Grün, grün, grün sind alle meine Häuser

das ist ein GNM+ ArtikelÜber die positiven Effekte von Gebäudebegrünung

von | 30. April, 2026 | #14 – Alles im grünen Bereich, GNM+, Klima

Das klassische Stadtbild: grau in grau. Dazu kommen im Sommer Temperaturen, unter denen die meisten ächzen. Doch es gibt einen Ansatz, der zeigt, wie Städte lebendiger und klimafreundlicher werden können – indem Gärten und Grünflächen gezielt in die Architektur integriert werden. Über eine Methode, die bereits viel bewirkt, aber auch ihre Grenzen hat.

Das klassische Stadtbild: grau in grau. Dazu kommen im Sommer Temperaturen, unter denen die meisten ächzen. Doch es gibt einen Ansatz, der zeigt, wie Städte lebendiger und klimafreundlicher werden können – indem Gärten und Grünflächen gezielt in die Architektur integriert werden. Über eine Methode, die bereits viel bewirkt, aber auch ihre Grenzen hat.

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Von Finn Tönjes und Yannick Luca Dahm

Während des Interviews muss sich Luis Cassiano mehrfach den Schweiß von der Stirn wischen. “Ich bin beschäftigt!”, ruft er zwei mal die Treppe hinunter. Er sitzt im Schatten, dennoch, so zeigt es das Thermometer, sind es 34 Grad. „Auf meinem Balkon ist es viel heißer“, sagt er. Die Sonne knallt darauf. Er zückt sein Thermometer: 56 Grad. Mehr als 20 Grad Unterschied unter seinem Dach. Und genau dieses ist außergewöhnlich. Denn darauf hat er verschiedene Pflanzen eingesetzt: unter anderem Bromelien und andere hitzebeständige Gewächse. Bei Favela-Häusern ohne Dachbegrünung stiegen die Temperaturen laut Luis Cassiano auf weit über 50 Grad. Aber darauf hätte vieles Einfluss: Die Tageszeit oder auch die Höhe, auf der das Haus steht. Es sei schwer, eine verallgemeinernde Aussage zu treffen.

Luis Cassiano oder Sanduba, wie sie ihn nennen, ist eine kleine Berühmtheit in der Favela Parque Arará im Stadtteil Benfica im Norden der brasilianischen Stadt Rio de Janeiro. Seine gemeinnützige Organisation „Teto Verde Favela“ (dt.: grünes Dach) verfolgt seit Gründung 2014 zwei Ziele, wie er erklärt: „Einerseits geht es darum, dass die Häuser etwas heruntergekühlt werden. Andererseits will ich den Menschen auch etwas über Pflanzen und ihre Wirkung beibringen.“ Die Idee kam ihm vor mehreren Jahren, als die Stadt wieder einmal von einer Hitzewelle überrollt wurde. 

Doch auch fernab der Favelas wächst die Zahl der Architekt:innen und Stadtplaner:innen, die Pflanzen in ihre Gebäudeplanung mit einbeziehen. Nicht immer ist ihr Effekt so direkt und spürbar wie bei Luis Cassianos Gründächern. Auch gilt nicht automatisch: Pflanzen auf Gebäuden gleich nachhaltig und klimafreundlich. Jedoch unter den richtigen Voraussetzungen können grüne Fassaden und Dächer überall einen großen Beitrag dazu leisten, gerade unsere Städte lebenswerter zu machen.

Ein Unterschied wie Tag und Nacht

Wer an Favelas denkt, dem kommen vermutlich als erstes Bilder von Waffen, Kriminalität und Drogenhandel in den Sinn. Neben diesen sehr realen Problemen kämpfen die Bewohner allerdings auch mit Widrigkeiten der Natur. Dazu zählt in besonderem Maße die Hitze. Die bekanntesten Favelas befinden sich in Rio de Janeiro. Die Millionen-Metropole liegt direkt am Atlantik. An heißen Tagen treibt es also Touristen und Bewohner gleichermaßen an den Strand oder in Strandnähe. Auch wenn die Favelas auf Hügeln errichtet sind und Blickkontakt zum Meer haben, erreichen kühle Meeresbrisen selten die steilen Hänge, im Gegenteil, die Hitze ballt sich dort.

Es gibt kaum Klimaanlagen, Ventilatoren helfen nur begrenzt, begrünte Flächen gibt es genauso selten. Ob in den Gassen oder im eigenen Haus, die Hitze staut sich. Und genau hier setzt der 45-jährige Luis Cassiano mit seiner Organisation „Teto Verde Favela“ an.

Ein Thema für Luis Cassiano und seine Mitstreiter ist auch die Architektur und Stabilität der Geb�…

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