Nichts ist stärker als die Liebe einer Mutter – und doch ist sie in Krisenzeiten oft das Schutzloseste, was es gibt. Als die Kämpfe in Al-Fashir eskalierten, flohen Tausende – mit kaum mehr als dem, was sie tragen konnten. Einige fanden erst in Golo einen Ort zum Innehalten, weit weg vom Ort ihres Verlustes. Mitten in den Siedlungen der Vertriebenen befindet sich das von UNICEF unterstützte Gesundheitszentrum Golo Jadeeda.
Es ist inzwischen zu einer wahren Lebensader geworden – einem Ort an dem sich Frauen untereinander unterstützen. Vor allem Mütter erhalten dort medizinische, ernährungsbezogene und psychosoziale Unterstützung – Hilfe, die auch dort wirkt, wo Verletzungen unsichtbar geblieben sind.
Frauen wie Arafa Abdel Mawla und Fadeela – selbst Mütter mit eigenen Sorgen sind dort täglich für andere da. Arafa registriert Frauen, die zur Untersuchung kommen, während ihr acht Monate alter Sohn Afrahim auf ihrem Rücken schläft. „Diese Kinder haben nichts. Deshalb komme ich jeden Tag“, sagt sie.
„Wenn wir um Beratung gebeten werden, können wir nicht Nein sagen. Ich bin Mutter von fünf Kindern. Wenn ich die Kinder anderer Mütter ansehe, denke ich an meine jüngste Tochter. Was wäre, wenn sie es wäre, die um ihr Überleben kämpft?“ sagt Fadeela.
Wenn Heilung beginnt, entsteht neue Kraft: Überlebende werden in Golo oftmals zu Helfer*innen für andere – ein Kreislauf des Mitgefühls, durch den Hoffnung weitergetragen wird.
„Die Mütter kamen in großer Zahl aus den umliegenden Lagern. Viele Kinder waren schwer mangelernährt“, erklärt Nidal Elias.
Jeden Tag läuft sie eine halbe Stunde zur Arbeit – schwanger, mir ihrem einjährigen Sohn Shamikh auf dem Arm. „Derzeit behandeln wir 31 Fälle schwerer akuter Mangelernährung, mehr als 200 betroffene Kinder wurden dem ergänzenden Ernährungsprogramm zugeteilt. Vier Kinder haben sich bereits erholt.“
Mütter, die das Gewicht des Überlebens tragen
Awatif Mohamed erinnert sich an ein einfaches, aber erfülltes Leben vor dem Krieg – an die Jahre, in denen sie gemeinsam mit ihrem Mann neun Kinder großzog. Nun wird er seit mehr als einem Jahr vermisst. Awatif zieht ihre Kinder allein groß, in Golo Jadeeda, weit weg von allem, was sie kannte.
„Als wir flohen, trug ich vier Decken auf dem Kopf – den ganzen Weg von Al-Fashir nach Zamzam und dann nach Golo. Wir konnten nicht viel mitnehmen, aber ich wusste, dass meine Kinder frieren würden.“ Dann wird ihre Stimme leiser: „All das Negative, was passieren konnte, hat uns erreicht. Wir brauchen Hilfe. Wir brauchen Frieden. Wir wollen unser einfaches Leben zurück.“
Für Gisma Yagoub begann das Überleben mit der Flucht aus Al-Fashir – sie hat beide Eltern im Krieg verloren. Ihr Baby Mustafa war schwer mangelernährt. „Meine Milch reichte kaum. Ich konnte ihn nicht regelmäßig stillen. Nach vier Besuchen im Gesundheitszentrum wurde er endlich stärker.“ Jede Woche kehrt sie zurück – für die Untersuchung, für Mustafa, für einen Funken Hoffnung.
Mütter feiern und schützen
In Golo Jadeeda teilen sich Mütter und Helferinnen ihre Sorgen, ihre Hoffnung und ihre Kraft. Hinter ihrer Stärke aber steht ein stiller täglicher Kampf: Jede vertriebene Mutter ringt um Nahrung, um Sicherheit und um die Chance, ihre Kinder durch einen weiteren Tag zu bringen. Die Helferinnen vor Ort geben alles – doch sie können es nicht allein. Sie brauchen Unterstützung.
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