Kühlere Luft in der Antarktis

Westantarktisches Eisschild schmilzt langsamer

von | 18. Februar, 2023

Eine Veränderung der Windrichtung hat zu einer kühleren Luft in der Antarktis geführt und verlangsamt dadurch das Abschmelzen des Eisschildes.

Der westantarktische Eisschild ist mit einer Fläche von rund zwei Millionen Quadratkilometern eine der größten Eismassen der Welt. In den letzten Jahrzehnten ist er aufgrund der Klimaerwärmung in alarmierendem Tempo abgeschmolzen. Dies hat zu Besorgnis über den Anstieg des Meeresspiegels und die potenziell verheerenden Folgen für Küsten Gemeinden in aller Welt geführt. Jüngste Forschungsergebnisse deuten nun darauf hin, dass der westantarktische Eisschild möglicherweise eine Pause von seinem raschen Abschmelzen erfährt.  

Wenn der Wind sich dreht 

Diese Veränderung wird auf eine Verschiebung der Winde um die Antarktis zurückgeführt, die weniger warme Luft über den Eisschild blasen. Die Winde, die normalerweise von Westen nach Osten um die Arktis wehen, wehen jetzt mehr von Süden nach Norden, was die Menge an warmer Luft verringert hat. Zudem beeinflussen die Winde die Meeresströmungen. Durch die veränderten Windmuster fließt jetzt an einigen Stellen weniger warmes Wasser, sodass weniger Eis unter der Wasseroberfläche schmilzt. 

Tatsächlich handelt es sich bei der Veränderung um eine Kombination aus natürlichen und vom Menschen verursachten Faktoren. Der Abbau der Ozonschicht über der Antarktis stellt dabei einen der Hauptgründe für die Veränderung dar. Das Ergebnis des Berichtes “Antartic Climate Change and the Environment” des Wissenschaftlichen Ausschusses für Antarktisforschung in London zeigt, dass das Ozonloch zu einer Abkühlung der oberen Atmosphäre geführt hat. So haben haben sich die sogenannten zirkumpolaren Winde, die um den Kontinent wehen, verstärkt. Das wiederum hat die Verschiebung der Winde verursacht und ist der Grund dafür, dass weniger warme Luft über dem westantarktischen Eisschild strömt.

Icemaker statt Icebreaker 

Geschmolzenes Antarktis-Eis wieder einzufrieren ist trotz etlichen kreativen Geo Engineering-Methoden eher unwahrscheinlich. Allerdings gibt es Lösungsansätze, wie Antarktisches Eis geschützt werden kann. Da es sich bei der Schmelze nicht um ein natürliches Phänomen handelt, sondern auf den Folgen des menschengemachten Klimawandels beruht, ist die Eindämmung nur durch das Bekämpfen des Klimawandels möglich. 

Expert:innen von diversen Umweltorganisationen sowie Forschende des Umweltbundesamtes fordern immer wieder den Schutz der Wälder und Meere, den Ausbau erneuerbarer Energie sowie die Forschung und Entwicklung neuer Technologien, um Treibhausgasemissionen einzusparen. Dafür müsse unter anderem das öffentliche Bewusstsein gestärkt werden und mehr Sensibilisierung für Themen wie diese stattfinden. Der langfristige Schutz des Eisschildes bedeutet eine Menge an Engagement von Regierungen, Unternehmen sowie Einzelpersonen auf der ganzen Welt. 

Eisschild
pexels.com

Ein bisschen mehr Zeit

Die Verlangsamung des Schmelzprozesses bietet die Chance, an neuen Möglichkeiten zu forschen und Maßnahmen zur erfolgreichen Bekämpfung des Klimawandel zu entwickeln. Der westantarktische Eisschild ist nach wie vor einer der größten Verursacher des steigenden Meeresspiegels und stellt eine erhebliche Bedrohung für niedrig gelegene Gebiete und Küstenstädte dar. Natürlich handelt es sich bei dieser Veränderung um keine langfristige Lösung für das Problem. Die Hauptursache für die Eisschmelze bleiben nach wie vor die Folgen des Klimawandels. 

Beitragsbild: pixabay.com

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Sophia Schweizer

Sophia ist Redakteurin beim Good News Magazin. Als Kind wollte sie unbedingt einmal so werden wie Karla Kolumna, umso stolzer wäre sie wohl, wenn sie wüsste, dass sie nun für das erste Magazin für Positiven Journalismus in Deutschland schreiben darf - Sensationell!

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