Der Kultklub produziert ab der Saison 20/21 selbst

Das „nachhaltigste Trikot der Welt“ gibt’s bei St. Pauli

von | 16. Januar, 2021

Ab der Saison 2021/22 wird es beim Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli Trikots aus eigener Produktion geben. Diese sollen unter dem Markennamen DIIY (Do it, improve yourself) verkauft werden. Bei der Herstellung in der Türkei wird besonders auf Nachhaltigkeit und faire Bedingungen geachtet.

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St. Pauli mal wieder vorbildlich

Sportlich läuft es aktuell nicht wirklich rund für den Kultverein aus Hamburg. Nichtsdestotrotz wird der FC St. Pauli einmal mehr seiner gesellschaftlichen Vorbildfunktion gerecht. Seit dem 1. Dezember 2020 können Fans bereits die Trikots für die kommende Saison 21/22 vorbestellen. Das Besondere daran: Die Trikots werden nicht länger von der Firma Under Armour hergestellt, sondern unter fairen und nachhaltigen Bedingungen von der vereinseigenen Marke DIIY – der Name ist angelehnt an die Phrase „Do it yourself“.

Den Fans sei Dank

Die Hersteller aus der Türkei sind dabei keine Unbekannten. Denn auch das berühmte T-Shirt mit dem Totenkopflogo wird dort neben anderen Produkten schon länger hergestellt. So weiß der Klub genau, worauf er sich einlässt und kann gewährleisten, dass die Spielbekleidung unter fairen Arbeitsbedingungen gefertigt wird. Möglich wurde das Ganze erst durch die Fans, die bereits 2016 bei einer Mitgliederversammlung entschieden haben, dass alle Produkte des Klubs möglichst nachhaltig und fair produziert werden sollen.

Recyclingplastik und bluesign-Siegel

Was das Thema Nachhaltigkeit betrifft, setzt DIIY bei den Trikots auf 100% Polyester aus Recyclingplastik. Zudem sind laut taz einige Materialien bei St. Paulis Produkten mit dem bluesign-Siegel zertifiziert. Dieses bekommt ein Produkt nur, wenn es strenge Kriterien erfüllt, um maximalen Umweltschutz und Transparenz bei allen Produktionswegen zu gewährleisten. Gleichzeitig wird auch die Gesundheit der Arbeiter:innen und der Käufer:innen vor Chemikalien geschützt, die nicht verwendet werden sollten.

Das Jersey ist unisex. Es gibt die Wahlmöglichkeit zwischen geradem und tailliertem Schnitt.

Individuell und dabei typisch St. Pauli

Das neue Trikot kommt natürlich in dem klassischen Braunton daher, der typisch für den FC St. Pauli ist. Zudem verfügt es über beigefarbene Nadelstreifen, einen modernen Polo-Kragen und wie seine Vorgänger über den Spruch „Kein Fußball den Faschisten“ im Kragen. Der Nadelstreifen, der mittig auf das Brustwappen trifft und somit auch über dem Herzen verläuft, ist in Rot gehalten. Dies soll die Liebe zum Verein symbolisieren.

Nicht die Ersten, aber deutlich konsequenter

Der FC St. Pauli ist nicht der erste Verein mit einem nachhaltigen Trikot. In der aktuellen Bundesliga-Saison beispielsweise läuft bereits die TSG Hoffenheim in einem Leibchen auf, das zu 92 % aus recycelten Plastikflaschen besteht. Das betrifft jedoch lediglich das Heimtrikot und dabei auch nur das Oberteil, nicht aber Hose und Stutzen. Auch wenn das ebenfalls ein gutes Zeichen für die Umwelt ist – der sympathische Elbstadtklub zeigt sich mit seiner eigenen Trikotherstellung wesentlich konsequenter und glaubhafter.

Ein neues Kapitel für den FC St. Pauli

Diese Konsequenz spiegelt sich nicht zuletzt darin wider, dass auch ohne die Pläne für DIIY der auslaufende Sponsorenvertrag mit dem Hersteller Under Armour nicht verlängert worden wäre. Das Unternehmen tritt nämlich seit längerem als Förderer des US-Militärs auf und ihm wird eine gewisse Nähe zur Waffenlobby vorgeworfen. St. Paulis Fans standen deshalb verständlicherweise einer Zusammenarbeit mit Under Armour von Beginn an eher kritisch gegenüber. Jetzt also steht ein neues Kapitel an, das ganz im Zeichen der Umwelt steht.

Beitragsbild: © Klaus Heinzler / FC St. Pauli

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Jan Luca Rose

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