Hoffnung für Millionen Betroffene

Long COVID und ME/CFS: Bund investiert 500 Millionen Euro in Forschung

von | 18. Januar, 2026 | Wissenschaft

Long COVID und ME/CFS sollen besser erforscht werden. Bild von Menschen im Labor. Credits: https://depositphotos.com/de/photo/modern-medical-research-laboratory-diverse-team-of-scientists-working-with-pipette-analysing-biochemicals-samples-talking-453095236.html

Die Bundesregierung investiert erstmals langfristig in die Erforschung postinfektiöser Erkrankungen wie Long COVID und ME/CFS. Für Betroffene bedeutet die angekündigte Forschungsdekade neue Hoffnung auf wirksame Therapien.

Mit der „Nationalen Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen“ setzt der Bund ein lange gefordertes Zeichen: Von 2026 bis 2036 sollen insgesamt 500 Millionen Euro in die Erforschung von Long COVID, Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS) und verwandten Krankheitsbildern fließen. Für Millionen Betroffene in Deutschland, die bislang mit mangelnder Anerkennung und fehlenden Behandlungsmöglichkeiten konfrontiert sind, gilt die Initiative als überfälliger Wendepunkt.

„Große Chance für spürbare Verbesserungen“

Aktuellen Schätzungen zufolge leben in Deutschland mehr als 1,5 Millionen Menschen mit Long COVID oder ME/CFS. Die gesamtgesellschaftlichen Kosten werden auf mehr als 60 Milliarden Euro jährlich beziffert. Trotzdem galten postinfektiöse Erkrankungen lange als unterfinanziert und unzureichend erforscht. Umso größer ist die Hoffnung, die Betroffenenverbände mit der Ankündigung verbinden.

„Die Nationale Dekade stellt eine große Chance für spürbare Verbesserungen für Hunderttausende Erkrankte dar und ist ein wichtiger Schritt, um die Anerkennung und Versorgung von ME/CFS weiter voranzubringen“, sagt Sarah Müller, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS.

Forschung mit und für Betroffene

Zentral für den Erfolg der Dekade, mit der die bislang fragmentierte Forschung erstmals strategisch und langfristig aufgestellt werden soll, ist aus Sicht der Fachgesellschaften eine enge Einbindung von Patient:innen. Denn postinfektiöse Erkrankungen sind heterogen – nicht jede Ursache ist eindeutig nachweisbar, Symptome ähneln sich oft, obwohl die biologischen Mechanismen unterschiedlich sind. 

„Einige der international führenden Forschenden auf diesem Gebiet arbeiten in Deutschland“, sagt Mia Diekow, Sprecherin von Long COVID Deutschland. „Die angekündigte Forschungsdekade wird es ihnen ermöglichen, langfristig zu planen und dringend notwendige Studien durchzuführen, mit denen sie teilweise schon in den Startlöchern stehen.“ Für viele Betroffene rückt damit erstmals eine wirksame Behandlung – und perspektivisch sogar Heilung – in greifbare Nähe.

Beitragsbild: Depositphotos

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