In Wismar bringt ein neues Projekt junge Familien und Senior:innen zusammen. Beim „Generationenmatch“ entstehen Begegnungen, aus denen echte Freundschaften werden können.
Zwischen Janna Welp und ihrer Mutter liegen rund 250 Kilometer – oder dreieinhalb Stunden Autofahrt. Zu weit für spontane Besuche, zu weit für schnelle Hilfe im Alltag.
Janna lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Wismar an der Ostsee, ihre Familie in Cuxhaven. Die Beziehung ist eng, aber die Nähe fehlt. Kein kurzer Besuch nach der Kita, kein gemeinsames Eis zwischendurch, kein spontaner Schwimmbad-Nachmittag mit Oma. Unterstützung im Alltag? Oft nur mit Planung – und viel Planung.
Aus diesem persönlichen Bedürfnis heraus entsteht eine Idee: Warum nicht Generationen neu verknüpfen? Warum nicht Menschen zusammenbringen, die sich gegenseitig unterstützen können – auch ohne verwandt zu sein?
Gemeinsam mit dem Verein Kamondra gründet Janna Welp das „Generationenmatch“ – die erste Initiative dieser Art in Wismar.
Kennenlernen statt Perfektion
Das Konzept ist bewusst niedrigschwellig. Jede kann sich melden: Senior, Familien, Alleinstehende. Ziel ist nicht die perfekte Vermittlung nach Kriterien, sondern echtes Kennenlernen.
„Die meisten sind am Anfang schüchtern. Es ist nicht leicht, einfach aufeinander zuzugehen“, sagt Janna Welp dem Good News Magazin. Deshalb organisierte das Team moderierte Treffen. Es wird gespielt, Gruppen wechseln, Gespräche entstehen nebenbei – ohne Druck, dafür mit viel Raum für Begegnung zwischen den Generationen.
Dabei zeigt sich schnell: Ein „Perfect Match“ entsteht selten sofort. Die Einstellungen müssen passen, die Erwartungen auch. „Am Ende entscheidet Sympathie – und was beide Seiten daraus machen wollen“, sagt Welp. Aber einen Versuch ist es immer wert.
Vom WhatsApp-Workshop bis zur Ersatz-Oma
Inzwischen hat das Generationenmatch bereits erste Treffen organisiert. Vier Rentner:innen und drei bis vier Familien nehmen regelmäßig te…
Ersatz-Oma gesucht – Austausch geboten