Brummen an der Stromquelle

Solarparks als Bienen-Biotop

von | 10. Juni, 2021

Solarparks können Bienen und anderen Insekten neuen Lebensraum bieten. Eine neue Studie zeigt die positiven Folgen für Artenvielfalt und Biodiversität.

Erneuerbare Energiequellen helfen bei der Bekämpfung des Klimawandels. Welche Auswirkungen sie auf ihre direkte Umwelt haben, ist allerdings vergleichsweise wenig erforscht. Mit konkreten Empfehlungen zeigt eine britische Studie nun, wie Solarparks zu neuen nachhaltigen Lebensräumen für Bienen und Pflanzenbestäuber aller Art werden können. So könnten nicht nur die Populationen zahlreicher Insekten gestärkt werden. Auch Renaturierungs-Prozesse und Biodiversität würden angekurbelt und gefördert. Davon profitieren auch wir Menschen. 

Fleißige Bienen

Bienen, Schmetterlinge und Co. sind unsere Freunde und Helfer. Obwohl sie uns meist nur dann auffallen, wenn sie im Sommer um unsere Getränke schwirren, spielen sie eine unglaublich wichtige Rolle in unserem Öko-System. Denn während sie von Pflanze zu Pflanze fliegen, um beispielsweise Nektar für leckeren Honig zu sammeln, bestäuben sie die unzähligen Blüten ganz nebenbei. Nur so können sich die Blütenpflanzen vermehren. Ohne diese „Dienstleistung“ würden fünf bis acht Prozent der globalen Getreideproduktion komplett verloren gehen. Kapitalistisch gedacht, entspräche das bis zu 235 Milliarden US-Dollar. 

Durch einseitige Landwirtschaft, den Einsatz von Pestiziden und die Versiegelung von Waldflächen schrumpfen die Lebensräume der Pflanzenbestäuber allerdings, ihre Populationen gehen seit Jahren stark zurück. Laut Forschenden der Lancaster University und der University of Reading könnten Solarparks helfen, um dieses Problem zu lösen.   

Warum Solarparks? 

Weltweit sind immer mehr riesige Flächen mit Solar-Panels bedeckt. Sie liefern einen Teil des sauberen Stroms, mit dem der Klimawandel eingedämmt werden kann. Oftmals sind die Solarparks auf zuvor stark bewirtschafteten Flächen angesiedelt und von großen landwirtschaftlichen Plantagen umgeben. Bienen und andere Insekten können dabei helfen, diese Flächen zu renaturieren. Und weil sie auch Pflanzen in der Umgebung anfliegen, erhöhen sie so die Biodiversität in der gesamten Region.

Vor allem aber haben Solarparks eines: Platz. Auf den riesigen Flächen können sich unterschiedlichste Pflanzenarten ungestört ausbreiten. Die einzelnen Solar-Panels müssen nicht einbetoniert werden, sodass die gesamte Fläche unversiegelt bleibt. Und da die Panels meist ein bis zwei Meter über dem Boden angebracht sind, bilden sich in ihrem Schatten ganz besondere Biotope, deren Mikro-Klimata das Wachstum verschiedenster Pflanzen fördert.     

Schonende Schafe und schützende Hecken

Für ihre Studie haben die Forschenden fast 7.000 wissenschaftliche Arbeiten analysiert, um möglichst evidenzbasierte Empfehlungen für die Bienen-Biotope zu geben. Unter anderem legen sie nahe, auf den Solar-Flächen gezielt unterschiedlichste Wildpflanzen zu säen. Diese sollen entsprechend der Bedürfnisse der lokalen Insekten-Populationen und abgestimmt auf die umliegende Natur ausgewählt werden, sodass die Bestäuber zu jeder Zeit versorgt sind. 

Zudem empfehlen die Forscher:innen, große Hecken rund um den Anlagen anzulegen. Hier finden die Insekten einen wichtigen, geschützten Rückzugsort, an dem sie sich ungestört vermehren und brüten können. 

Besonders wichtig sei es, die Natur auch Natur sein zu lassen. So entstehen unterschiedlichste Bereiche auf dem Gelände, unter denen jedes Insekt den passenden Schlafplatz finden kann. Auf Mähen oder Stutzen soll im besten Fall ganz verzichtet werden. Dazu geben die Forschenden einen ganz besonderen Alternativvorschlag: Schafe, die den Wildwuchs schonend zurecht knabbern.

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Beitragsbild: @pixeldebris / unsplash.com

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Paul Esser

Paul Esser ist stellvertretender Chefredakteur beim Good News Magazin. Wenn er gerade keine Medien macht oder konsumiert, studiert er Politikwissenschaften und Psychologie. Warum das alles? Lösungen waren schon immer spannender als Probleme!

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