modular, reparierbar, Elekromüll-neutral

5 Alternativen für nachhaltige und faire Smartphones

von | 13. Juli, 2022

Dringend nötig und lange überfällig: die Revolution der nachhaltigen Elektronik-Herstellung.

Du möchtest dein aktuelles Smartphone am liebsten so lange wie möglich benutzen, aber eben dieses Gerät macht dir ständig einen Strich durch die Rechnung? Dann sind folgende Beispiele vielleicht eine nachhaltige Alternative für dein nächstes Handy. Faire Smartphones sind noch eine Nische, aber das können wir Käufer:innen ändern.

„Schon wieder ist der Akku alle!“ – Der erzwungene Neukauf von Smartphones

Wer kennt nicht das Problem des kaputten Handyakkus nach wenigen Jahren. Austauschen kommt gerade bei preiswerten Modellen selten in Frage, da die Reparatur fast so teuer ist wie ein neues Gerät. Die geplante Obsoleszenz ist die, vom Hersteller aus Marktorientierung bewusst herbeigeführte, kurze Haltbarkeit technischer Geräte und Bauteile. Das führt zum schnellen Altern der Produkte und somit zum Neukauf. Wer da nicht mitmachen will, dem bleiben einige Alternativen, die Ressourcen sparen, auf faire Arbeitsbedingungen in der gesamten Lieferkette achten und somit Mensch und Umwelt schützen. Wo also das nächste Smartphone kaufen, wenn es nachhaltig und nicht allzu teuer sein soll?

1. Der Klassiker unter den fairen Smartphones: das Fairphone

„Die endlosen Möglichkeiten für eine faire Zukunft – für alle“, die zeigt die niederländische Firma Fairphone B.V. bereits seit 2013. Insgesamt vier Modelle sind bisher auf dem Markt. In der Verarbeitung, Technologie (z.B. 5G) und vor allem im nachhaltigen Ressourcengewinn hat sich Fairphone dabei immer weiter verbessert. Das Fairphone ist das Ergebnis eines offenen Designprojekts des Waag Institut aus Amsterdam. Viel öffentliche Aufklärung und neue Anstöße für die gesamte Mobilfunkbranche haben wir dem Vorreiter zu verdanken. Die einfache Reparierbarkeit und 5 Jahre Garantie sprechen für die Qualität und Langlebigkeit.

2. Eine regionale Fairphone-Alternative: das Shiftphone

In der kleinen hessischen 800-Seelen-Gemeinde Falkenberg werden Smartphone-Konzepte entwickelt, die Faitrade-Herzen höher schlagen lassen. Zwar produziert das Social Business Shiftphone seine Modelle nicht vor Ort, achtet aber von fairen Löhnen und Arbeitsbedingungen in seinen Produktionsstätten (in beispielsweise China), über Transparenz und Ressourcen-Sparsamkeit bis hin zu Modularität und Reparierfähigkeit auf Nachhaltigkeit. Besonders ist auch der im Shiftphone integrierte Warnhinweis, Zeit sinnvoll zu nutzen, denn Menschen sind nun mal wichtiger als das Smartphone. Die Modelle liegen zwar in der höheren Preisklasse, sind aber mit den niederländischen Fairphones zu vergleichen. Außerdem sind beide Anbieter Elektromüll-neutral .

3. „Proudly African“, das Mara Phone aus Ruanda

Ressourcen-Plünderung eines Kontinents, Kinderarbeit und Konfliktrohstoffe wie seltene Erden sind die traurigen Schattenseiten der Elektronik-Herstellung. Mara Phone versucht deshalb die Wertschöpfung aus den kontinentalen Ressourcen auch auf dem Kontinent zu garantieren. Das Unternehmen ist der erste, und aktuell noch einzige Smartphonehersteller auf dem afrikanischen Kontinent, drei Modelle sind schon auf dem Markt. Seinen Hauptsitz hat Mara Phone in Kigali, Ruandas Hauptstadt. Als Zielgruppe wird hauptsächlich der afrikanischen Kontinent bedient, mittlerweile wird jedoch in die ganze Welt geliefert. Das Preis-Leistungsverhältnis ist gut und das Unternehmen hat sich den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen verpflichtet.

4. Gigaset produziert Smartphones ‚Made in Germany‘

Die Modelle von Gigaset (Affiliate-Link*) werden seit 2018 zu großen Teilen in Deutschland (Bocholt) hergestellt. Anders als häufig im Ausland, herrschen hier vor allem faire Arbeitsbedingungen und Transport sowie Verpackung sind nachhaltiger. Der Hersteller wirbt mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis. Allerdings werden ein Großteil von Gigaset-Produkten und ihren Bauteilen weiter in China produziert. Trotzdem ist Gigasets „Made-in-Germany“ Modell eine kostengünstige Option, die Smartphone-Produktion in Deutschland zu fördern. Zu 60 Prozent kann das Smartphone hier hergestellt werden. Warum nicht alle Teile des Handys hier gefertigt werden können? Die Nachfrage danach ist noch nicht groß genug.

5. Aufbereitete Smartphones

Der neue Anbieter Thie kauft alte Geräte an, bereitet sie auf und verkauft sie anschließend bis zu 40% günstiger. Dabei wird 70 % Kohlenstoffdioxid im Vergleich zu einem Neukauf gespart und es gibt sogar zwölf Monate Garantie. Zusätzlich pflanzt Thie pro verkauftem Gerät einen Baum und hat so schon über 1.000 Bäume im Paderborner Umland gepflanzt. Ähnliches verspricht das österreichische Start-up Refurbed: Bis zu 70 % der-Emissionen und bis zu 40 % Kosten kann hier beim Kauf eines ihrer aufgearbeiteten Geräte gespart werden. Ein großes Sortiment, Qualität und Garantie bieten der Online-Marktplatz. 

Damit sind die beiden Anbieter neben Ebay und anderen digitalen Plattformen sicherlich eine gute Wahl für diejenigen, die ihrer Marke und Produktlinie treu bleiben wollen. Nicht zu vergessen sind natürlich noch die vielen lokalen Gebrauchtwarenhändler vor Ort. Flohmärkte, aber auch viele Second-hand Läden bieten Elektronik an.

Der Kauf eines neuen oder gebrauchten Smartphones liegt häufig an einem kaputten Handy. Immer mehr Unternehmen spezialisieren sich auf dessen Reparaturen, die bei Expressreparaturen auch schnell und unkompliziert ablaufen. Wichtig ist es hierbei, auf die Qualität der Anbieter zu achten, damit das reparierte Handy auch lange hält.

Fazit: Nachhaltigkeit ist und bleibt Definitionssache

Eine wirkliche Einordnung welches der genannten Smartphones nun das aller nachhaltigste ist, fällt schwer. Denn jede Firma und jeder Produktionsstandort verbraucht unterschiedliche Ressourcen und achtet auf verschiedene Kriterien und Sozialstandards. Letztendlich müssen wir alle nach unseren eigenen Prioritäten entscheiden. Eins ist aber gewiss: Lange Nutzung und Second-Hand garantiert Ressourcen-Schonung! Und in der Produktion und dem Kauf von Elektronik ist viel Luft nach oben für nachhaltiges globales Denken und Handeln. Außerdem lohnt sich ein Blick auf die Mobilfunkanbieter in Deutschland und die guten Alternativen WETell (*Affiliate-Link) und Goood.

Beitragsbild: © Rahul Pandit / Pexels

*Affiliate-Link: Wir erhalten eine Provision für gekaufte Produkte.

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Julia Fritzsche

Für eine wirklich bessere Welt brauchen wir Erfolgstories, positive Beispiele und eine große Portion Hoffnung. Mein Herz brennt für Nachhaltigkeit, daher studiere ich sozial-ökologische Resilienz in Stockholm. Durch meine Beträge beim Good News Magazin hoffe ich zu motivieren, sich für eine positivere Welt einzusetzen!

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