New Work statt Old School

4 Beispiele für New Work in Deutschland

von | 20. Mai, 2022

Weniger Arbeitszeit und geteilte Verantwortung statt strikte Hierarchie – hier kommen vier Beispiele aus der aktuellen Arbeitswelt, die beweisen, dass Erfolg auch anders geht. Los geht’s mit New Work!

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Nur viel bringt viel, Überstunden sind ein Zeichen für hohe Produktivität und Engagement? Bloß nicht. Ein ganz anderes Credo zieht in immer mehr Unternehmen ein. Von neuen Idealen und Strategien erzählen Menschen, die als Pioniere in ihren Betrieben New Work umsetzen. Aufstrebende neue Arbeitsweisen, die das wirtschaften und arbeiten umkrempeln, gesünder, produktiver und sozialer machen – mit großem wirtschaftlichen Erfolg.

New Work Konzept 1: Mehr Erfolg mit weniger Stunden

Dass eine klassische Arbeitswoche 5 Tage hat, geht auf eine Regelung für Fabriken von 1918 zurück. Damals waren 60 Arbeitsstunden pro Woche der Standard. Auch wenn heute eine 40-Stunden-Arbeitswoche als Norm gilt, basiert die 5-Tage Woche weiterhin auf einer über 100-jährigen Tradition. Eine Umfrage unter 2.000 britischen Büroangestellten zeigt, dass die Mehrheit nur knapp drei von acht Stunden produktiv arbeitet.

Beispiel 1: 25 Wochenstunden = Vollzeit

In der Bielefelder Digitalagentur Rheingans GmbH wird von 8 bis 13 Uhr gearbeitet – 25 Wochenstunden sind dort Vollzeit. Mit dem 5-Stunden-Tag steigert die Agentur nicht nur ihre Produktivität, sondern hat auch eine Alleinstellung im Personalmarketing erreicht. Gute Initiativ-Bewerbungen kommen nun ohne Stellenanzeigen.

„Jeden Freitag definieren wir gemeinsam mit dem Projektmanagement Wochenziele für die folgende Woche, daraus leiten sich die Tagesziele für jeden Einzelnen ab. Alle arbeiten sehr fokussiert und hoch konzentriert, um diese zu erreichen“, berichtet Lasse Rheingans.

Beispiel 2: 4-Tage-Woche im Handwerk

Als der Handwerksmeister Marcus Gaßner 2018 keine Mitarbeiter fand, startete er die 4-Tage-Woche bei vollem Lohn. Auf seiner Stellenanzeige stand „Lust auf was Neues? Vier Tage arbeiten, einen Tag frei, bei gleicher Bezahlung“. Inzwischen freut sich die ganze Crew über die 4-Tage-Arbeit – auch der Chef. Dadurch, dass die Angestellten an unterschiedlichen Tagen frei haben, ist der Betrieb trotzdem von Mo-Fr geöffnet. Gearbeitet wird von 7 bis 17 Uhr inklusive Pause. Also wird mit 37 Stunden weniger gearbeitet als vorher. So arbeiten sie an vier Tagen zwar jeweils mehr Stunden, freuen sich aber umso mehr über den zusätzlichen freien Tag und sind deutlich motivierter bei der Arbeit.

Seine Partnerin Ayleen Bauser sagt: „Nicht vergessen, dass man selbst ein Mensch ist. Nicht nur Arbeit zählt, sondern das Leben auch. Man hat nur das eine Leben.“

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Dass eine 4-Tage-Woche die Lebensqualität von Menschen steigert, ist offensichtlich. Ein Kommentar auf Xing unterstreicht das: „Es ist schade, dass gerade viele Handwerksbetriebe dies nicht umsetzen. Ich selbst habe mich auf eine 4-Tage-Woche reduzieren lassen, dies wird leider von der Geschäftsstelle sehr negativ aufgenommen. Jeder soll so arbeiten, wie er es für richtig hält, und für mich ist die 4-Tage-Woche ein Erfolg. Man ist nicht mehr so gestresst und ausgebrannt.“

New Work Konzept 2: Mehr Erfolg mit geteilter Verantwortung

Beispiel 3: Verantwortung im Team geändert

Und aus dem Handwerksbereich kommt auch unser nächstes Beispiel. In seiner Tischlerei Mhoch3 verteilte Norbert Miesner die Verantwortung neu im Team, das nun schneller und flexibler auf neue Anforderungen reagieren kann.

„Die hierarchische Vorstellung vom Chef, der in die Werkstatt kommt und alles entscheidet, sollte es bei uns nicht geben. Ich wollte, dass wir lernen, uns besser einzuschätzen, besser zu kommunizieren und aus Feedbackschleifen zu lernen.“, Norbert Miesner.

Beispiel 4: Winzer enteignete sich selbst

Eine ähnlich Strategie der Machtteilung verfolgt der Winzer Wolfgang Bender. Er hat sich selbst enteignet und ließ seinen Betrieb in eine neu gegründete Genossenschaft übertragen, so kann dieser nicht zu einem Spekulationsobjekt werden. Als treuhänderischer Eigentümer trägt Bender die unternehmerische Verantwortung, der Gewinn wird in das Unternehmen reinvestiert oder gemeinnützig gespendet.

New Work bedeutet auch mehr Menschlichkeit

In welcher Gesellschaft wollen wir leben und arbeiten? Wie können wir das Miteinander steigern passend zu extrem unterschiedlichen Bedürfnissen? Oft helfen schon kleinste Drehungen an Stellschrauben, um Leben und Arbeit für Menschen besser zu machen. Beispiel: An Demenz erkrankte Menschen sind oft unruhig, gereizt und desorientiert. Schon kleine Veränderungen des Farb- und Lichtkonzepts in ihren Aufenthaltsräumen können mehr Ruhe und Wohlgefühl in ihr Leben bringen.

Die Purpose Stiftung ist Pionier in einer globalen Bewegung, die Eigentum neu denkt. Neue Eigentumsformen steigern die Verantwortung und Sinnhaftigkeit. Ziel ist eine gesunde Wirtschaft, die Menschen dient. Die Purpose Stiftung beteiligt sich an Unternehmen. Der einzige Zweck ihrer Beteiligung ist ihr Veto-Recht gegen den Verkauf des Unternehmens durch die Gründerinnen und Gründer, wenn der Zweck dadurch in Gefahr gerät. Ein sogenannter Exit an andere große Unternehmen ist mit der Purpose Stiftung nicht möglich. Die Unternehmen bleiben ihrem Zweck treu, dauerhaft unabhängig und sinnorientiert.

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Beitragsbild: Pixabay / Pexels

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Lucia Oiro

Lucia Oiro (ehem. Lehmann) liebt die Vielfalt. Als Autorin, Redakteurin und Performancekünsterlin realisiert sie Projekte, die dieser Liebe entsprechen. Einer ihrer Träume ist, die Welt durch Positive Nachrichten mitzugestalten und all die inspirierenden Menschen und Initiativen ans Licht zu bringen. Umso glücklicher ist sie, diese Vision nun mit dem Team vom Good News Magazin zu realisieren! Ein Team, das wirklich Berge bewegt und bei dem sie sehr stolz ist, ein Teil davon zu sein.

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