung ihre Stimme dem Mann, der versprach, in Zukunft dafür zu sorgen, dass die „stille Mehrheit der Farmer:innen, der indigenen Völker, der Frauen und der Jugend“ zum Zug kommt.

Die jüngsten Wahlen markieren damit einen schon fast radikalen Umbruch, der Hoffnung gibt auf ein Kolumbien, in dem alle Gruppen der Gesellschaft gehört werden. Eine Person verkörpert diese Hoffnung wohl mehr als jede andere. Sie heißt jedoch nicht Gustavo Petro, sondern Francia Márquez. Und sie ist Kolumbiens erste Schwarze Vizepräsidentin.

Wie Kampfgeist geboren wird

Die neue zweite (oder erste) Frau im kolumbianischen Staat blickt auf eine bewegte Lebensgeschichte zurück. Geboren 1981 in Yolombo im Departamento del Cauca im Südwesten Kolumbiens, wuchs sie in der nahegelegenen afrokolumbianischen Gemeinde La Toma am Ufer des Ovejas-Flusses auf. Cauca ist eines der diversesten Departamentos Kolumbiens, mit einem der höchsten Anteile indigener Völker und über 250.000 Kolumbianerinnen und Kolumbianern afrikanischer Abstammung.

Die Region ist reich an Bodenschätzen, doch der Großteil der Bevölkerung lebt in ärmlichen Verhältnissen von der Landwirtschaft oder der Arbeit in den Bergbauminen. So auch die Familie von Francia Márquez. Wenn es am Nötigsten mangelte, mussten alle Familienmitglieder von Kindesbeinen an mit anpacken. Schon in jungen Jahren lernte die heutige Vizepräsidentin so die rauen Arbeitsbedingungen der Bergbauwelt kennen. Sie weiß, was es bedeutet, ein Leben in unsicheren Verhältnissen zu führen.

Die Gegend um La Toma ist bekannt für ihre Schönheit, doch auch für Armut und gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen bewaffneten Truppen, unter denen vor allem die Zivilbevölkerung leidet. Bild: Neil Palmer

Mit gerade 16 Jahren, während ihres Landwirtschaftsstudiums in der nächstgrößeren Stadt Suárez, wurde Francia Márquez zum ersten Mal schwanger. Sie brach ihre Ausbildung ab und kehrte zurück in ihre Heimat – und in die Minen, wo sie bis kurz vor der Geburt ihres Sohnes arbeitete. Als alleinerziehende Mutter schlug sie sich danach wechselweise als Bergarbeiterin und Haushaltshilfe durch. Doch ihr Kampfgeist machte sich noch in weiterer Hinsicht bemerkbar: in ihrem Einsatz für die Bevölkerung und die Natur von La Toma.

“Unser Leben, unsere Würde”

Bereits mit 13 Jahren wurde Francia Márquez zur Aktivistin. Ein spanisches Energieunternehmen legte damals Pläne vor, nach denen der Lauf des Oveja-Fluss zu einem nahe gelegenen Energiekraftwerk umgeleitet werden sollte. Für die Menschen in La Toma ist der Fluss jedoch eine essenzielle Wasserquelle für den Anbau von Nahrungsmitteln und eine noch wichtigere spirituelle Quelle. “Der Ovejas ist unser Leben, unsere Würde, und die hat keinen Preis. Nicht für alles Geld der Welt werden wir zulassen, dass dieser Fluss bewegt wird”, fasste Francia Márquez das damalige Gefühl in der Bevölkerung später in einem Interview zusammen. 

So formierte sich Widerstand: Unter der Führung der Vereinigung Process of Black Communities in Colombia legte die Gemeinde Einspruch gegen den Ausbau ein. Zehn Jahre später zog sich der Energiekonzern aus dem Vorhaben zurück.

Doch damit war der Kampf um La Toma noch nicht beendet. Wiederum zehn Jahre später erreichte er seinen Höhepunkt in dem Konflikt, der Francia Márquez auf der großen politischen Bühne bekannt machen sollte. Diesmal war es kein Energieunternehmen, das die Umwelt und Bevölkerung bedrohte, sondern der illegale Bergbau. Mit ihren Baggern und unter Einsatz von Chemikalien rodeten die Bergbauunternehmen Wälder, schufen tiefe Gräben in der Landschaft und vergifteten den Ovejas mit Quecksilber und Zyanid.

Als Márquez von der Zerstörung ihrer Heimat erfuhr, unterbrach sie das Jurastudium, das sie an der Universität in der kolumbianischen Großstadt Calí aufgenommen hatte, und kehrte nach La Toma zurück. Gemeinsam mit den Frauen vor Ort organisierte sie eine der bis dato größten und erfolgreichsten Aktionen für den Umweltschutz in Kolumbien.

Der Gang der Turban-Trägerinnen

Am 17. November 2014 brachen mehr als 70 Frauen aus La Toma und den umliegenden Gemeinden auf, um gegen die ökologische und soziale Zerstörung ihrer Heimat durch den illegalen Bergbau zu protestieren. Ihr Ziel: die 350 Kilometer entfernte Hauptstadt Bogotá. Zehn Tage dauerte der Protestmarsch, der als „Marcha de los Turbantes“ bekannt wurde – wegen der Turbane, die die Frauen als Zeichen ihrer afrokolumbianischen Kultur trugen.

In der Hauptstadt angekommen, zogen sie weiter durch die Straßen bis in die Räume des Innenministeriums. Fast zwei Wochen hielten sie diese besetzt, bis die kolumbianische Regierung im Dezember 2014 versprach, aktiv gegen alle illegalen Bergbauaktivitäten in der Region vorzugehen. Auf die Worte folgten Taten: Mithilfe des Militärs wurden die Minen bis Ende 2016 stillgelegt oder geräumt. Und der Erfolg der Protestierenden blieb nicht auf La Toma begrenzt. Ein Jahr später richtete die Regierung eine nationale Abteilung für den Kampf gegen den illegalen Bergbau ein. Dies war ein gewaltiger Schritt in dem Land, in dem 80 Prozent aller Goldexporte illegal geschürft werden.

Für die Umwelt heißt gegen Rassismus

Francia Márquez erlangte durch ihre Rolle als Anführerin des Protestmarschs nationale und internationale Bekanntheit. 2018 wurde sie für ihren Einsatz mit dem Goldman Environmental Prize ausgezeichnet, der auch als der „grüne Nobelpreis“ bezeichnet wird.

Francia Márquez vor dem Ovejas-Fluss, der in ihrem Kampf für Umweltgerechtigkeit zum zentralen Auslöser wurde. Bild: Mar de Fuegitos

Doch ihr neuer Ruhm hatte auch Schattenseiten. Denn Aktivist:innen leben in Kolumbien gefährlich, mehr als an jedem anderen Ort der Welt. Allein im Jahr 2020 wurden in dem südamerikanischen Land 65 Umweltschützer:innen ermordet. Auch Francia Márquez erhielt Todesdrohungen und verließ deshalb mit ihren zwei Kindern ihre Heimat. Dennoch kämpfte sie unermüdlich weiter.

Dabei ist für sie der Kampf gegen Umweltzerstörung und gegen Diskriminierung ein und derselbe, auch, weil Angehörige von Minderheiten besonders unter den Folgen einer solchen Zerstörung leiden. Daher wird im Diskurs oft von “environmental racism” oder “environmental discrimination”, auf Deutsch “Umweltrassismus” oder “Umweltdiskriminierung”, gesprochen. In ihrer Rede zur Verleihung des Goldman-Preises machte Márquez darum klar:

„Ich bin Teil eines Prozesses, einer Geschichte von Kampf und Widerstand, die damit begann, dass meine Vorfahren in Sklaverei hierher gebracht wurden. Ich bin Teil eines Kampfes gegen strukturellen Rassismus. Ich bin Teil von all denen, die dafür kämpfen, dass sich Freiheit und Gerechtigkeit weiter verbreiten. Von denen, die die Hoffnung auf ein besseres Leben bewahren. Von den Frauen, die mit Mutterliebe ihr Gebiet zu einem Raum zum Leben machen. Von denen, die die Stimme erheben, um die Zerstörung der Flüsse, der Wälder und der parámos (Anm.: Name für eine Vegetationsform in äquatorialen Gebirgen) zu stoppen.”

Überraschungserfolg einer Aktivistin

Um diesen Kampf zu führen, entschied sich Francia Márquez zunächst für ein Jurastudium, dann für den Weg in die Politik. 2020 schloss sie ihr Studium an der Universidad Santiago de Cali erfolgreich ab, kurz danach verkündete sie ihre Absicht, bei den Präsidentschaftswahlen 2022 anzutreten und gründete die Bewegung Soy porque somos, auf Deutsch „Ich bin, weil wir sind“. Der Name der Organisation ist dabei gleichzeitig Ausdruck ihrer Philosophie für eine Gesellschaft, in der “wir lernen, kollektiv etwas zu erschaffen, zu erkennen, dass ich nur bin, solange ihr seid, dass unsere Menschlichkeit mit der Natur verflochten ist und dass wir Teil von ihr sind.” 

Francia Márquez’ Ziel ist daher ganz klar: das Land “von den Peripherien auf Grundlage der Vielfalt, der Unterschiede, durch die ausgeschlossenen und unterdrückten Mehrheiten” neu aufzubauen.  

Es ist ein Ziel, das in der Bevölkerung Anklang fand. Bei den Vorwahlen Anfang des Jahres 2022 erhielt Francia Márquez fast 800.000 Stimmen. Damit lag sie überraschend an dritter Stelle hinter Gustavo Petro und seinem Kontrahenten Rodolfo Hernández, den die Medien auch den “Trump Kolumbiens” nannten. Gleichzeitig war sie sie dadurch die zweiterfolgreichste Kandidatin des Pacto Histórico, einem Bündnis aus einer Vielzahl von linksgerichteten und grünen Parteien und Grassroots-Bewegungen hinter Petro. Dieser erkannte das Potenzial der Newcomerin. Nach ihrem Erfolg in den Vorwahlen machte er Francia Márquez zu seiner “running mate” für den finalen Wahlgang und damit zu seiner Vizepräsidentin in spe.

Eine Stimme für “die Niemande”

In ihrem Wahlkampf machte Márquez sich explizit zum Sprachrohr für Kolumbiens marginalisierte Gruppen. Für Frauen, für die ländliche Bevölkerung, für arme Menschen, für die indigene und Schwarze Bevölkerung, kurz: für die unbeachtete Mehrheit, die doch lange am Rande der kolumbianischen Gesellschaft stand. Oder wie Francia Márquez sie nennt, “los nadie y las nadie, auf Deutsch “die Niemande”.

Mit ihrer Wahl zur Vizepräsidentin bekommen die bislang Ungehörten nun eine Stimme. Das gilt insbesondere für die afrokolumbianische Minderheit, deren komplexe Geschichte im 16. Jahrhundert mit der Versklavung unzähliger Schwarzer Menschen durch die spanischen Kolonialherren begann und bis heute kaum aufgearbeitet ist.

Knapp zehn Prozent der kolumbianischen Bevölkerung bezeichnen sich selbst laut offiziellen Statistiken der kolumbianischen Regierung als Schwarz, Afrokolumbianer:in oder Angehörige:r einer der anerkannten afro-kolumbianischen ethnischen Gruppen der Raizal oder Palenqueras. Diese Zahl ist jedoch heftig umstritten. Kolumbianische Wissenschaftler:innen und führende Vertreter:innen der afrokolumbianischen Bewegung sehen den Anteil der afrokolumbianischen Bevölkerung bei mindestens 25 Prozent; dem schließen sich auch die Vereinten Nationen an.

Palenquera-Frauen in den Straßen von Cartagena. Die Obstverkäuferinnen in den bunten Gewändern, Zeichen ihrer afrikanischen Wurzeln, sind ein Symbol der Stadt – und zeigen den großen Einfluss der afrokolumbianischen Kultur in Kolumbien. Bild: Luz A. Villa via Wikimedia Commons

Die abweichenden Zahlen sind dabei auch das Resultat einer ideologischen Politik der “mestizaje, also der “Vermischung”. Das Ziel dieser Politik war die Vermischung der ethnischen und kulturellen Gruppen des Landes bis hin zur Entstehung einer geeinten Nation von “mestizosund “mestizas”, ohne soziale Spannungen aufgrund der Herkunft. Eine Strategie, die nicht aufging – auch weil die Regierung gleichzeitig jahrzehntelang eine Agenda des “blanqueiamento, übersetzt des “Weiß-Machens” der Bevölkerung verfolgte.

Kampfansage gegen strukturellen Rassismus

So entstand in Kolumbien eine Art heimlicher Rassismus, der gesellschaftlich nicht thematisiert wird, aber für die Betroffenen dafür umso spürbarer ist.

Laut einer Erhebung der World Bank leben 41 Prozent aller Kolumbianer:innen afrikanischer Abstammung in Armut. Zum Vergleich: Bei Kolumbianer:innen ohne afrikanische Wurzeln sind es 27 Prozent. Chocó, das Departamento mit dem höchsten afrokolumbianischen Bevölkerungsanteil, ist zugleich das ärmste des Landes.

Viele Afrokolumbianer:innen haben erschwerten Zugang zu Bildung, zur Gesundheitsversorgung und zum Arbeitsmarkt. Regionen mit einem hohen afrokolumbianischen Bevölkerungsanteil wie Chocó oder Francia Márquez’ Heimat Cauca sind zudem in besonderem Maß von Gewalt und Kriminalität betroffen. Ähnliches gilt für Regionen, in denen viele Angehörige indigener Völker leben.

Die bisherigen Regierungen haben diesen strukturellen Ungleichheiten wenig bis keine Beachtung geschenkt. Doch nun steht ein Umbruch bevor. Denn in einem Land, in dem Rassismus bislang als non-existent dargestellt und die daraus entstehenden Benachteiligungen unter den Teppich gekehrt wurden, kommt die Wahl einer afrokolumbianischen Vizepräsidentin einem gesellschaftlichen Erdbeben gleich. In ihrem Wahlkampf verurteilte Francia Márquez die konservativen Eliten. “Sie haben unser Volk zu Elend, Hunger und Verzweiflung verdammt”, kritisierte sie und versprach ihren Anhänger:innen ein Ende „des strukturellen Rassismus, der uns in diesem Land nicht hat atmen lassen“. 

Ein “schmackhaftes Leben” für Alle

Ein Aufatmen, eine Befreiung, das erhofft sich die Bevölkerung Kolumbiens von diesen Wahlen. Francia Márquez hat dem einen Namen gegeben: „Vivir Sabroso”. Wörtlich übersetzt bedeutet der Ausdruck so viel wie „schmackhaftes Leben“. Er bezeichnet innerhalb der afrokolumbianischen Gemeinschaft ein Lebensgefühl, das die neu gewählte Vizepräsidentin auf Nachfrage so zusammenfasst:

„‘Vivir Sabroso’ heißt in Würde leben, in Frieden leben, ohne Angst leben“. 

Francia Márquez

Ein solches Leben soll in Kolumbien in Zukunft allen Menschen möglich sein, ganz und gar unabhängig von Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht, sozialer Stellung oder sexueller Orientierung.

Noch kurz vor der Wahl wurde heftig debattiert, ob Kolumbien wirklich bereit sei für eine Frau, die mehr als jede andere Person in der kolumbianischen Politik Diversität nicht nur fordert, sondern lebt. Seit der Auszählung der Stimmen ist nun klar: Die kolumbianische Bevölkerung ist bereit für eine tiefgreifende Transformation hin zu einer Gesellschaft, in der kulturelle Vielfalt, Gleichberechtigung und Umweltschutz zu zentralen Bausteinen werden. 

Francia Márquez kämpft seit Jahren für die Rechte der Minderheiten in Kolumbien. Sie ist zum Symbol für eine gerechtere Gesellschaft geworden. Bild: Colombiapeace.

Francia Márquez ist für viele ihrer Wähler:innen der Beweis, dass ein solcher Wandel möglich ist. Mit ihr identifizieren sie sich, weil sie wissen, dass die Frau, die es von den Bergbauminen von La Toma bis zur Vizepräsidentin geschafft hat, sie versteht. Es ist ein Vertrauensbeweis und gleichzeitig eine große Verantwortung für Márquez, die als erste Amtshandlung ein Ministerium für Gleichberechtigung schaffen will. In ihrer ersten Rede gab sich die frisch gekürte Vizepräsidentin vor der Menschenmenge, die sich in Bogotá versammelt hatte, um den Wahlerfolg zu feiern, kämpferisch und optimistisch:

„Nach 214 Jahren haben wir zum ersten Mal eine Regierung des Volkes, eine Regierung der Leute mit Arbeiterhänden, eine Regierung der einfachen Leute, eine Regierung der Niemande Kolumbiens.“

Francia Márquez

Eine neue Geschichte für ein neues Kolumbien

Kolumbien ist in Aufbruchstimmung. Die Strukturen einer vorwiegend alten, Weißen und männlichen Elite sollen nun der großen Mehrheit der Minderheiten weichen. Das ist auch die Botschaft, die Francia Márquez nach dem Wahlerfolg auf der Social-Media Plattform Twitter sendet:

„Das hier ist für unsere Großmütter und unsere Großväter, für die Frauen, die jungen Leute, die Angehörigen der LGBTQIA+ Community, für die Indigenen, die Bauern, die Arbeiter, die Opfer, mein Schwarzes Volk, für die, die Widerstand geleistet haben und die, die erst noch kommen … Für ganz Kolumbien!“

Und sie endet mit einer altbewährten Phrase, die aus dem Mund dieser Hoffnungsträgerin einen ganz neuen Anstrich von Aufrichtigkeit und Glaubwürdigkeit bekommt. „Heute“, verspricht die erste afrokolumbianische Vizepräsidentin des Landes, „beginnen wir damit, eine neue Geschichte zu schreiben!“

Den ersten Satz dieser neuen Geschichte hat sie mit ihrer Wahl bereits geschrieben.

Beitragsbild: @ViceColombia – Darwin Torres

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Luisa Vogt

Luisa Vogt ist Redakteurin beim Good News Magazin und liebt Sprachen, Reisen und das kennenlernen verschiedenster Kulturen. Beim Good News Magazin lebt sie ihre Leidenschaft für Sprache und für spannende, schöne Berichte aus aller Welt - weil die Welt viel mehr realistischen Idealismus braucht. Außerdem studiert sie nach ihrem Bachelor in Englisch und Französisch inzwischen im Master Asien- und Afrikastudien in Berlin und arbeitet als Lerntherapeutin.

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