Mehr Schutz für Frauen und Mädchen

das ist ein GNM+ ArtikelBritische Regierung verbietet Deepfakes

von | 29. Januar, 2025 | GNM+, Politik

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Die britische Regierung plant, sexuelle Deepfake-Bilder unter Strafe zu stellen. Täter:innen sollen bis zu zwei Jahre Haft riskieren, um Frauen und Mädchen besser vor digitaler Gewalt zu schützen.

Deepfake-Bilder sind hyperrealistische, digital manipulierte Inhalte, die mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt werden. Sie können Gesichter oder Körper von Menschen in explizite oder kompromittierende Szenen einbauen, ohne deren Zustimmung. Die britische Regierung setzt ein starkes Zeichen gegen den Missbrauch der Deepfake-Technologie.  Ein neues Gesetz, das als Teil einer umfassenden Strategie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen eingeführt wird, stellt die Erstellung und Verbreitung sexuell eindeutiger Deepfake-Bilder unter schwere Strafe. Mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren droht den Tätern nun die volle Härte des Gesetzes.

„Die Erstellung sexuell eindeutiger Deepfake-Bilder ist eine verabscheuungswürdige und inakzeptable Handlung“, betonte Laura Farris, Ministerin für Opfer und Schutz. Dieser Schritt reagiert auf den alarmierenden Anstieg des Missbrauchs von KI-gestützter Bildbearbeitung, die häufig gegen Frauen eingesetzt wird, um ohne deren Zustimmung explizite Inhalte zu erstellen. Die Auswirkungen auf die Betroffenen sind verheerend: Gefühle der Demütigung, des Leids und der Kontrollverlust über das eigene Bild gehören zu den häufigsten Folgen.

Eine neue Ära der Rechenschaftspflicht

“Opferministerin” Alex Davies-Jones betonte das Engagement der Regierung für den Schutz von Frauen. “Es ist inakzeptabel, dass jede dritte Frau Online-Missbrauch ausgesetzt ist. Dieses erniedrigende Verhalten darf nicht normalisiert werden. Wir warnen die Täter – sie werden mit der vollen Härte des Gesetzes rechnen müssen“, erklärte sie. Der Gesetzesentwurf, der Teil des Crime and Policing Bill ist, führt eine Reihe neuer Straftatbestände ein. Dazu gehören:

  • Erstellen oder Teilen sexuell eindeutiger Deepfake-Bilder ohne Zustimmung.
  • Aufnehmen intimer Bilder ohne Erlaubnis.
  • Installation von Geräten mit der Absicht, solche Handlungen zu begehen.

Nach dem neuen Gesetz drohen jedem, der dieser Straftaten für schuldig befunden wird, bis zu zwei Jahre Gefängnis. Die Regierung überarbeitet auch die bestehenden Voyeurismusgesetze und ersetzt sie durch strenge Maßnahmen, um bildbasierten Missbrauch umfassend zu bekämpfen.

Technologieunternehmen in der Verantwortung

Baroness Jones, Ministerin für Technologie, betonte die Verantwortung von Technologieplattformen. “Die Zunahme des Missbrauchs intimer Bilder ist erschreckend und nutzt die Opfer, insbesondere Frauen, aus. Wir senden eine unmissverständliche Botschaft: Das Erstellen oder Teilen dieser abscheulichen Bilder ist kriminell. Plattformen, die diese Inhalte hosten, werden strenger kontrolliert und mit härteren Strafen belegt“, warnte sie. Dies folgt auf das Online-Sicherheitsgesetz von 2023, das Plattformen dazu verpflichtet, die Entfernung von nicht einvernehmlichen intimen Bildern zu priorisieren. Die Regierung versucht nun, die Zügel für Technologieunternehmen weiter zu straffen, um die Einhaltung von Vorschriften und die Rechenschaftspflicht sicherzustellen.

Erfahrungsberichte und Bedenken

Prominente Unterstützerinnen wie die ehemalige Love-Island-Kandidatin Cally Jane Beech und die Channel-4-Moderatorin Cathy Newman betonten die Bedeutung des neuen Gesetzes. Beide Frauen waren selbst Opfer von Deepfake-Missbrauch und schilderten ihre Erfahrungen als traumatisch. „Das, was ich durchgemacht habe, ging über die Peinlichkeit hinaus. Zu viele Frauen verlieren ihre Privatsphäre und Würde durch böswillige Personen. Das muss aufhören“, sagte Beech.

Newman betonte zudem die globalen Herausforderungen: „Die Gesetzgebung hier mag sich nicht auf Täter im Ausland auswirken, aber es ist ein entscheidender Schritt nach vorne.“

Herausforderungen und Einschränkungen

Obwohl die Gesetzgebung weithin gelobt wird, weisen einige Experten auf potenzielle Herausforderungen hin. Clare McGlynn, Professorin an der Durham University, merkte an: „Das Gesetz wird nur Fälle unter Strafe stellen, in denen die Absicht, Leid zu verursachen, nachgewiesen werden kann. Dies könnte zu Schlupflöchern führen.“

Die Schatten-Innenministerin Yvette Cooper forderte proaktive Maßnahmen. Technologie wird manipuliert, um frauenfeindliche Inhalte zu produzieren. Polizei und Staatsanwaltschaft müssen in der Lage sein, diese Gesetze wirksam durchzusetzen, so Cooper.

Vergleich: Die rechtliche Lage in Deutschland

Während Großbritannien mit diesem Gesetz neue Standards setzt, greift Deutschland bislang auf bestehende Strafgesetze zurück. § 201a StGB (Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen) sowie die Regelungen zu Beleidigung (§ 185 StGB) und Übler Nachrede (§ 186 StGB) bieten Schutz, stoßen jedoch bei Deepfake-Missbrauch an Grenzen. Eine spezifische Regelung fehlt, sodass diese Fälle häufig in rechtlichen Grauzonen verbleiben.

Die EU-Kommission plant jedoch weitere Regulierungen, um auch auf europäischer Ebene klare Maßnahmen gegen Deepfake-Missbrauch einzuführen.

Ein Meilenstein im Kampf gegen digitalen Missbrauch

Die britische Gesetzgebung markiert einen Wendepunkt im Umgang mit digitalen Missbrauchsfällen. Sie setzt nicht nur klare Grenzen, sondern sendet eine wichtige Botschaft: Opfer werden gehört, und Täter werden zur Rechenschaft gezogen. Frauen und Mädchen können damit auf einen sichereren digitalen Raum hoffen, in dem ihr Schutz und ihre Würde an erster Stelle stehen.

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Anna-Lena Malter
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