Klimafreundlicher Stahl

Schwedisches Startup nimmt 2025 weltweit erstes grünes Stahlwerk in Betrieb

von | 7. Februar, 2024 | Klima

Ein Stahlwerk in Schweden wird mit grünem Wasserstoff betrieben und verbraucht dabei 95 Prozent weniger Emissionen als herkömmliche Werke.

Ein Stahlwerk in Schweden wird mit grünem Wasserstoff betrieben und stößt dabei 95 Prozent weniger Emissionen aus als herkömmliche Werke.

Stahl ist ein vielfältiger Rohstoff: Er  findet sich vor allem in der Industrie bei der Herstellung von Maschinen, in der Medizin, der Gastronomie und im Bau. Kaum ein Rohstoff wird so vielseitig eingesetzt – und ist genau deshalb auch so schwer zu ersetzen. Bislang gibt es wenige Ansätze, die die Stahlproduktion und die mit ihr zusammenhängenden hohen Emissionen neu denken. Doch in Schweden wird nun in genau einen solchen Ansatz investiert.

Wie funktioniert Stahlproduktion traditionell? Der Rohstoff wird entweder in einem Hochofen aus Eisenerz und Koks (fast reiner Kohlenstoff, der aus Kohle bezogen wird) oder in einem Elektroofen aus recyceltem Stahl gewonnen. Je nach Einsatzgebiet wird ersteres oder letzteres Verfahren verwendet. Während die Emissionen beim Elektroofen deutlich geringer ausfallen, ist auch das Einsatzgebiet sehr viel kleiner. Hauptsächlich wird also der Hochofen eingesetzt. Die Produktion einer Tonne Stahl setzt hierbei bis zu drei Tonnen Kohlendioxid frei.

2,5 Millionen Tonnen grüner Stahl pro Jahr im ersten Stahlwerk

Ein Startup aus Schweden sammelte zuletzt 4,2 Milliarden Euro für die grüne Wende in der Stahlproduktion. H2 Green Steel möchte das weltweit erste grüne Stahlwerk 2025 in Betrieb nehmen. In Boden im Norden Schwedens soll die Anlage entstehen, bei deren Produktion 95 Prozent weniger CO2-Emissionen entstehen als bei der herkömmlichen Stahlerzeugung in Hochöfen.

Ab 2025 sollen in Boden jährlich 2,5 Millionen Tonnen grüner Stahl aus der Produktion kommen. Bis 2030 möchte das Unternehmen die Menge auf das Doppelte erhöhen. Der Stahlproduzent wird von mehreren deutschen Unternehmen und auch der EU unterstützt: Die Europäische Exekutivagentur für Klima, Infrastruktur und Umwelt (CINEA) trägt 250 Millionen Euro zu dem neuen Stahlwerk bei.

Grüner Wasserstoff aus Eigenproduktion

Das schwedische Werk ist vor allem deshalb besonders, weil die Energie, die für die Herstellung notwendig ist, vollständig aus grünem Wasserstoff gewonnen werden soll. Diesen will H2 Green Steel unmittelbar auf dem Werksgelände erzeugen. Hierfür setzt der Hersteller bei der Erzeugung des Wasserstoffs auf den Einsatz von erneuerbaren Energien, wie beispielsweise Windkraft. Dieser Prozess nennt sich Elektrolyse. Aus zwei Wassermolekülen (H2O) werden unter dem Einsatz von Energie je zwei Wasserstoffmoleküle (2H2) und ein Sauerstoffmolekül (O2) gewonnen.

Laut Michael Waitz, Abteilungsdirektor Rohstoffe & Metalle bei der KfW Ipex-Bank, die ebenfalls in das neue Stahlwerk investiert, sei der Vorteil eines neuen Werkes, dass umweltfreundliche Strukturen von Anfang an mitbedacht werden können. Die Umstellung eines bestehenden Werkes dagegen sei deutlich aufwendiger. Noch ist der Bedarf, der durch das neue Werk gedeckt wird, nur ein Bruchteil der in Europa nachgefragten Menge. Das könnte sich allerdings ändern, wenn die Technologie erst einmal auf dem Markt ist und strengere Regulierungen die Kosten für konventionelle Stahlhersteller in die Höhe treiben.

Es gibt übrigens auch Ansätze, Stahl durch andere ressourcenschonendere Rohstoffe wie Holz zu ersetzen. Bei Windkrafträdern, beispielsweise, bringt Holz sogar einige Vorteile mit sich.

Beitragsbild: zhanglianxun | depositphotos.com

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