Forschende der Technischen Universität München haben das Antibiotikum Metronidazol so weiterentwickelt, dass es das Magenbakterium Helicobacter pylori bis zu 60-mal stärker bekämpft.
Forschende der Technischen Universität München haben ein bekanntes Antibiotikum so verändert, dass es das Magenbakterium Helicobacter pylori bis zu 60-mal stärker bekämpft als die bisherige Standardtherapie.
Das Bakterium ist weltweit verbreitet, kann chronische Entzündungen der Magenschleimhaut verursachen und gilt als wichtiger Risikofaktor für Magenkrebs. Gleichzeitig wird das Bakterium zunehmend unempfindlich gegenüber gängigen Antibiotika.
Das Bakterium passt sich an – die Forschung auch
Das TUM-Team hat den Wirkstoff Metronidazol chemisch angepasst und sogenannte Ether-Derivate entwickelt. Diese greifen gezielt Schutzmechanismen des Bakteriums an und verstärken chemische Reaktionen, die dessen Zellbestandteile beschädigen. In Labortests wirkten die neuen Varianten deutlich stärker gegen normale und resistente Bakterienstämme, ohne menschliche Zellen zusätzlich zu schädigen.
„Wir haben hier einen sehr vielversprechenden möglichen Wirkstoff zur Senkung des Magenkrebsrisikos entwickelt. Allerdings müssen die Ergebnisse noch in klinischen Studien am Menschen bestätigt werden. Sollte dies gelingen, wäre das ein echter medizinischer Durchbruch“, betont Prof. Stephan A. Sieber, Professor im Forschungsteam der TUM.
Die in Nature Microbiology veröffentlichten Ergebnisse könnten langfristig dazu beitragen, das Risiko für Magenkrebs bei vielen Patient:innen zu senken.
Beitragsbild: Pixabay
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